„Zollkeule“ sorgt für Kurssturz an den Börsen – so reagieren Anleger aus der Region
VonDaniel Seeger
schließen
Nach Trumps Zollankündigung rutscht der Dax ab – in Nordhessen blicken viele mit Sorge ins Depot. Die Banken beobachten jedoch besonnene Reaktionen.
Kassel – Beim Blick ins eigene Depot waren viele Anleger in der Region am Montag und am Freitag mit tiefroten Zahlen konfrontiert. Donald Trumps Zollankündigung, die getrost als historisch bezeichnet werden kann, sorgte für heftige Reaktionen an den Aktienmärkten. Nach einem kräftigen Minus am Freitag gaben die großen Leitindizes zum Wochenstart erneut kräftig nach. Der Dax startete am Montagmorgen mit einem Minus von über zehn Prozent in den Handel, erholte sich jedoch im Laufe des Tages etwas. Doch wie reagierten Aktieninhaber in Kassel und der Region auf den Kursrutsch?
Volksbank sieht „bemerkenswerte Gelassenheit“ bei eigenen Kunden zu Kurssturz
Zum Auftakt der neuen Handelswoche ist der Deutsche Aktienindex (Dax) um rund zehn Prozent abgestürzt. Viele Bankkunden in der Region verfallen jedoch bislang nicht in Panik.
Überwiegend eine „bemerkenswerte Gelassenheit“ stellte die Volksbank Kassel-Göttingen bei ihren Kunden fest. „Viele unserer langjährigen Anleger haben bereits vergleichbare Marktphasen erlebt und wissen, dass kurzfristige Rücksetzer Teil des Investierens sind. Panikverkäufe beobachten wir kaum“, sagte ein Sprecher auf Anfrage unserer Zeitung. Auch einen sprunghaften Anstieg des Beratungsbedarfs gebe es derzeit nicht. Das Fazit der Genossenschaftsbank: „Insbesondere erfahrene Investoren bleiben ruhig.“
Ähnlich sieht es bei der Kasseler Sparkasse aus. Eine Sprecherin berichtet davon, dass man vereinzelt Kundenrückfragen habe, derzeit allerdings kein erhöhtes Orderaufkommen erkennen könne. „Die Konjunkturstimmung hatte sich zuletzt verbessert, wird sich aufgrund der US-Zölle aber wieder spürbar verschlechtern. Die Anlegerstimmung der Kunden war schon vor der Zollkeule von Vorsicht geprägt“, sagt eine Sprecherin auf Anfrage unserer Zeitung.
Insbesondere bei Onlinebrokern wie Trade Republic oder Scalable, die Anleger mit besonders günstigen Konditionen locken, war der Ansturm wohl größer. Zeitweise kam es dort am Montagmorgen zu technischen Problemen. Kunden berichteten davon, dass die Plattformen nicht oder nur unzureichend erreichbar waren.
Das sind Hessens bekannteste Politiker - von 1945 bis heute
Solche Korrekturen seien im langfristigen Kontext nicht nur normal, sondern auch notwendig. Sie schaffen laut der Volksbank Raum für neue, attraktiv bewertete Einstiegsgelegenheiten. Für langfristig orientierte Anleger eröffneten sich dadurch durchaus Chancen. „Unser zentraler Rat in solchen Phasen lautet daher: ruhig und besonnen bleiben, nicht auf kurzfristige Bewegungen reagieren, sondern die eigene Strategie mit Blick auf die Gesamtvermögensstruktur konsequent weiterverfolgen.“
Streuung und Struktur: So schützen sich Anleger für Kurssturz
In den kommenden Tagen können die Aktien- und Rentenmärkte besonders schwankungsanfällig sein werden, warnt die Sparkasse mit Verweis auf Analysten der Fondsgesellschaft Deka, die Teil der Sparkassen-Gruppe ist. Umso wichtiger sei ein über alle Anlageklassen breit gestreutes Vermögen mit einer regelmäßigen Strukturoptimierung, um kurzfristige Turbulenzen unbeschadet zu überstehen. (von Daniel Seeger)