VonAnja Laudschließen
Nach der EM-Diskussion um das „Zombieland“, soll das „Open Viertel“ am Samstag, 31. August, die positiven Seiten des Bahnhofsviertels in Frankfurt zeigen.
Frankfurt – In britischen Boulevard-Medien als „Zombieland“ geschmäht, in das sich ja nur kein Fußball-Fan hineintrauen solle, will das Bahnhofsviertel allen, die sich vom Gegenteil überzeugen lassen wollen, zeigen, dass es nicht nur viel besser ist als sein Ruf, sondern dass es viel Positives zu bieten hat. Am Samstag, 31. August, laden Gewerbetreibende, Institutionen und Vereine wieder gemeinsam zum „Open Viertel“ ein. Der Bahnhofsvierteltag, eine Nachfolge-Veranstaltung der beliebten Bahnhofsviertelnacht, feierte im vergangenen Jahr Premiere. Die Neuauflage in diesem Sommer stellten Wirtschaftsdezernentin Stephanie Wüst (FDP) und der Gewerbeverein Treffpunkt Bahnhofsviertel jetzt vor.
„,Open Viertel‘ ist aus der Mitte des Viertels heraus entstanden und richtet sich an alle, die Frankfurt und sein Bahnhofsviertel lieben und erkunden möchten“, sagt Stefanie Wüst. Und Eduard M. Singer, Leiter der Stabsstelle Stadtmarketing, die die Ausrichtung des Bahnhofsvierteltags finanziell unterstützt, ergänzt: „,Open Viertel‘ ist eine Plattform, um das Bahnhofsviertel bewusst neu wahrzunehmen.“
„Open Viertel“ in Frankfurt ist Nachfolger der beliebten Bahnhofsviertelnacht
„40 große und kleine Player im Bahnhofsviertel haben bereits ihre Teilnahme an ,Open Viertel‘ zugesagt“, sagt Babak Farahani, einer der Betreiber:innen des am Wiesenhüttenplatz gelegenen Kiosk Yok Yok Eden. Und obwohl der Anmeldeschluss vor einigen Tagen abgelaufen sei, rechne er damit, dass sich noch viel mehr an der Ausrichtung des Bahnhofsvierteltags beteiligen werden.
Veranstaltung
„Open Viertel“ , eine Nachfolge-Veranstaltung der beliebten Bahnhofsviertelnacht, wird am Samstag, 31. August, im Bahnhofsviertel vom frühen Nachmittag bis in die Nacht gefeiert.
Auf insgesamt fünf Bühnen wird Live-Musik unterschiedlichster Stilrichtungen zu hören sein, es wird Kunst und Kultur geboten, Flohmärkte laden zum Stöbern ein. Zudem werden Drinks und Streetfood serviert.
Das gesamte Programm und weitere Informationen zum „Open Viertel“ finden sich von Donnerstag, 1. August, online. lad
www.viertel.app
Auf insgesamt gleich fünf Bühnen auf Plätzen im Viertel, darunter auch auf dem Platz am gerade umgestalteten Kaisertor gegenüber dem Hauptbahnhof, werden Bands und Djs Musik machen – nicht nur elektronische, wie Besucher:innen im vergangenen Jahr kritisierten. „Es werden diesmal verschiedene Musikrichtungen zu hören sein“, verspricht Babak Farahani. Es wird wieder einen Mix aus Kunst, Kultur und Kulinarik geben. Auch zwei Flohmärkte sind geplant. Das gesamte Programm kann von 1. August an online abgerufen werden.
3500 Menschen leben im Frankfurter Bahnhofsviertel
Nazim Alemdar, Vorsitzender des Gewerbevereins und Eigentümer des Yok Yok Kiosk am Hauptbahnhof 6, lobt, dass Oberbürgermeister Mike Josef (SPD), Stephanie Wüst, andere Dezernent:innen sowie die Wirtschaftsförderung für die Belebung und Stärkung des Bahnhofsviertels, in dem 3500 Menschen leben und rund 23 000 Arbeitsplätze angesiedelt sind, viel getan hätten und dass auch in Zukunft tun würden. Er und seine Familie lebten bereits in dritter Generation im Bahnhofsviertel. „Ich wünsche mir, dass auch mein Enkel hier einmal schön und fröhlich leben und arbeiten kann“, sagt er.
Das „Open Viertel“ biete den Besucher:innen die Chance, die „Seele des Viertels“ zu erleben, nicht nur dass, was an der Oberfläche zu sehen sei, sagt James Ardinast, der unter anderem zusammen mit seinem Bruder David im Bahnhofsviertel das Restaurant Bar Shuka betreibt und Mitbegründer der Initiative Gastronomie Frankfurt ist. „Das Bahnhofsviertel ist der Stadtteil mit dem größten Chancenpotenzial in Frankfurt“, sagt er. Vor Ausbruch der Corona-Pandemie sei das Quartier eines der angesagtesten der Stadt gewesen. Nun sei wieder ein neuer „Vibe“ zu spüren.
Rubriklistenbild: © Renate Hoyer

