Schieflage von Signa

Galeria ist wieder insolvent – Neuerliches Zittern um Jobs in Frankfurt

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Galeria Karstadt Kaufhof könnte noch diese Woche ihre dritte Insolvenz verkünden. Was heißt das für die Gießener Filiale?
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Galeria Karstadt Kaufhof hat wieder Insolvenz angemeldet. Das könnte Folgen für die einzige verbliebene Frankfurter Filiale an der Hauptwache haben.

Update von Dienstag, 9. Januar, 12.48 Uhr: Nun ist es offiziell: Die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) hat einen Insolvenzantrag gestellt. Das teilte das Unternehmen am Dienstag (9. Januar) in Essen mit. Der Chef von GKK will eine Zukunft für Galeria, man suche schon nach einem neuen Eigentümer, heißt es.

Hintergrund der mittlerweile dritten Insolvenz von GKK ist die Schieflage des Mutterkonzerns Signa. In den vergangenen Wochen hatten mehrere Unternehmen aus der Signa-Gruppe Insolvenz angemeldet – darunter die Firma, zu der GKK gehört. Sie hatte Ende November angekündigt, ihr Geschäft geordnet abzuwickeln, was einen Verkauf von GKK bedeutet.

Nach der vorherigen Insolvenz hatte GKK etwa 40 Filialen geschlossen. Die letzten 18 davon werden noch im laufenden Januar schließen. Aktuell betreibt Galeria noch 92 Warenhäuser und beschäftigt mehr als 15.000 Menschen. Ob nun weitere Filialen geschlossen werden und vor allem welche, ist noch nicht bekannt. Ein Insider soll der Süddeutschen Zeitung gesagt haben, dass „vor allem die schwächsten zehn bis 20 Häuser um ihre Existenz bangen müssen“. Welche genau das sind, war nicht bekannt.

Was heißt das für Gießen? Insolvenz von Galeria Karstadt Kaufhof entschieden

In Frankfurt dürfte das für Unruhe vor allem unter den Angestellten der verbliebenen Galeria-Filiale an der Hauptwache sorgen. Sie wurde bei der vorherigen Insolvenz nicht geschlossen, wohl aber das frühere Karstadt-Haus auf der Zeil.

Erstmeldung von Montag, 8. Januar, 19.15 Uhr: Frankfurt/Gießen – Die dritte Insolvenz in vier Jahren? Das könnte dem Unternehmen Galeria Karstadt Kaufhof noch diese Woche bevorstehen. Medienberichten zufolge könnte das Unternehmen am Dienstag, 9. Januar, erneut Insolvenz anmelden. Diesmal liegt es an der Insolvenz der Dachgesellschaft Signa Holding, die Galeria übernommen hatte. Signa Holding hatte sich verpflichtet, 200 Millionen Euro in Galeria zu stecken. Ob dieses Geld noch fließt, ist nun fraglich.

Nur noch eine Filiale von Galeria an der Hauptwache Frankfurt

Was heißt das für die Standorte in Hessen? In Frankfurt ist die Galeria-Filiale an der Hauptwache noch geöffnet. Das Karstadt-Haus auf der Zeil, in dem zuletzt die Galeria Frankfurt Zeil war, hat sich verändert: Es schloss Ende Juni 2023, dort gibt es seit dem 7. Dezember 2023 ein Geschäft der Modekette Aachener. Der Mietvertrag hat nach Angaben des Vermieters eine Laufzeit bis Ende 2025

In Hanau wird das Galeria-Kaufhaus zum Ende Januar 2024 geschlossen, dort will sich die Stadt einbringen, um einen längeren Leerstand zu verhindern. In Darmstadt schließt die Filiale am Weißen Turm ebenfalls Ende Januar. In Offenbach steht der ehemalige Kaufhof bereits leer, dort will die Stadt ein neues Konzept entwickeln. In Wiesbaden hat die Filiale in der Kirchgasse geschlossen.

Galeria in Frankfurt, Hanau, Offenbach und Darmstadt

Dort war der Belegschaft im März verkündet worden, dass die Filiale in unmittelbarer Nähe zum Elefantenklo bleibt. Dennoch mussten zehn Mitarbeitende gehen, da das Restaurant im zweiten Obergeschoss zum 30. Juni schloss. Stattdessen gab es dort einen Pop-Up-Store mit Unikaten von heimischen Künstlern und Hobbyhändlern.

Im September 2023 warnte der Geschäftsführer die Gießener Galeria-Filiale noch vor den Folgen des Verkehrsversuchs für die Filiale, sprach von einem Schaden in Millionenhöhe. Zumindest der Faktor Verkehrsversuch ist mittlerweile Geschichte. Ob mit der erneuten Insolvenz nun wieder Filialschließungen im Raum stehen, ist noch unklar.

Betriebsrat von Galeria meint: Warenhäuser haben Zukunft

Der Betriebsrat von Galeria Karstadt Kaufhof meint, die Warenhäuser seien zukunftsfähig – wenn sich nun ein neuer Eigentümer finde, der „ebenso wie wir ein Interesse daran hat, dass es Galeria gut geht“, sagte Betriebsratschef Jürgen Ettl der Wirtschaftswoche.

Der Warenhausriese Galeria rechnet auch für das Geschäftsjahr 2023/24 mit einem Verlust. Galeria erwarte „ein Jahresergebnis im unteren negativen zweistelligen Millionenbereich“, heißt es im zum Jahreswechsel im Bundesanzeiger veröffentlichten Abschluss des Geschäftsjahres zum 30. September 2022. Beim operativen Ertrag (EBITDA) prognostiziert der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr ein positives Ergebnis im „mittleren zweistelligen Millionenbereich“. (Anna Kirschner)

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