VonJens Joachimschließen
Mehrere tausend Menschen gehen in Südhessen auf die Straßen und versammeln sich zu Kundgebungen und nehmen an antifaschistischen Demonstrationszügen teil.
Unter dem Motto „Hand in Hand – gegen den Rechtsruck! Wir sind die Brandmauer!“ sind nach Angaben der Polizei am Samstag rund 4000 Menschen in der Darmstädter Innenstadt friedlich auf die Straße gegangen.
Zu der antifaschistischen Demonstration hatte das „Bündnis gegen Rechts Darmstadt“ aufgerufen, das von einem „großen zivilgesellschaftlichen Protest“ mit mehr als 5000 Teilnehmenden sprach.
Tausende beteiligen sich an Demonstration gegen rechts in Darmstadt
Auch Bürgermeisterin Barbara Akdeniz und Stadtverordnetenvorsteher Yücel Akdeniz (beide Grüne) liefen mit. An dem bunten Protest beteiligte sich auch mindestens eine linksextremistische Gruppierung, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Protestiert wurde „gegen die AfD und ihre Wegbereiter:innen in Darmstadt“.
Nach einer Auftaktkundgebung auf dem Friedensplatz zog der Demonstrationszug über die Zeughausstraße zur „Arkade der Grundrechte“ vor dem Justizzentrum am Mathildenplatz. Weiter ging es über die Bleichstraße, vorbei an der CDU-Geschäftsstelle am Steubenplatz in Richtung DGB-Haus und über die Rheinstraße und den Luisenplatz wieder zum Friedensplatz, wo die Abschlusskundgebung stattfand.
Bündnis gegen Rechts Darmstadt: „Zeit des Handelns ist gekommen“
Das „Bündnis gegen Rechts Darmstadt“ eröffnete die Veranstaltung. „Wir lassen uns nicht aufteilen in Menschen, die ins widerwärtige Weltbild der Faschist:innen passen – und die, die es nicht tun. Darmstadt ist bunt, alte und neue Nazis treffen hier auf Widerstand!“, lautete die Botschaft des Bündnisses, dem auch der Arbeitskreis ehemalige Synagoge Pfungstadt, Attac Darmstadt, das Demokratische Gesellschaftszentrum der Kurdinnen in Darmstadt, mehrere Gewerkschaften, der Darmstädter Kreisverband und die Stadtverordnetenfraktion der Linken, die Grüne Jugend Darmstadt-Dieburg sowie die Interventionistische Linke, die Jusos, die Linksjugend und die SPD in Darmstdt sowie weitere linke und sozialistische Gruppierungen angehören.
Angelika Schröder vom Bündnis gegen Rechts Darmstadt äußerte, die Darmstädter Zivilgesellschaft habe „erneut ein deutliches Zeichen gegen rechts gesetzt und klar gemacht, dass ein weiter so nicht unwidersprochen bleibt“. Jetzt sei „die Zeit des Handelns gekommen – für ein solidarisches Miteinander und gegen die Ausgrenzungspolitik“.
Demonstration in Darmstadt: „Alle zusammen gegen den Faschismus!“
Es sei nun „ an der Zeit, dass den Reden der Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft endlich Taten folgen“ Schröder fordert: „Schluss mit der Diskursverschiebung nach rechts. Schluss mit der Übernahme von rechtem Populismus. Schluss mit strukturellem Rassismus. Alle zusammen gegen den Faschismus!“,
In Groß-Gerau beteiligten sich mehr als 1000 Menschen an einer Mahnwache und einer Kundgebung auf dem Sandböhlplatz sowie einem Demonstrationszug durch die Groß-Gerauer Innenstadt. Als Veranstalter der Kundgebung fungierte das Bündnis für Demokratie, Vielfalt und Frieden. Das Motto lautete „Wir stehen auf gegen Faschismus – Wir sagen nein zur AfD!“
Mehr zum Thema: An einer ersten Demonstration gegen die AfD in Darmstadt nach dem Geheimtreffen in Potsdam unter dem Motto „Es reicht! Gegen die AfD und den völkischen Wahnsinn!“ beteiligten sich am 11. Januar mehr als 500 Menschen beteiligt. Anderthalb Wochen später nahmen am Dienstag, 23. Januar, rund 17 000 Menschen in der Darmstädter Innenstadt an einer Kundgebung gegen Faschismus auf dem Darmstädter Karolinenplatz teil.




