Bundestagswahl

„Weiterhin auf der Suche“: Frankfurt braucht Wahlhelfende – Wer darf überhaupt mitmachen?

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Die vorgezogene Bundestagswahl stellt die Großstädte in Hessen vor Herausforderungen. Tausende Wahlhelfende werden benötigt, und die Suche läuft auf Hochtouren.

Frankfurt – Die Uhr tickt für die Kommunen: Die vorgezogene Bundestagswahl findet Ende Februar statt, nachdem die Ampel-Koalition gescheitert ist. Landesweit sind Tausende Wahlhelfende erforderlich. Schon jetzt haben sich viele Freiwillige gemeldet, doch die Suche geht weiter.

In Frankfurt, Hessens größter Stadt, haben sich innerhalb der ersten Woche nach Bekanntgabe des wahrscheinlichen Neuwahltermins bereits Hunderte von Interessent:innen gemeldet, so Stefan Köster vom Frankfurter Bürgeramt, Statistik und Wahlen. „Wir sind zum jetzigen Stand nicht unzufrieden, aber weiterhin auf der Suche.“ Frankfurt benötigt insgesamt etwa 4.600 Wahlhelfende.

Ohne Wahlhelfende gibt es keine Bundestagswahl. Die Suche nach Freiwilligen läuft. (Archivfoto)

In der Landeshauptstadt Wiesbaden werden durchschnittlich etwa 2.500 Wahlhelfende für eine Bundestagswahl benötigt. Genauere Angaben zur Anzahl der bisher gemeldeten Interessenten konnten noch nicht gemacht werden. Aber es sind bisher vergleichsweise mehr als bei anderen Wahlen, sagte Natalie Hörner, Leiterin des Wahlamts.

Viele „Stammwahlhelfer“ in Hanau

In Hanau haben sich bereits etwa 100 potenzielle Wahlhelfende gemeldet, die meisten davon sind „Stammwahlhelfer“, laut Stadtverwaltung. Eine große Herausforderung wird es sein, die Positionen des Wahlvorstehers und des Schriftführers sowie deren Stellvertretungen zu besetzen, da das Wahlbüro hier nicht auf „Neuwahlhelfer“ zurückgreifen kann, sondern Erfahrung benötigt wird, so die Stadt.

Insgesamt benötigt Hanau etwa 800 ehrenamtliche Wahlhelfende. „Das ist insbesondere bei einer vorgezogenen Wahl eine Herausforderung. Dennoch sind wir zuversichtlich, diese Aufgabe zu meistern“, sagte Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD).

Gießen hat mehr Bewerbungen als bei der Europawahl

In Gießen ist die Reaktion der bisherigen Wahlhelfende noch unklar, aber es gibt „einen sehr positiven und erstaunlichen Zulauf von Neubewerbern“, sagte eine Stadtsprecherin. Aktuell gibt es 260 neue Bewerbungen, die auf die Aufrufe in den sozialen Medien reagiert haben. „Damit sind wir jetzt schon bei der Gesamtzahl der Bewerbungen, die vor der Europawahl eingegangen sind. Das freut uns sehr. Wir werten dies als positives Zeichen zur Unterstützung der Demokratie.“

Die ersten Berufungen für Wahlvorsteher:innen und Stellvertreter:innen wurden letzte Woche verschickt, die anderen bisherigen Wahlhelfende werden nächste Woche angeschrieben. „Wir warten da auf die Rückmeldungen.“ Das Wahlteam in Gießen wird „im vollen Einsatz“ sein, auch während der Feiertage, wenn die Verwaltung geschlossen ist. „Das ist notwendig und gehört dazu“, sagte die Sprecherin.

Über 700 freiwillige Helfer melden sich in Kassel – 2100 werden wohl benötigt

In Kassel laufen die Vorbereitungen für die Bundestagswahl auf Hochtouren. «In kürzester Zeit haben sich bereits über 700 freiwillige Helferinnen und Helfer gemeldet, die die Wahlbehörde bei der Durchführung der Wahl tatkräftig unterstützen möchten», sagte eine Stadtsprecherin. Die hohe Zahl an Freiwilligen hat die Stadt sehr erfreut und zeigt die Bereitschaft der Kasseler Bevölkerung, den demokratischen Prozess aktiv zu unterstützen.

Neuwahlen im Februar

Kleinparteien in Hessen kämpfen gegen die Uhr

Für die Wahl in Kassel werden insgesamt etwa 2.100 ehrenamtliche Wahlhelfende benötigt. «Die bisher gemeldeten Freiwilligen können jedoch erst dann offiziell berufen werden, sobald der Bundespräsident den Wahltermin festgelegt und verkündet hat», erklärte die Sprecherin. Die Stadt sucht daher weiterhin intensiv nach Freiwilligen und freut sich über jede Unterstützung. Interessierte können sich auf der Webseite der Stadt anmelden.

Bei der Bundestagswahl 2025: Wer kann als Wahlhelfender mitmachen?

Wer kann als Wahlhelfender mitmachen? Grundsätzlich kann sich jeder engagieren, der das 18. Lebensjahr vollendet hat, die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt und seinen Wohnsitz oder dauerhaften Aufenthalt in Deutschland hat.

Laut Angaben der Stadt Frankfurt besteht in jedem Frankfurter Wahlraum ein Wahlvorstand aus bis zu neun Personen, die für einen ordnungsgemäßen Ablauf der Wahl sorgen sollen. Der Vorstand besteht aus dem Wahlvorsteher und dem Schriftführer, deren Stellvertretern und bis zu fünf weiteren Beisitzenden. «Alle Wahlvorstandsmitglieder sind zur unparteiischen Ausübung des Amtes und zur Verschwiegenheit verpflichtet», wurde mitgeteilt.

Sie überwachen unter anderem die Wahlurnen, führen das Wählerverzeichnis und stellen sicher, dass das Wahlgeheimnis gewahrt bleibt. Alle Mitglieder des Wahlvorstands sollten bei der Konstituierung des Wahlvorstands am Morgen und bei der Auszählung der Stimmen nach 18 Uhr anwesend sein. Tagsüber kann auch in Schichten gearbeitet werden, sagte Köster. Alle Mitglieder des Wahlvorstands erhalten eine Aufwandsentschädigung, deren Höhe sich nach der jeweiligen Funktion richtet. (esa/dpa)

Rubriklistenbild: © Andreas Arnold/dpa

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