VonJohannes Rützelschließen
Das Werk der Daimler Truck AG in Kassel erwartet ein Rekordjahr, was die produzierte Anzahl der Achsen für Mercedes Benz und Daimler angeht.
Kassel – „Wir sind auf dem Weg zum Rekordjahr“, sagt Frank Lehmann beim Pressegespräch nach der Betriebsversammlung des Daimler Truck Werks zufrieden. 2023 werden deutlich über 500.000 Achsen das Werk verlassen haben, prognostiziert er. Für den Standortverantwortlichen war es nach sechs Jahren als Chef in Kassel die letzte Betriebsversammlung.
Zum Abschied gab es von der Belegschaft stehende Ovationen und ein Fußballtrikot mit der Nummer 69 – der internen Kennnummer für das Daimler-Werk Kassel.
Für die nächsten drei Jahre geht Frank Lehmann, aus heutiger Perspektive, wie er betont, von einem stabilen Geschäft und konstanter Beschäftigung aus. Ab Anfang 2024 wird Personalleiter Hauke Schuler die Standortleitung übernehmen, Frank Lehmann geht Anfang Februar in den Ruhestand.
Neuer Standortleiter bei Daimler Truck in Kassel: Ab 2024 Hauke Schuler
„Wir sind mitten drin in der Transformation“, sagt Hauke Schuler. Derzeit werde in Kassel schon am Nachfolger des dieses Jahr vorgestellten eActros 600 gearbeitet, auch an dessen Nachfolger wiederum sei man schon beteiligt. Dementsprechend werde auch das Werk umgebaut: Aus einer Versandhalle wird eine Produktionshalle für E-Antriebssysteme.
Die sind mit bis zu 400 Einzelteilen etwa fünfmal komplexer als konventionelle Achsen. Die Montagezeiten werden in Zukunft steigen – für die Einzelteile wird ein automatisiertes Lager gebaut.
Dass die Montage aufwendiger wird, werde den Rückgang der konventionellen Achsen ein Stück weit kompensieren, sagt Frank Lehmann. „Das ist für unseren Standort sehr wichtig“, pflichtet ihm Hauke Schuler bei. Mit Belegschaft und Betriebsrat wolle er weiter so gut wie bisher kooperieren.
Standortleiter Frank Lehmann geht in den Ruhestand
Frank Lehmann hat das Werk durch bewegte Zeiten geführt. Ab 2020 durch die Covid-Pandemie, dieses Frühjahr organisierte die Belegschaft Hilfe für die Erdbeben-Opfer in der Türkei und Syrien, der Hagelsturm im Juni traf die Werkshallen und zuletzt legte ein Weltkriegs-Bombenfund den Betrieb im Mittelfeld lahm. Dass die Mitarbeiter hochflexibel arbeiten, das mache den Standort stark, betont Betriebsratsvorsitzender Jörg Lorz.
Ein Highlight war für Daimler die Präsentation der Zugmaschine eActros 600 im Oktober. „Das ist das Flaggschiff des Konzerns und macht die Belegschaft stolz“, sagt Frank Lehmann. 500 Kilometer schafft der E-Lkw, auch weil in ihm ein verbrauchsarmer Antrieb aus Kassel stecke, ergänzt Jörg Lorz.
Beide rechnen damit, dass hier die Stückzahlen steigen werden, betonen aber auch, dass der Ausbau von Ladeinfrastruktur und Förderprogrammen für den Aufbau des Marktes entscheidend sein werden. Ab Anfang 2024 geht Daimler voran und werde bestimmte Routen in der konzerneigenen Logistik auf E-Lkw umstellen. (Johannes Rützel)
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