Regionale Wirtschaft

„Zollkeule“ sorgt für Kurssturz an den Börsen – so reagieren Anleger aus der Region

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Nach Trumps Zollankündigung rutscht der Dax ab – in Nordhessen blicken viele mit Sorge ins Depot. Die Banken beobachten jedoch besonnene Reaktionen.

Kassel – Beim Blick ins eigene Depot waren viele Anleger in der Region am Montag und am Freitag mit tiefroten Zahlen konfrontiert. Donald Trumps Zollankündigung, die getrost als historisch bezeichnet werden kann, sorgte für heftige Reaktionen an den Aktienmärkten. Nach einem kräftigen Minus am Freitag gaben die großen Leitindizes zum Wochenstart erneut kräftig nach. Der Dax startete am Montagmorgen mit einem Minus von über zehn Prozent in den Handel, erholte sich jedoch im Laufe des Tages etwas. Doch wie reagierten Aktieninhaber in Kassel und der Region auf den Kursrutsch?

Volksbank sieht „bemerkenswerte Gelassenheit“ bei eigenen Kunden zu Kurssturz

Zum Auftakt der neuen Handelswoche ist der Deutsche Aktienindex (Dax) um rund zehn Prozent abgestürzt. Viele Bankkunden in der Region verfallen jedoch bislang nicht in Panik.

Überwiegend eine „bemerkenswerte Gelassenheit“ stellte die Volksbank Kassel-Göttingen bei ihren Kunden fest. „Viele unserer langjährigen Anleger haben bereits vergleichbare Marktphasen erlebt und wissen, dass kurzfristige Rücksetzer Teil des Investierens sind. Panikverkäufe beobachten wir kaum“, sagte ein Sprecher auf Anfrage unserer Zeitung. Auch einen sprunghaften Anstieg des Beratungsbedarfs gebe es derzeit nicht. Das Fazit der Genossenschaftsbank: „Insbesondere erfahrene Investoren bleiben ruhig.“

Ähnlich sieht es bei der Kasseler Sparkasse aus. Eine Sprecherin berichtet davon, dass man vereinzelt Kundenrückfragen habe, derzeit allerdings kein erhöhtes Orderaufkommen erkennen könne. „Die Konjunkturstimmung hatte sich zuletzt verbessert, wird sich aufgrund der US-Zölle aber wieder spürbar verschlechtern. Die Anlegerstimmung der Kunden war schon vor der Zollkeule von Vorsicht geprägt“, sagt eine Sprecherin auf Anfrage unserer Zeitung.

Insbesondere bei Onlinebrokern wie Trade Republic oder Scalable, die Anleger mit besonders günstigen Konditionen locken, war der Ansturm wohl größer. Zeitweise kam es dort am Montagmorgen zu technischen Problemen. Kunden berichteten davon, dass die Plattformen nicht oder nur unzureichend erreichbar waren.

