Die Agentur für Arbeit verzeichnet für den Monat Juli einen Anstieg der Arbeitslosigkeit im Kreis Fulda. Dafür gebe es allerdings einen einfachen Grund.
Fulda - Die Arbeitslosigkeit in der Region Fulda ist im Juli gegenüber dem Vormonat angestiegen. Die Zahl der Arbeitslosen liegt nun bei 4182 und somit um 156 höher als im Juni. Die Arbeitslosenquote beträgt 3,3 Prozent (Vormonat: 3,2 Prozent; Vorjahr: 3,0 Prozent), im Hessendurchschnitt 5,2 Prozent, heißt es in einer Mitteilung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda.
Arbeitsmarkt im Juli: Warum die Arbeitslosigkeit in Fulda zunimmt
„Eine Zunahme der Arbeitslosigkeit ist zum Sommer hin nicht unüblich, weil im Juli zahlreiche Ausbildungen und befristete Arbeitsverhältnisse enden“, erklärt Waldemar Dombrowski, Leiter der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda. So wurden 392 Personen nach vorheriger Erwerbstätigkeit arbeitslos, damit 82 mehr als im Juni, und die Personengruppe der Unter-25-Jährigen verzeichnete den stärksten Aufwuchs (+23,9 Prozent auf 472).
Der Agenturchef geht davon aus, dass Ausbildungsabsolventen, die nicht in eine Beschäftigung übernommen wurden, in der Regel zeitnah in den Arbeitsmarkt integriert werden können. Zugleich sei positiv anzumerken, dass der Anstieg gegenüber dem Vormonat weitaus geringer ausfiel als im vergangenen Jahr und als im Vor-Corona-Jahr 2019, insbesondere bei den jüngeren Arbeitslosen. Die Arbeitslosenquote der 15- bis 25-Jährigen liegt derzeit bei 3,1 Prozent; im Juli 2019 lag sie bei 3,4 Prozent.
„Wir verzeichnen in den letzten Monaten eine Entwicklung, die von einer doppelten Dynamik gekennzeichnet ist. Einerseits ist die Zahl der Zugänge in Arbeitslosigkeit deutlich höher als im Vorjahr; andererseits konnten wir mehr Menschen wieder in Beschäftigung bringen“, schildert Dombrowski die besondere Situation.
Entwicklung der vergangenen Monate von „doppelter Dynamik“ gekennzeichnet
Während bei der Arbeitsagentur 1522 Personen arbeitslos gemeldet sind (-8 zum Juli 2022), verzeichnet das Jobcenter des Landkreises Fulda binnen Jahresfrist einen Anstieg der Arbeitslosigkeit um 500 Personen auf 2660. Dies hängt weitgehend mit dem Zugang von aus der Ukraine geflüchteten Menschen zusammen.
Der Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur konnte im Landkreis Fulda im Juli 385 Arbeitsstellen akquirieren, seit Jahresbeginn insgesamt 2705 und somit 125 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Bedarf an Fach- und Hilfskräften besteht in nahezu allen Berufen und Branchen.
Auch zum Start des neuen Ausbildungsjahres bieten zahlreiche Arbeitgeber freie Ausbildungsstellen in unterschiedlichen Berufen an. Wer kurzfristig eine Chance auf einen Ausbildungsplatz in der Region ergreifen möchte, der sollte sich umgehend mit der Berufsberatung in Verbindung setzen unter 0800 4 5555 00 bzw. fulda.berufsberatung@arbeitsagentur.de. (ah)