Hausbesetzung

Dondorf-Druckerei besetzt – Räumung rückt wohl näher

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Die frühere Dondorf-Druckerei im Frankfurter Stadtteil Bockenheim ist seit Samstag besetzt.
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Die Goethe-Uni hat kurz nach Besetzung der früheren Dondorf-Druckerei in Frankfurt Strafantrag gestellt. Das hat sie jetzt betont. Die Besetzer beklagen mangelnde Dialogbereitschaft.

Frankfurt - Nach der erneuten Besetzung der früheren Dondorf-Druckerei im Frankfurter Stadtteil Bockenheim am Samstagnachmittag ist keine Annäherung in Sicht; dagegen wird eine rasche Räumung immer wahrscheinlicher.

Das Präsidium der Goethe-Universität teilte am Montagnachmittag mit, dass bereits kurz nach der Besetzung ein Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs gestellt worden sei – und forderte die Besetzer:innen erneut auf, „das Gebäude umgehend zu verlassen“. Das Präsidium stehe in engem Austausch mit dem Land als Eigentümerin der Liegenschaft, hieß es weiter.

Linke im Römer appelliert an Uni Frankfurt, nicht zu räumen

Die Initiative „Die Druckerei“ hatte der Uni-Leitung zuvor bereits mangelnde Gesprächsbereitschaft vorgeworfen. Gleichzeitig beklagte sie, der Zustand des Gebäudes habe sich in den vergangenen Monaten massiv verschlechtert. Sie habe ein „völlig vermülltes Haus“ vorgefunden. Sie hatte das Haus bereits im Juni besetzt, um zu verhindern, dass das Backsteingebäude abgerissen und vom Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik (MPI) durch einen Neubau ersetzt wird.

Die Linke im Römer unterstützte die Besetzung der Immobilie am Montag ausdrücklich und forderte die Universität auf, „unbedingt von einer Räumung abzusehen“. Landes- und Stadtregierung müssten in Verhandlungen mit der Initiative gehen.

Stadtrat Gwechenberger wirbt für Erhalt des Gebäudes plus ergänzenden Neubau

Das MPI wollte sich am Montag nicht näher zu der Besetzung und den Plänen für das Gelände äußern. Ein Sprecher verwies auf laufende Gespräche mit der Stadt, dem Land und der Max-Planck-Gesellschaft, die sehr produktiv seien. Ein Ergebnis gebe es aber noch nicht.

Planungsdezernent Marcus Gwechenberger (SPD) will mit einem runden Tisch versuchen, eine Lösung für den Erhalt der früheren Druckerei zu erzielen. Er schlug am Montag im Gespräch mit der FR vor, diese um einen Neubau zu ergänzen. Der Stadtrat betonte, er habe auch mit anderen Akteuren Gespräche geführt, etwa der Initiative „Die Druckerei“. Den von der Gruppe gesehenen Bedarf an nicht kommerziell genutzten Räumen im Umfeld sehe er durchaus. Es gehe nun darum, dafür andere Orte im Bereich des Kulturcampus auszumachen. (Christoph Manus)

Die frühere Druckerei Dondorf in Frankfurt ist am Samstag, 9. Dezember, erneut besetzt worden.

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