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Vom 17. bis 20. Juli zieht der Christopher Street Day ans Mainufer. Mit mehr Platz, neuen Ideen und einer großen Demo setzt die queere Community ein Zeichen für Toleranz.
Frankfurt - Der Christopher Street Day (CSD) in Frankfurt zieht in diesem Jahr an das Mainufer und wird zwischen dem Eisernen Steg und der Untermainbrücke gefeiert. Die Veranstaltung findet vom 17. bis 20. Juli statt und bietet mit dem neuen Standort mehr Platz und neue Möglichkeiten.
Der Umzug wurde vom Vorstand des Vereins CSD Frankfurt einstimmig beschlossen, da der bisherige Veranstaltungsort an der Konstablerwache räumlich begrenzt war. „Wir befinden uns nun unweit unseres Eisernen Stegs, an dem die dort angebrachten Schlösser sich liebender Menschen ein unmissverständliches und ewig währendes Beispiel dafür sind, dass Liebe die stärkste Kraft ist“, schreibt Sprecher des Vereins Sebastian Reggentin im Vorwort des diesjährigen Pride-Guides.
Der CSD erinnert an eine Polizei-Razzia von 1969 in einer Bar in der New Yorker Christopher Street, die sich gezielt gegen queere Menschen richtete. Die anschließenden Proteste der Community wurden zum Symbol für Vielfalt und Gleichberechtigung.
„Frankfurt ist laut“: Das dreitägige Festival für Vielfalt beginnt
Das diesjährige Motto des 33. Frankfurter CSD lautet: „Nie wieder still – Frankfurt ist laut“. Der Frankfurter CSD ist mehr als eine Demonstration, es ist ein dreitägiges „Festival, das ganz im Zeichen von Vielfalt, Toleranz und der Rechte von LGBTQIA+ Menschen steht“, so die Veranstalter auf ihrer Internetseite.
Die Feierlichkeiten beginnen am Donnerstagabend mit einem musikalischen Auftakt, einem Filmgespräch und einem Open-Air-Kino. Gezeigt wird die romantische Komödie „What a Feeling“.
Der Demotag in Frankfurt in Bildern: 15.000 Menschen gegen Rechtsextremismus auf der Straße




Am Samstag, dem 19. Juli, beginnt um 9 Uhr beginnt die Aufstellung zur Demonstration. Um 11:30 Uhr folgt eine Kundgebung auf dem Römerberg, bei der auch die Regenbogenflagge gehisst wird. Mit dabei sind prominente Redner*innen, darunter die Komikerin und Schauspielerin Enissa Amani, die Hessische Ministerin für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales Heike Hofmann und weitere Gäste. Die Demonstration setzt sich anschließend um 12:30 Uhr in Bewegung und führt vom Römerberg bis zur Alten Brücke beziehungsweise zum Schaumainkai, wo Fahrzeuge aufgestellt werden.
Drei Bühnen, Familienbereich und ein „Basar der Vielfalt“
Am Mainufer erwartet die Besucher*innen über das Wochenende ein abwechslungsreiches Programm auf drei Bühnen mit Musik- und Kulturbeiträgen. Durch den Umzug an die neue Location verwandelt sich die Infostraße am Mainkai – beginnend gegenüber dem Historischen Museum – laut den Veranstalter*innen in einen „Basar der Vielfalt“. Hier präsentieren sich Vereine, Gruppen, Initiativen und Verkaufsstände aus der queeren Community aus Frankfurt und ganz Europa. Neu in diesem Jahr ist ein Familienbereich gegenüber dem Historischen Museum sowie ein bewachter Fahrradstellplatz.
Trotz aller Vorfreude auf das Event ist die Stimmung in diesem Jahr vielerorts von Sicherheitsbedenken geprägt. Angriffe auf queere Menschen und Bedrohungen im Kontext von Veranstaltungen wie dem CSD deutschlandweit werfen einen Schatten auf die Feierlichkeiten. Doch gerade wegen dieser Feindseligkeit „ist es uns ein besonderes Anliegen und unsere Pflicht, einen möglichst großen und vor allem angemessenen Safe Space zu schaffen, indem sich möglichst alle Menschen wohlfühlen können und dürfen“, betont Vereinssprecher Reggentin.
Auf der Veranstaltung stehen auch sogenannte „Awareness Points“ zur Verfügung. Dort können sich Besucher*innen melden, wenn es ihnen nicht gut geht oder sie Diskriminierungen oder Grenzüberschreitungen erlebt haben. Außerdem sind mobile Awareness-Teams auf dem Fest unterwegs.
Rubriklistenbild: © Monika Müller
