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Der neue Schulcampus in Wanfried ist von der Gerhart-Hauptmann-Grundschule und der Anne-Frank-Schule bezogen worden. Ein erstes Fazit.
Wanfried – Es hat länger gedauert, als zu Planungsbeginn gedacht, doch nun ist es so weit: Seit gut zweieinhalb Wochen werden 520 Kinder und Jugendliche am Schulcampus in Wanfried unterrichtet – von der ersten bis zur zehnten Klasse. Die Gerhart-Hauptmann-Grundschule zog in den Herbstferien auf den gut ein Kilometer entfernten, neuen Campus von der Martinsgasse an die Schulstraße um. Die Bauarbeiten sind jedoch noch nicht abgeschlossen; ursprünglich avisiert war ein Bauende im Juli 2020.
„Wir sind toll angekommen“, schwärmt Christina Hoppe, Leiterin der Gerhart-Hauptmann-Grundschule. Das Meiste habe nach dem Umzug bereits seinen Platz gefunden, ganz fertig sei man aber noch nicht. „Am Freitag räumen wir die letzten Kartons aus der alten Grundschule und übergeben die Gebäude“, so Hoppe. Allen gefalle es gut am neuen Campus – Kinder, Lehrer, Schulpersonal und auch die Eltern seien begeistert. Auch der neue Schulweg sei für die Grundschüler kein Problem. „Die Haltestelle wurde etwas verlegt, auch die An- und Abfahrtszeiten der Busse wurden angepasst, damit die Kinder genügend Zeit haben, nach dem Gong ihre Sachen zu packen, ihre Jacken anzuziehen und zum Bus zu laufen“, erklärt die Grundschulleiterin. Damit alle in den richtigen Bus steigen und gut nachhause kommen, werden aktuell drei provisorische Mini-Haltestellenschilder mit entsprechenden Ortsnamen aufgestellt, an denen sich die Jüngsten aufreihen müssen.
„Dass der Schulhof für die ersten bis vierten Klassen jetzt noch attraktiver gestaltet wird, ist jetzt unsere oberste Priorität“, so Hoppe. Einige der Spielgeräte vom alten Schulstandort werden dafür zeitnah auf dem neuen Schulhof installiert. Besonders dringlich von den Kindern erwartet: die Fußballtore.
Doch nicht nur für die Grundschule hat sich durch den Umzug einiges geändert, auch die Jugendlichen, Lehrer und das Schulpersonal des Wanfrieder Standortes der Anne-Frank-Schule muss sich umgewöhnen. So ist beispielsweise die Verwaltung der Gesamtschule umgezogen. Grund- und Gesamtschule haben getrennte Lehrerzimmer, teilen sich aber Teeküche und Kopierraum. „So begegnet man sich trotzdem immer mal, das ist wirklich schön“, sagt Christina Dietrich, die den AFS-Schulstandort in Wanfried leitet. Sie freue sich, dass auch die Jugendlichen der höheren Klassenstufe Interesse an den jüngeren Kindern hätten – und das seien nicht nur ältere Geschwister.
„Den positiven Schwung wollen wir mitnehmen und voraussichtlich kommendes Schuljahr ein Lotsenprogramm anbieten.“ Dietrich ist voller Lob für ihre und berichtet sichtlich stolz: „Wir machen nun seit fünf Jahren Unterricht auf einer Baustelle. Häufig war es laut, Teile des Schulhofs sind wegen Bauarbeiten abgesperrt, hier stehen große Baumaschinen und viele Bauzäune. Die Schüler haben das alles toll mitgemacht. Ich konnte mich auf alle verlassen, dass trotz Baustelle nichts passiert.“ Bis der Campus komplett fertig ist, wird es jedoch noch eine Weile dauern. „Wir leben weiter auf einer Baustelle.“
Damit es auch künftig weiter gut läuft, gibt es nun eine gemeinsame Campus-Ordnung, an die sich alle halten müssen. „Darin ist beispielsweise geregelt, dass zuerst die Grundschüler in die Busse einsteigen, danach die Jugendlichen“, erklärt Dietrich. Unter anderem sei darin auch festgehalten, dass die Grundschüler erst zum Mittagessen in die Mensa und der angeschlossenen Cafeteria dürfen. Christina Hoppe, Christina Dietrich und ihre Kollegen wollen weiter im Austausch bleiben, damit das gemeinsame Schulleben auf dem Campus weiter gut läuft. (Theresa Lippe)

