Ausstellungseröffnung

Franz Erhard Walther aktiviert Werke von Lygia Clark - mit der Kunst Gewalt verhindern

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Als einen „Ort der Hoffnung“ bezeichnete Susanne Walther die Ausstellung „Handlung als Skulptur Lygia Clark & Franz Erhard Walther“ beim Eröffnungsempfang im Marmorsaal des Stadtschlosses in Fulda

Fulda - Begrüßt hatte der Leiter des Vonderau Museums in Fulda, Dr. Frank Verse, die Anwesenden und den Kuratorinnen Susanne Walther und Dr. Daniela Labra sowie Förderern der Ausstellung, darunter auch städtische Gremien, für ihren Einsatz gedankt.

Dort seien Werke aus Europa und Brasilien zusammengeführt worden, die von den Besuchern der Villa Walther aktiviert werden dürfen. „Anfassen erlaubt!“

Fulda: Franz Erhard Walther aktiviert Werke von Lygia Clark - neue Ausstellung

Susanne Walther stellte heraus, dass die Stücke des 1. Werksatzes von Franz Erhard Walther an vielen Orten der Welt aktiviert worden seien, aber kaum jemals in Fulda. Besucher hätten jetzt die Möglichkeit, diese Lücke zu schließen.

Es gehe bei der Hoffnung in Zeiten der Gewalt, der Zerstörung und des Hasses darum, dass Kunst Veränderungen auslösen könne. Es sei naiv davon auszugehen, dass sie die  Welt retten könne, aber jede Geste, jede Handlung und jeder Gedanke hinterlasse eine Spur.

Vermutlich hat außerhalb der Kunstwelt nie jemand von ihre gehört. Ich bin mir aber sicher, dass für sie ein Publikum zu gewinnen ist, auch in Fulda.

Franz Erhard Walther über die Bekanntheit von Lygia Clark 

Und gerade die Möglichkeit, das Miteinander der Bewegung und plastischer Formen zu erleben, beeinflusse das Bewusstsein, das am Anfang jeder Entscheidung stehe. Wenn jeder den gleichen Anteil an der Formgebung habe und den eigenen Körper im Gegenüber spiegele, entstehe ein Raum, in dem die Negation, die Vernichtungen des anderen, nicht mehr denkbar sei.

Bedeute sie doch die Vernichtung des Selbst. Die Kunst sei eine politische Kraft, weil sie die Freiheit repräsentiere, zitierte Susann Walther ihren Mann. Und diese Freiheit sei der Sockel der Hoffnung.

Die Kuratorin Daniela Labra betonte im Anschluss an Walthers Ausführungen, beide Künstler, Clark und Walther, seien Teil der Wahrnehmungsrevolution der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die traditionelle Arbeitsmodelle überwinden konnten. So sei Lygia Clarks Arbeit transversal und vielfältig im „ständigen Dalog mit einer konstruktiven Matrix“.

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Labra ging dann auf den Lebensweg der Künstlerin ein, die 1976, nachdem sie acht Jahre in Europa gelebt hatte, nach Brasilien zurückgekehrt sei. In Rio de Janeiro habe sie die letzte Phase ihrer künstlerischen Entwicklung mit der „Strukturierung des Selbst“ erreicht.

Nach intensiver Recherche stehen jetzt in Fulda viele Repliken von ihr und Franz Erhard Walther der Öffentlichkeit zur Verfügung. Mit einem Gang durch seine Werkgeschichte vor einem Filmteam in der Rhön und jetzt in der New Yorker Kunstszene begeisterte Franz Erhard Walther jüngst sein Publikum.

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