VonAndreas Ungermannschließen
Eine große Kontrollaktion der Polizei auf dem A7-Parkplatz Pilgerzell in Osthessen offenbarte am Dienstag verschiedenste Verstöße.
Pilgerzell - Das Bild, das sich am Dienstag (20. Juni) auf dem Parkplatz Pilgerzell im Kreis Fulda an der A7 in Fahrtrichtung Süden bietet, ist beeindruckend. Mehr als ein Dutzend Dienstfahrzeuge von Polizei, Zoll, Regierungspräsidium Kassel und Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM, früher BAG) haben dort eine Kontrollstelle aufgebaut.
Große Polizei-Kontrolle mit 45 Einsatzkräften auf A7 bei Fulda
Mehr als 45 Einsatzkräfte des Polizeipräsidiums Osthessen und anderer Polizeipräsidien Hessens, der Verkehrsinspektion Schweinfurt-Werneck, der Kontrolleinheit Verkehr aus Kassel, die zum Hauptzollamt Gießen gehört, des RP Kassel und des BALM sowie Feldjäger der Bundeswehr sind vor Ort. Auch die Dekra ist an diesem Tag beteiligt.
„Ich bin schon ein bisschen stolz auf die Kontrollaktion und die gute Zusammenarbeit der Behörden“, sagt die Leiterin der Polizeiautobahnstation Petersberg, Alexandra Koch. Die Polizeihauptkommissarin hat die Kontrolle mit vorbereitet. Am Ende des Tages, so sagt sie, wird man auch in den Zahlen einen Erfolg feststellen.
Die Ziele sind der Kampf gegen die grenzüberschreitende Betäubungsmittel-, Waffen- und Eigentumskriminalität sowie die Überprüfung der Verkehrstüchtigkeit von Verkehrsteilnehmern. Hinzu – so der Tenor auch unter den beteiligten Beamten – komme, dass die verschiedenen Behörden von den Kompetenzen und Expertisen der jeweils anderen profitieren und während der Kontrolle, die von 10 bis 17 Uhr andauert, Kontakte untereinander knüpfen.
Große Verkehrskontrolle auf A7 - 45 Einsatzkräfte vor Ort




Wie diese gegenseitige Ergänzung in Pilgerzell aussieht, wird früh am Tag deutlich: Nachdem die Polizei ein Gespann aus SUV und Anhänger, auf dem ein Auto verladen ist, bereits kontrolliert hat, bemerkt ein Kollege des BALM eine Auffälligkeit. Die verladene Limousine ist ein Vorserienmodell von VW, das für den chinesischen Markt bestimmt ist.
Schnell ergeben sich Hinweise, dass der Fahrer gewerbsmäßig unterwegs ist. Und das bedeutet, er benötigt ein Kontrollgerät, das auch im Fahrzeug verbaut ist, die Fahrerkarte hatte er jedoch nicht eingesteckt. Das bedeutet ein Bußgeld von 250 Euro. Noch teurer könnte es werden, wenn sich herausstellt, dass er öfter ohne ein landläufig noch immer Fahrtenschreiber genanntes Gerät unterwegs oder dieses nicht ordnungsgemäß aktiviert ist.
Einem anderen Verkehrsteilnehmer, der wegen einer Ordnungswidrigkeit aufgrund der Fahrzeugzulassung ins Visier der Kontrolleure geraten ist, wird am Ende des Tages noch ein Verstoß gegen das Jagdschutzgesetz zur Last gelegt. Er war mit einem Waschbären in einer Lebendfalle unterwegs. Das Tier hatte er auf dem eigenen Grundstück gefangen.
Ein Mercedes-Fahrer indes lädt sich selbst mehr oder weniger dazu ein, kontrolliert zu werden. Eine Streife winkt ihn auf den Parkplatz Pilgerzell, weil er deren Zivilfahrzeug zu dicht aufgefahren war. An der Kontrollstelle muss er dann lernen, dass er kein Magnet-Kennzeichen an seinem Auto befestigen darf. Zudem muss er seine Seitenschweller an dem Benz, der einst offenbar ein Unfallfahrzeug war, befestigen.
Archiv-Video: Polizei Osthessen kontrolliert beim Speedmarathon
Wie breitgefächert die Art der Verstöße ist, die die Beamten aufdecken wird allein über die Mittagszeit eindrücklich klar: Massiv überladene Kleintransporter gehören ebenso zu den Feststellungen wie ein Mann, der mit zur Dienststelle genommen werden muss, weil er über das Amtsgericht im Fahndungssystem ausgeschrieben ist. Im Raum steht, dass er gegen Aufenthaltsbestimmungen verstoßen hat. Für zwei Männer, die mit einem Pritschenlaster unterwegs sind, muss die beim Zoll angesiedelte Finanzkontrolle Schwarzarbeit anrücken.
„Am Ende des Tages“, sagt Polizeihauptkommissarin Alexandra Koch, „stellen wir fest, dass diese Zusammenarbeit sinnvoll ist. Aber allzu oft können wir solche Aktionen nicht durchführen.“ Die Kontrolle, an der selbst Beamte der Hessischen Wasserschutzpolizei teilnehmen, um Erfahrungen zu sammeln, war seit Beginn des Jahres vorbereitet worden. Das war nötig aufgrund der Vielzahl an beteiligten Behörden.
Auch am Bahnhof Fulda gab es kürzlich Kontrollen. Im Rahmen des Waffenverbots am vergangenen Wochenende hat die Bundespolizei mehr als 80 Personen im Bahnhof Fulda kontrolliert. Ein Messer wurde dabei sichergestellt.
