VonEike Zennerschließen
Zu den bundesweiten Bauernprotesten sind am Montagmorgen zahlreiche Traktoren-Konvois durch Hessen gerollt. Das Ziel: Wiesbaden.
Update von 15.07 Uhr: Mit lautem Hupen und vielen Transparenten haben Bauern am Montag in Hessen gegen die Sparpläne der Bundesregierung protestiert. Alleine in Wiesbaden zählte die Polizei insgesamt mehr als 2000 Fahrzeuge. Bei einer Sternfahrt durch Hessen waren sie in Konvois zu einer zentralen Demo bei der Staatskanzlei gefahren - auch aus Fulda.
„Angemeldet waren 1000 Traktoren“, sagte ein Polizeisprecher in der Landeshauptstadt. Weil mehr gekommen seien, habe die Polizei die geplanten Straßensperrungen in Wiesbaden ausgeweitet. Die Teilnehmer hatten mit ihren Fahrzeugen etwa auf der Autobahn 66 für Staus gesorgt.
Bauernproteste in Hessen: Große Sternfahrt nach Wiesbaden
Der hessische Bauernpräsident Karsten Schmal kritisierte vor der Staatskanzlei die geplante Streichung von Subventionen für die Branche. Dabei geht es vor allem um die Steuervergünstigung von Agrardiesel. Dass die Bundesregierung ihre Sparpläne teils zurückgenommen hat, reicht laut Schmal nicht aus: „Das Maß ist voll, das Fass läuft über.“ Die Landwirtschaft habe schon zuvor weitere Kürzungen hinnehmen müssen. Andere Branchen demonstrierten dagegen für mehr Geld oder gar eine 35-Stunden-Woche.
Erstmeldung vom 8. Januar, 12.17 Uhr: Wiesbaden/Fulda - Mit einer Sternfahrt in die Landeshauptstadt Wiesbaden wollen hessische Bauern ihrem Unmut über die Politik der Ampel Luft machen. Bereits am Morgen kamen erste Fahrzeuge in Wiesbaden an.
Zu der Sternfahrt hatten sich im Vorfeld unter anderem auch Teilnehmer aus Fulda angekündigt. Rund 40 Schlepper starteten gegen 2 Uhr. Der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes, Stefan Schneider, führt die Gruppe an. Er berichtet, dass nach dem Start an jeder Auffahrt weitere Fahrzeuge hinzugekommen seien. „Es war sehr beeindruckend“, so Schneider im Gespräch mit unserer Zeitung. Hunderte Traktoren beteiligen sich derweil an Protestaktionen im Kreis Fulda.
Die Sternfahrt nach Wiesbaden sei gut angelaufen, sagte am Vormittag auch eine Sprecherin des Hessischen Bauernverbands. In der Landeshauptstadt ist ab 12 Uhr eine Kundgebung vor der Staatskanzlei vorgesehen. Der Protest laufe in enger Absprache mit der Polizei, betonte die Sprecherin. Der Bauernverband distanziere sich ausdrücklich von radikalen Aktionen.
In Wiesbaden kommt es durch die Proteste zu erheblichen Verkehrsbehinderungen.
Der Deutsche Bauernverband hat zu einer Aktionswoche aufgerufen, um gegen die geplante Streichung von Subventionen für die Branche zu demonstrieren. Dabei geht es vor allem um die Steuervergünstigung von Agrardiesel. Dass die Bundesregierung ihre Sparpläne teilweise zurückgenommen hat, reicht dem Verband nicht aus. (mit dpa-Material)

