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Edgar Franke (SPD) kündigt sein Ende in der Politik an: Mit Beginn der nächsten Legislaturperiode will sich der Gudensberger aus der Politik zurückziehen.
Gudensberg/Berlin - Er hatte es bereits angekündigt, nun lässt er seinen Worten Taten folgen: Seit 2009 ist Dr. Edgar Franke SPD-Bundestagsabgeordneter im Wahlkreis Schwalm-Eder/Frankenberg – Mit Beginn der nächsten Legislaturperiode wird sich Franke aus dem politischen Geschäft zurückziehen. Das kündigte er in einem sehr persönlichen Brief an die SPD-Mitglieder an.
Bundestagsabgeordneter Edgar Franke (SPD) aus Gudensberg hört in der Politik auf
„Mit Beginn der nächsten Legislaturperiode werde ich 66 Jahre alt sein. Das bedeutet für mich: 50 Jahre Mitgliedschaft und ehrenamtliches Engagement in der SPD sowie 26 Jahre hauptamtliche Politik. Das ist ein langer Zeitraum, und ich glaube, es ist nun der richtige Moment für mich gekommen, Verantwortung weiterzugeben“, so Franke.
Der Gudensberger gewann viermal direkt den Wahlkreis mit jeweils rund 40 Prozent der abgegebenen Stimmen. „Wir hatten zuletzt sogar das zweitbeste Erststimmenergebnis parteiübergreifend in Hessen“, betont er.
Seit 2021 auch Parlamentarischer Staatssekretär
Er habe seine Arbeit immer mit vollem Einsatz und mit viel Leidenschaft ausgefüllt. „Dabei ist leider meine Familie manchmal zu kurz gekommen. Aber rückblickend war es mir immer eine große Freude, mit den Menschen bei uns im Wahlkreis in Kontakt zu treten – nicht nur mit den Mitgliedern der SPD in den Ortsvereinen, sondern auch mit den Menschen aus Wirtschaft, Handwerk, aus den Vereinen und Verbänden und der Feuerwehr“, ergänzt er. Ihm sei es in seiner politischen Arbeit immer darum gegangen, ganz konkret Politik für die Menschen zu machen.
Anfang der 1990er-Jahre hat Franke eine Hochschule als Gründungsrektor in Bad Hersfeld aufgebaut, mit der er noch in vielfältiger Weise, auch als Kommentator im Sozialrecht, in Verbindung steht.
Bundestagswahl findet 2025 statt
Nächstes Jahr endet die Legislaturperiode des 20. Bundestages. Dann wird das Parlament neu gewählt. Am 28. September 2025 wird der 21. Deutsche Bundestag gewählt – das wichtigste legislative Organ der Bundesrepublik. Dabei wird auch entschieden, ob die bisherige Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP unter Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) im Amt bleibt oder sich eine neue Regierungskoalition bildet.
1999 wurde er zum Bürgermeister der Stadt Gudensberg gewählt. „Es freut mich, dass die Stadt sich so gut infrastrukturell, auch mit einem tollen Kulturprogramm entwickelt hat. Wir hatten auch nachhaltig gewirtschaftet, sodass ich die Stadt mit 6 Mio. Rücklagen an meinen Nachfolger übergeben konnte“, so Franke weiter. Im Bundestag übernahm Franke schnell wichtige Aufgaben, so war er unter anderem Ausschussvorsitzender für Gesundheit und als Opferbeauftragter der Bundesregierung im Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz. Dort war er vor allem für die Opfer der schweren Anschläge in Halle, Hanau und Berlin zuständig.
Seit 2021 ist er zusätzlich zu seiner Abgeordnetentätigkeit als Parlamentarischer Staatssekretär bei Prof. Karl Lauterbach im Bundesministerium für Gesundheit tätig, mit dem er bereits seit 2009 im Gesundheitsbereich eng zusammenarbeitet.
Arbeit im Bundesministerium für Gesundheit
„In dieser Legislaturperiode arbeite ich fast rund um die Uhr im Bundesministerium für Gesundheit, weil so viele wichtige Gesetzesvorhaben anstanden und noch immer anstehen – von der Sicherung der flächendeckenden Versorgung mit Haus- und Fachärzten, über gute Pflege bis hin zur dringend notwendigen Krankenhausreform. Deshalb ist es mir in dieser Legislaturperiode auch nicht immer gelungen, jeden Termin in meinem Wahlkreis wahrzunehmen“, erklärt Franke.
Vor drei Jahren hatte Franke bereits den Parteivorsitz im Unterbezirk abgegeben. Nun wolle er Platz für die jüngere Generation machen: „Es war und ist für mich eine große Ehre, dieses Mandat ausüben zu dürfen. Ich habe von klein auf gelernt, dass man nicht vergessen darf, für wen man Politik macht und woher man kommt“, sagt Franke. Willy Brandt habe einmal zu Recht gesagt: „Wir sind gewählt und nicht auserwählt.“ Er bedanke sich von Herzen bei allen, die ihn unterstützt haben. (Von Maja Yüce)
