VonCaspar Felix Hoffmannschließen
Gefährliche Blindgänger aus dem Krieg machen immer wieder Schlagzeilen. Das wird vorerst auch so bleiben. In Hessen liegen zahlreiche Weltkriegsbomben im Boden.
Frankfurt – 78 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs liegen in Deutschland noch immer Zehntausende Blindgänger im Boden und tonnenweise Munition im Meer. Der Kriegsschrott stellt eine wachsende Gefahr dar. Rund 1,3 bis 1,4 Millionen Tonnen Bomben haben die britischen und amerikanischen Luftstreitkräfte im Zweiten Weltkrieg abgeworfen, erklärte ein Militärhistoriker der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Die Zahlen schwanken leicht. Die Gesamtzahl der Bomben lässt sich nicht ermitteln.
Weltkriegsbomben: Gesamtzahl lässt sich nicht ermitteln
Die meisten Bomben wogen weniger als eine Tonne, sodass die Gesamttonnage im hohen zweistelligen Millionenbereich liegt, so der Militärhistoriker. Der Anteil der Blindgänger wird je nach Bombentyp auf zehn bis zwanzig Prozent geschätzt. Der größte Teil der Blindgänger dürfte jedoch in den rund 80 Jahren seit Kriegsende beseitigt worden sein.
„Bombenkrieg“ in Hessen: Flächenbombardements zerstörten Städte wie Frankfurt
Als „Bombenkrieg“ gegen die städtischen Zentren des heutigen Bundeslandes Hessen werden die Luftangriffe der alliierten Streitkräfte zwischen 1942 und 1945 bezeichnet, die als Flächenbombardements insbesondere Kassel, Gießen, Hanau, Darmstadt, Wiesbaden, Frankfurt, Offenbach, Rüsselsheim, Dietzenbach, Fulda, Bensheim und Bad Vilbel trefen. Sie führten aber auch in zahlreichen anderen und kleineren Orten zu großflächigen Zerstörungen der innerstädtischen Bausubstanz und forderten Abertausende von Opfern, wie das Landesgeschichtliche Informationssystem Hessen erläutert.
Beim Regierungspräsidium Darmstadt (RP Darmstadt) ist der für ganz Hessen zuständige Kampfmittelräumdienst (KMRD) angesiedelt, so das RP Darmstadt. Der KMRD führt unter anderem Kampfmittelräumungen im Auftrag des Landes Hessen, von Kommunen, Privatpersonen und Bundesbehörden durch.
Die Entschärfung von Blindgängern durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst wird vom jeweiligen Bundesland bezahlt. Die Beseitigung alliierter Kampfmittel wird wiederum von den Ländern, die des Deutschen Reiches vom Bund als Rechtsnachfolger des „Dritten Reiches“ bezahlt. Schäden durch explodierte Blindgänger sind in der Regel durch Gebäude- und Hausratversicherungen abgedeckt. (cas)
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