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Der lange angekündigte Department Store hat nun im früheren Karstadt-Haus an der Zeil in Frankfurt geöffnet. Bisher beschränkt sich die Verkaufsfläche allerdings auf das Erdgeschoss.
Frankfurt - Trotz Insolvenzverfahrens hat das Modehaus Aachener jetzt, Wochen nach Beginn des Weihnachtsgeschäft, im früheren Karstadt-Gebäude an der Frankfurter Zeil doch noch den seit Monaten angekündigten „Aachener Department Store“ eröffnet. Seit Donnerstag gibt es dort Mode von Marken wie Esprit, s.Oliver und Tom Tailor zu kaufen, aber auch etwa Sportartikel. Die Verkaufsfläche beschränkt sich, zumindest bisher, allerdings auf das Erdgeschoss, das das Unternehmen zunächst für einen Sonderverkauf von Fahrrädern, Sport- und Outdoorartikeln nutzte.
Aachener wirbt schon vor Weihnachten mit Rabatten – 50 Prozent auf Sportartikel, 30 Prozent auf Modeartikel, 20 Prozent auf Wäsche, Handtaschen, Accessoires. Im Untergeschoss gibt es weiterhin einen Asia-Markt.
Zeil in Frankfurt: Pläne für Warenhaus im früheren Karstadt waren viel größer
Eigentlich hätte das Warenhaus rechtzeitig vor Beginn der umsatzstärksten Zeit im Einzelhandel eröffnen sollen. Im August hatte sich der damalige Geschäftsführer des Modehauses Aachener, Friedrich-Wilhelm Göbel, im Gespräch mit der FR noch zuversichtlich gezeigt, dass es Ende September oder Anfang Oktober soweit sei. Damals war noch von einer großen Verkaufsfläche und einem breiten Warenhaussortiment aus Mode, Sportartikeln, Schmuck und Uhren, Parfüms, Spielwaren, Haushaltswaren, Heimtextilien und Reisebedarf die Rede. Der Personalbestand sollte sogar ausgebaut werden.
Doch dann gab es immer spärlichere Informationen. Anfang November tauchte Göbel, der per Haftbefehl gesucht wird, unter, wurde kurz darauf als Geschäftsführer abberufen. Ende November stellte das Unternehmen TEH Textilhandel, zu dem Aachener gehört, einen Insolvenzantrag.
Handelsverband: In oberen Geschossen an der Zeil bald auch noch Handelsfläche
Wie es nun genau weitergeht, ist unklar. Offenbar gibt es aber zumindest Hoffnung, dass der Geschäftsbetrieb im bis Juni von Galeria genutzten Haus fortgesetzt wird. Der vorläufige Insolvenzverwalter von TEH Textilhandel, Christoph Schulte-Kaubrügger, teilte am Dienstag mit, es sei der Geschäftsleitung und den Beschäftigten „erfreulicherweise gelungen, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und ordnungsgemäß fortzusetzen“. Die Geschäfte liefen „gut / plangemäß; wir erwarten weiter positive Ergebnisse in den nächsten Monaten“.
Joachim Stoll, Vizepräsident des Handelsverbands Hessen, äußerte sich am Dienstag positiv zum Neuanfang im früheren Karstadt-Haus. Auch eine Interimslösung sei besser als Leerstand. Entscheidend sei, dass das Erdgeschoss nun zunächst weiterhin genutzt werde. In den oberen Geschossen der Häuser an der Zeil werde es künftig auch sonst kaum noch Handelsflächen geben.
Weiterhin unklar ist auch die Zukunft des verbliebenen Galeria-Warenhauses an der Hauptwache. Dieses wurde zwar erst vor gut zwei Jahren erneuert und als „Weltstadthaus“ neu eröffnet. Doch nach der Insolvenz der Signa Holding wächst die Furcht vor erneuten Schließungen von Galeria-Häusern. Für ein Warenhaus dieses Formats sei auch weiterhin Platz in der Frankfurter Innenstadt, sagte Stoll der Frankfurter Rundschau. Er hoffe sehr, dass dieses erhalten bleibe. (Christoph Manus/Kathrin Rosendorff)

