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Die Gerhart-Hauptmann-Schule Wanfried zieht um. Der Kreistag hat beschlossen, dass die bisherigen Gebäude entwidmet werden.
Wanfried – Nun ist es offiziell: Die Gebäude der Gerhart-Hauptmann-Schule an der Martingsgasse in Wanfried werden zum Jahresende entwidmet. Das hat jüngst der Kreistag beschlossen. Hand in Hand mit der Entwidmung geht auch die mögliche Rückübertragung des Grundstücks samt Grundschul- und Nebengebäuden an die Stadt Wanfried, erklärt Jana Fahlbusch, Kreissprecherin. Am Freitag (11. Oktober) hatten die Mädchen und Jungen ihren letzten Tag am alten Schulstandort der Gerhart-Hauptmann-Schule. Nach den Herbstferien werden die Grundschüler am neuen Schulcampus unterrichtet. Den kennen sie schon vom bereits dort abgehaltenen Sportunterricht.
Die Gebäude an der Martinsgasse 4 werden künftig nicht mehr für schulische Zwecke gebraucht. Bis Jahresende werden die Gebäude seitens des Werra-Meißner-Kreises geräumt; Lehrerinnen, Lehrer und Mitarbeitende der Grundschul-Verwaltung haben bereits in den vergangenen Wochen mehr als 600 Kisten gepackt und altes Lehrmaterial aussortiert, welches nicht mit umzieht, berichtete kürzlich Grundschulleiterin Christina Hoppe.
Der vormalige Schulträger, in diesem Fall die Stadt Wanfried, kann nach der offiziellen Entwidmung am 31. Dezember 2024 innerhalb eines Jahres die unentgeltliche Rückübertragung des Komplexes verlangen, erläutert Fahlbusch weiter. Einen formellen Beschluss darüber, dass die Rückübertragung von der Stadt Wanfried gewollt ist, gibt es noch nicht, sagt Bürgermeister Wilhelm Gebhard. Interesse sei aber definitiv vorhanden. Das wurde bereits bei einer Parlamentssitzung im November 2020 deutlich, als die Abgeordneten dafür stimmten, nach einer Rückübertragung die Grundschule in einen Kita-Standort umzubauen, besonders Krippenplätze waren zu dem Zeitpunkt Mangelware.
Umbau zur Kindertagesstätte
Der originale Beschluss aus dem November 2020 sieht vor, dass an der Martinsgasse eine Kindertagesstätte entstehen soll. Zu diesem Zeitpunkt sollte der Umbau der Grundschule fast 4,4 Millionen Euro kosten. Seither sind Baukosten generell jedoch massiv gestiegen. Einhergehend mit dem Umbau der Grundschule sollte auch die Kita an der Ringstraße zu einem reinen Krippenstandort umgebaut werden.
Das sieht auch knapp vier Jahre später nicht anders aus: „Für den Sommer 2025 können wir Stand jetzt nicht alle Krippenplätze für Kinder unter drei Jahren bedienen“, so Gebhard. Der Beschluss von November 2020 ist noch aktiv. Die Prämisse für einen Umbau zum Kita-Standort war damals jedoch eine Förderung von mindestens zwei Dritteln der Kosten und einer maximalen Eigenbeteiligung von 1,5 Millionen Euro. Zweimal hat sich Wanfried in einem Förderprogramm des Bundes für den Umbau beworben, beide Male wurde abgelehnt. Ob der Plan einer neuen Kita an der Martinsgasse tatsächlich umgesetzt werden kann, ist also unklar. „Es gibt zahlreiche Nutzungsmöglichkeiten für das Areal, sollte dort keine Kita entstehen“, so Gebhard. Denkbar sei beispielsweise, die Gebäude in barrierefreien bzw. barrierearmen Wohnraum umzuwandeln. In die sogenannte Uraltschule, das Backsteingebäude, soll das Heimatmuseum einziehen (WR berichtete). (Theresa Lippe)
