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Brandgefahr durch Dürre: Natur leidet trotz Wasservorräten – Landwirte besorgt

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Nachdem der Wald in Stadt und Landkreis Kassel über den Herbst und Winter aufatmen konnte, droht ihm jetzt wieder extreme Dürre. Der Regenmangel bereitet auch den Landwirten Sorge.

Kassel/Kreis Kassel – Zwar sind die Wasservorräte in den tieferen Bodenschichten durch Niederschläge während der kalten Jahreszeit noch einigermaßen aufgefüllt, insbesondere für junge Bäume war es zuletzt aber viel zu trocken. Außerdem besteht Waldbrandgefahr. Dass es im März und April bisher kaum geregnet hat, macht auch Landwirten und Gärtnern zu schaffen.

Feuchtigkeit im April ist für die Wälder der Region äußerst wichtig.

In der kommenden Woche soll es endlich feuchter werden. Das habe der Wald bitter nötig, sagt Dagmar Löffler vom Forstamt Wolfhagen, die gleichzeitig Revierförsterin in Kirchditmold ist. In 25 Zentimetern Bodentiefe – dort, wo junge Bäume wurzeln – herrsche jetzt schon extreme Dürre. „In 1,80 Zentimetern Tiefe ist es bislang nur ungewöhnlich trocken. Das könnte sich aber schnell verschärfen, wenn nicht bald etwas passiert“, sagt die Försterin.

Wald in Stadt und Kreis Kassel droht extreme Dürre

Unwetterartigen Regen könne der trockene Boden gar nicht aufnehmen. Eine gute Verteilung der Niederschläge sei wichtig, werde aber immer seltener. Dürre und Hitze aufgrund des Klimawandels haben Schädlingsbefall zur Folge. Die Forstleute müssen sich mit nie da gewesenen Herausforderungen beschäftigen.

Auch die Landwirte in der Region sind aufgrund des Regenmangels in Sorge. Dazu Lorenz Dilling, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes: „Die Trockenheit ist zunächst gut gewesen für die Feldarbeiten wie der Aussaat des Sommergetreides und der Frühjahrsdüngung.“ Bei solchen Bedingungen seien die Felder mit den Landmaschinen gut befahrbar und es bestehe keine Gefahr von Schäden durch Bodenverdichtungen. „Doch für das Keimen von Getreide und Zuckerrüben ist jetzt mehr Bodenfeuchtigkeit wichtig. Es wird Zeit, dass es wieder regnet.“

März war so warm wie nie zuvor

Laut EU-Klimadienst war der März in Europa so warm wie keiner zuvor seit Beginn der Messungen. Die globale Durchschnittstemperatur lag mehr als 1,5 Grad über dem vorindustriellen Niveau. Beim Wassersparen sollte man es trotzdem nicht übertreiben, sagen Experten. Wenn Wasserleitungen nicht ausgelastet sind, müssen Versorger spülen. Laut dem Umweltbundesamt können sich Keime sonst besser vermehren.

Sowohl für das Wachstum der jungen Pflanzen als auch für einen guten Aufwuchs des Wintergetreides werde dringend Wasser benötigt. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass die Pflanzen geschädigt würden.

In den Kasseler Parkanlagen wie der Karlsaue hat man ebenfalls mit der Trockenheit zu kämpfen. Gärtnermeister Thomas Huck berichtet: „Jeder neu gepflanzte Baum bekommt bei uns pro Woche 120 Liter Wasser.“ Dies dürfe derzeit noch aus den umliegenden Gewässern und aus Zisternen entnommen werden. Einzelne große Buchen, die den historischen Parkcharakter ausmachen, würde das Team sogar nach Bedarf mit einem 3000-Liter-Fass bewässern. „Wir alle wünschen uns, dass es bei der Wetterprognose für die nächste Woche bleibt.“ (Bea Ricken und Daria Neu)

Rubriklistenbild: © Thon, Antje

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