Open Flair Eschwege 2024

Open Flair: Foodsharing auf dem Campingplatz sammelt Lebensmittel

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Abgeben oder mitnehmen: Am Foodsharing-Stand der Initiatorinnen Lisa Uhlich (links) und Lisa Görlich werden Lebensmittel der Flair-Camper gesammelt und wieder verteilt.
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Nach dem Campen beim Open Flair in Eschwege bleibt bei vielen Fans Verpflegung übrig. Das Foodsharing sammelt diese Lebensmittel - und ist gewachsen.

Eschwege – Dosenravioli, Grillzeug oder Gemüse und Früchte – für die Tage auf dem Campingplatz decken sich viele der Flair-Besucher ein. Doch wohin mit dem, was nicht gegessen wird? Dafür gibt es den Foodsharing-Stand auf dem Campingplatz, direkt neben der halbrund geformten Foodarea. Lisa Görlich und Lisa Uhlich sind die beiden Initiatorinnen hinter der Lebensmittelrettung – sie haben sich 2018 auf dem Flair kennengelernt.

„Über 50 Prozent der noch essbaren Lebensmittel, die im Müll landen, fallen im Privathaushalt an“, sagt Lisa Görlich. „Dazu gehört auch das, was auf dem Flair-Campingplatz weggeworfen wird.“ Insgesamt werden in Deutschland pro Jahr rund 11 Millionen Tonnen noch essbare Lebensmittel entsorgt. Deswegen haben sich Lisa und Lisa entschlossen, ihre Idee den Flair-Organisatoren vorzuschlagen, was den Verantwortlichen sofort gefiel. „Wir haben unser Konzept vorgeschlagen und wurden vom Open Flair direkt unterstützt“, sagt Lisa Uhlich. „Seitdem bauen wir unseren Stand weiter aus und werden immer professioneller.“

Anfangs war es nur ein kleines Team von Freiwilligen, das den Foodsharing-Stand betreute. Mittlerweile ist die Crew um die beiden Lisas auf 15 Helfer angewachsen. Die Lebensmittelretterinnen und -retter sammeln jedoch nicht nur, sondern bieten Besucherinnen und Besuchern auch die Möglichkeit, kostenlos Lebensmittel mitzunehmen. „Es passiert alles ohne Gegenleistung, die Leute müssen also nichts abgeben, wenn sie sich Lebensmittel von uns mitnehmen wollen“, sagt Lisa Görlich, während sie einem Festivalbesucher eine frische Nektarine gibt. „Jeder kann zu uns kommen und sich entweder etwas mitnehmen oder abgeben.“ Besonders beliebt bei den Flair-Campern seien Früchte und Gemüse, so Lisa Uhlich. „Die sind gut zum Snacken, aber auch alles Mögliche an Konserven und Grillgut wird gerne genommen.“ Um die Lebensmittel vor dem Verderben zu schützen, hat das Foodsharing-Team mehrere Kühlschränke im Stand mit dabei.

Die meisten der Lebensmittel werden am Festivalsonntag und -montag abgegeben, wenn die Besucherinnen und Besucher die Heimreise antreten. Doch was passiert mit den Nahrungsmitteln, die am Ende keiner mehr mitnimmt? „Wir kooperieren unter anderem mit der Tafel Eschwege“, sagt Lisa Görlich. „Dort werden alle Lebensmittel nach dem Ende des Festivals hingebracht, die verschlossen sind, aber auch Obst und Gemüse können wir abgeben.“ Die Foodsharing-Initiative ist in ganz Deutschland aktiv und hat rund 150.000 Mitglieder. Wenn gerade kein Festival ansteht, retten Lisa und Lisa auch Lebensmittel von Kooperationspartnern wie etwa Supermärkten, Hotels und Kantinen. Ziel sei es, das Foodsharing-Netzwerk auszubauen, so Lisa Uhlich. Und das funktioniere auf dem Open Flair bereits sehr gut: „Immer mehr Leute wissen von uns und wir bekommen echt positive Rückmeldungen der Festival-Gäste.“ (Marius Gogolla)

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