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Anlässlich seines 300. Geburtstag ist am Mittwoch eine Ausstellung zu Ehren des Künstlers Johann Andreas Herrlein eröffnet worden. Er gilt als bedeutender Maler der Barockzeit.
Fulda - Johann Andreas Herrlein gilt zusammen mit seinem Schwiegervater Emmanuel Wohlhaupter als bedeutendster Maler der Barockzeit in Fulda. Anlässlich seines 300. Geburtstages widmet ihm das Vonderau Museum am Jesuitenplatz nun eine Sonderausstellung. Diese wurde jetzt eröffnet – und stieß schon bei der Vernissage auf ungemein großes Interesse. Die Kapelle jedenfalls war voll besetzt, später drängten sich die Gäste im Ausstellungsraum im Erdgeschoss.
Bedeutender Maler der Barockzeit: Herrlein-Ausstellung in Fulda eröffnet
Dr. Frank Verse, der Leiter des Museums, sagte zur Begrüßung, dass die Schau „gerade noch rechtzeitig“ stattfinde. Denn Herrlein wurde am 10. Oktober 1723 geboren. Mitte der 1740er Jahre trat er in die Werkstatt von Wohlhaupter in Fulda ein, übernahm diese nach dessen Tod und wirkte ein halbes Jahrhundert in der Barockstadt. Verse dankte allen, die am Gelingen der Ausstellung beteiligt waren, auch den privaten Leihgebern. Vor allem aber Dr. Gregor Stasch, dem ehemaligen Museumsleiter, Herrlein-Experten und Kurator der Schau.
In seiner Einleitung zeichnete Stasch, der vor Kurzem in seiner kleinen Galerie am Simpliziusbrunnen schon einen Vorgeschmack auf die aktuelle Ausstellung gegeben hatte, den Weg des Künstlers nach. Zunächst als Werkstattmitarbeiter von Wohlhaupter emanzipierte der Maler sich im Laufe der Jahre als eigenständiger Künstler, arbeitete ohne Vorlagen für seine Gemälde - Wohlhaupter war da noch anders vorgegangen. Doch er musste sich auch in einer anderen, unruhigeren Zeit behaupten.
Der Siebenjährige Krieg brachte das Land fast an den Rand des Ruins, die Französische Revolution und die Aufklärung sorgten für einen ganz anderen Bildungsgrad und ein ganz anderes Selbstbewusstsein der Bürger. In deren Reihen Herrlein im Laufe seines Lebens aber auch eine neue Kundschaft fand, was natürlich auch zu neuen Motiven auf seinen Bildern führte. Genreszenen kamen hinzu, Landschaften als Symbol für Stimmungen, Porträts von Bürgern und ihren Familien, Marktszenen. Als er 1796 starb, endete die Hochzeit der Barockmalerei in Fulda.
Mit einer schönen Anekdote schloss Stasch seine Rede. 1991 hatte er schon einmal eine Herrlein-Ausstellung in Fulda kuratiert, mit Leihgaben unter anderem aus Prag. „Eine junges Mädchen brachte damals die Bilder hierher. Heute ist sie meine Frau.“ Musikalisch begleitete der Fuldaer Domorganist Prof. Hans-Jürgen Kaiser die Eröffnung. Er spielte an der Busek-Orgel Haydn, Beethoven, Pachelbel sowie drei eigene adventliche musikalische „Gedanken“.
Auf eine Medienstation zur Orgel sowie die Tatsache, dass in der Kapelle des Museums derzeit alle sechs bekannte Porträtmedaillons hängen, hatte Verse eingangs übrigens noch verwiesen. Die Ausstellung ist bis zum 17. März im Vonderau Museum zu sehen. Der Katalog kostet 25 Euro und ist im Imhof-Verlag erschienen.
Erst kürzlich wurde eine neue Ausstellung in Fulda eröffnet. Als einen „Ort der Hoffnung“ bezeichnete Kuratorin Susanne Walther die Ausstellung „Handlung als Skulptur Lygia Clark & Franz Erhard Walther“.