Das sind Hessens bekannteste Politiker - von 1945 bis heute

Petra Roth (CDU): 1995 wurde sie zu der ersten Oberbürgermeisterin Frankfurts. Über 16 Jahre lang war sie im Amt - bis jetzt am längsten.
Petra Roth (CDU): 1995 wurde sie zu der ersten Oberbürgermeisterin Frankfurts. Über 16 Jahre lang war sie im Amt - bis jetzt am längsten.  © Arne Dedert
Mike Josef (SPD): Seit 2023 Oberbürgermeister von Frankfurt und Nachfolger von Peter Feldmann.
Mike Josef (SPD): Seit 2023 Oberbürgermeister von Frankfurt und Nachfolger von Peter Feldmann. © Andreas Arnold
Walter Wallmann (CDU): Hessischer Ministerpräsident von 1987 bis 1991, zuvor Oberbürgermeister von Frankfurt.
Walter Wallmann (CDU): Hessischer Ministerpräsident von 1987 bis 1991, zuvor Oberbürgermeister von Frankfurt. © Fredrik Von Erichsen
Holger Börner (SPD): Hessischer Ministerpräsident von 1976 bis 1987. Börner setzte wichtige Akzente in der Industriepolitik.
Holger Börner (SPD): Hessischer Ministerpräsident von 1976 bis 1987. Börner setzte wichtige Akzente in der Industriepolitik.  © Uwe Zucchi
Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) war damals die erste Frau an der Spitze der Jungsozialisten als Bundesvorsitzende. Sie war zu dieser Zeit als „Rote Heidi“ bekannt. Von 1987 bis 1999 war sie Vorsitzende des SPD-Bezirksverbandes Hessen-Süd.
Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) war damals die erste Frau an der Spitze der Jungsozialisten als Bundesvorsitzende. Sie war zu dieser Zeit als „Rote Heidi“ bekannt. Von 1987 bis 1999 war sie Vorsitzende des SPD-Bezirksverbandes Hessen-Süd.  © Wolfgang Kumm
Der verstorbene CDU-Politiker Alfred Dregger war von 1956 bis 1970 Oberbürgermeister von Fulda und von 1982 bis 1991 Vorsitzender der CDU-Bundestagsfraktion.
Der verstorbene CDU-Politiker Alfred Dregger war von 1956 bis 1970 Oberbürgermeister von Fulda und von 1982 bis 1991 Vorsitzender der CDU-Bundestagsfraktion. © Arne_Dedert
Thorsten Schäfer-Gümbel war in den Jahren 2003 bis 2019 Abgeordneter des Hessischen Landtages und dazu 2009 bis 2019 Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion sowie Oppositionsführer.
Thorsten Schäfer-Gümbel war in den Jahren 2003 bis 2019 Abgeordneter des Hessischen Landtages und dazu 2009 bis 2019 Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion sowie Oppositionsführer. © Swen Pförtner
Peter Beuth (CDU): ehemaliger Innenminister, prägend für die Sicherheitspolitik Hessens.
Peter Beuth (CDU): ehemaliger Innenminister, prägend für die Sicherheitspolitik Hessens.  © Arne Dedert
Lehrerin, Studiendirektorin, FDP-Politikerin: Ruth Wagner war Vizepräsidentin des Hessischen Landtages und von 1999 bis 2003 Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst.
Lehrerin, Studiendirektorin, FDP-Politikerin: Ruth Wagner war Vizepräsidentin des Hessischen Landtages und von 1999 bis 2003 Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst. © Oliver Berg
Klaus Kinkel war FDP-Politiker und Jurist. Zudem war er Vizekanzler und auch in Hessen politisch aktiv.
Klaus Kinkel war FDP-Politiker und Jurist. Zudem war er Vizekanzler und auch in Hessen politisch aktiv.  © Gregor Fischer
Eine Unternehmerin und Politikerin (CDU): Kristina Sinemus ist hauptsächlich als Hessische Ministerin für Digitalisierung und Innovation bekannt.
Eine Unternehmerin und Politikerin (CDU): Kristina Sinemus ist hauptsächlich als Hessische Ministerin für Digitalisierung und Innovation bekannt.  © Andreas Arnold
Der frühere Bundesinnenminister Manfred Kanther (CDU): Er war in die CDU-Schwarzgeldaffäre verwickelt. Ihm wurde Untreue vorgeworfen.
Der frühere Bundesinnenminister Manfred Kanther (CDU): Er war in die CDU-Schwarzgeldaffäre verwickelt. Ihm wurde Untreue vorgeworfen.  © Bernd Kammerer
Wolfgang Gerhardt (FDP): Hessischer Wirtschaftsminister, später FDP-Bundesvorsitzender. Gerhardt ist im September dieses Jahres gestorben.
Wolfgang Gerhardt (FDP): Hessischer Wirtschaftsminister, später FDP-Bundesvorsitzender. Gerhardt ist im September dieses Jahres gestorben.  © Gregor Fischer
Rudi Arndt (SPD), genannt „Dynamit Rudi“, war von 1964 bis 1970 Oberbürgermeister von Frankfurt.
Rudi Arndt (SPD), genannt „Dynamit Rudi“, war von 1964 bis 1970 Oberbürgermeister von Frankfurt. © Michael_Hanschke
Uwe Becker (CDU): Ehemaliger Bürgermeister von Frankfurt, bekannt für seinen Einsatz gegen Antisemitismus.
Uwe Becker (CDU): Ehemaliger Bürgermeister von Frankfurt, bekannt für seinen Einsatz gegen Antisemitismus. © Frank Rumpenhorst
Karin Wolff war bekannt für ihre Rolle als Kultusministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Hessen.
Karin Wolff (CDU) war bekannt für ihre Rolle als Kultusministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Hessen.  © Frank May
Joschka Fischer (Grüne), bekannt als ehemaliger Umweltminister in Hessen, Außenminister und Vizekanzler. Nach dem Ende seiner politischen Karriere in 2005 hat er angefangen als Buchautor, Berater, Publizist und Lobbyist zu arbeiten.
Joschka Fischer (Grüne) aus Baden-Württemberg, bekannt als ehemaliger Umweltminister in Hessen, Außenminister und Vizekanzler. Nach dem Ende seiner politischen Karriere in 2005 hat er angefangen als Buchautor, Berater, Publizist und Lobbyist zu arbeiten.  © Markus Scholz
Manager, Rechtsanwalt und ehemaliger CDU-Politiker: Roland Koch. Von 1999 bis 2010 war er Hessischer Ministerpräsident. Er stand in der Kritik für seine gleichzeitige Beteiligung als Aufsichtsratsvorsitzender der Fraport AG.
Manager, Rechtsanwalt und ehemaliger CDU-Politiker: Roland Koch. Von 1999 bis 2010 war er Hessischer Ministerpräsident. Er stand in der Kritik für seine gleichzeitige Beteiligung als Aufsichtsratsvorsitzender der Fraport AG. © Sebastian Gollnow
Ministerin für Wissenschaft und Kunst und Grünen-Politikerin: Angela Dorn.
Vizepräsidentin des Hessischen Landtags, ehemalige Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst und Grünen-Politikerin: Angela Dorn. © Tim Würz
Das bekannte Gesicht der Grünen in Hessen: Tarek Al-Wazir. Der Politiker kommt aus Offenbach.
Das bekannte Gesicht der Grünen in Hessen: Tarek Al-Wazir. Der Politiker kommt aus Offenbach.  © Bernd von Jutrczenka
Prägend für die Nachkriegszeit: Georg-August Zinn(SPD). Von 1950 bis 1969 war er Hessischer Ministerpräsident.
Prägend für die Nachkriegszeit: Georg-August Zinn(SPD). Von 1950 bis 1969 war er Hessischer Ministerpräsident.  © Alois_Bankhardt
Die erste Frau als Bundesministerin des Innern und für Heimat: Nancy Faeser. Zudem war sie bekannt als Vorsitzende der SPD Hessen und Hessische Landtagsabgeordnete.
Die erste Frau als Bundesministerin des Innern und für Heimat: Nancy Faeser. Zudem war sie bekannt als Vorsitzende der SPD Hessen und Hessische Landtagsabgeordnete.  © Lando Hass
Walter Lübcke war ein ehemaliger CDU-Politiker. Er wurde 2019 auf der Veranda vor seinem Wohnhaus mit einem Kopfschuss ermordet.
Walter Lübcke war ein ehemaliger CDU-Politiker. Er wurde 2019 auf der Veranda vor seinem Wohnhaus mit einem Kopfschuss ermordet. © Uwe Zucchi
Boris Rhein: Seit 2022 Hessischer Ministerpräsident und CDU Vorsitzender in Hessen.
Boris Rhein: Seit 2022 Hessischer Ministerpräsident und CDU Vorsitzender in Hessen.  © Kay Nietfeld
Volker Bouffier (CDU): Ehemaliger Ministerpräsident des Landes Hessen.
Volker Bouffier (CDU): Ehemaliger Ministerpräsident des Landes Hessen.  © Arne Dedert

Anleger ziehen sich wegen Wirtschaftssorgen zurück

Die Volksbank Kassel-Göttingen erklärt die Reaktion der Märkte mit einer wachsenden Unsicherheit der Anleger, die von Ängsten vor globalen Handelskonflikten befeuert wird. „Der US-Dollar steht unter Druck, und die gestiegene Sorge vor einer wirtschaftlichen Abkühlung führt zu einem deutlichen Rückzug aus Risikoanlagen.“

Solche Korrekturen seien im langfristigen Kontext nicht nur normal, sondern auch notwendig. Sie schaffen laut der Volksbank Raum für neue, attraktiv bewertete Einstiegsgelegenheiten. Für langfristig orientierte Anleger eröffneten sich dadurch durchaus Chancen. „Unser zentraler Rat in solchen Phasen lautet daher: ruhig und besonnen bleiben, nicht auf kurzfristige Bewegungen reagieren, sondern die eigene Strategie mit Blick auf die Gesamtvermögensstruktur konsequent weiterverfolgen.“

Streuung und Struktur: So schützen sich Anleger für Kurssturz

In den kommenden Tagen können die Aktien- und Rentenmärkte besonders schwankungsanfällig sein werden, warnt die Sparkasse mit Verweis auf Analysten der Fondsgesellschaft Deka, die Teil der Sparkassen-Gruppe ist. Umso wichtiger sei ein über alle Anlageklassen breit gestreutes Vermögen mit einer regelmäßigen Strukturoptimierung, um kurzfristige Turbulenzen unbeschadet zu überstehen. (von Daniel Seeger)

Rubriklistenbild: © Arne Dedert/dpa

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