Rikscha Eschwege

Eingeschränkte Menschen können mit der Rikscha durch Eschwege fahren

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Vermittelt pure Freude: Hubert Weismantel aus Bischhausen ist der erste Rikscha-Pilot. Seine ersten Fahrgäste sind Christine Horn von der Evangelischen Familienbildungsstätte – Mehrgenerationenhaus und Torsten Rost, Vorstandsmitglied der Alzheimer Gesellschaft Werra-Meißner.

Die Alzheimer Gesellschaft Werra-Meißner organisiert Radfahrten für eingeschränkte Menschen. Nicht nur Senioren können die Rikscha in Eschwege nutzen.

Eschwege – Sich den Fahrtwind um die Nase wehen lassen, Orte besuchen, die man zu Fuß oder mit dem Auto nicht erreicht: Radfahren hat seinen besonderen Reiz. Vielen Senioren ist es aber nicht mehr möglich, auf das Fahrrad zu steigen und einfach loszustrampeln. Bis jetzt. In Eschwege gibt es eine Rikscha, die Senioren durch das Umland chauffieren soll.

„In Eschwege haben alle Mitmenschen, die in ihrer Bewegung und Mobilität eingeschränkt sind, nun die Möglichkeit wieder Fahrradfreude zu erleben.“ Torsten Rost, Vorstandsmitglied der Alzheimer Gesellschaft Werra-Meißner erläutert, dass sich das Angebot nicht nur an ältere Menschen richtet, weil es viele Menschen gibt, die aus eigener Muskelkraft nicht (mehr) in die Pedale treten können. „Neben Bewohnern von Senioren- und Pflegeheimen möchten wir auch diejenigen erreichen, die noch zu Hause wohnen.“ Die Fahrten seien ein Abenteuer für Jung und Alt, bei dem verschiedenste Erlebnisse und Eindrücke geteilt werden können. Sowohl die ehrenamtlichen Rikschafahrer, auch Piloten genannt, als auch die Passagiere sollen durch die Fahrten in ihrem Alltag bereichert werden. So mache eine simple Rikscha-Fahrt aus Unbekannten Nachbarn und manchmal sogar Freunde. Dem Austausch zwischen Generationen und der gegenseitigen Unterstützung komme dabei eine besondere Bedeutung zu.

Umgesetzt hat das Projekt die Alzheimer Gesellschaft Werra-Meißner, die mit Unterstützung aus dem Regionalbudget des Werra-Meißner-Kreises und mithilfe von weiteren Spenden die Fahrrad-Rikscha angeschafft hat. Mit ihrer Idee ist die Alzheimer Gesellschaft zwischenzeitlich der Initiative „Radeln ohne Alter“ beigetreten und will im Frühjahr mit den ersten Ausfahrten am Werratalsee oder entlang der Werra beginnen.

Mit Hubert Weismantel aus Bischhausen gibt es bereits einen ersten Ehrenamtlichen, der sich. Darüber freut sich Christine Horn, die mit der Evangelischen Familienbildungsstätte – Mehrgenerationenhaus weitere Pilotinnen und Piloten sucht, die Lust darauf haben, Fahrradfreude mit den Senioren zu teilen. Am Freitag (12. April) lädt die Initiative um 16 Uhr alle ein, die sich vorstellen können, sich als ehrenamtlicher Pilot zu engagieren. Treffpunkt ist das Seniorenwohnheim Brückentor, Vor dem Brückentor 4, in Eschwege. (ts)

Anmeldung: Bei Christine Horn unter christine.horn@fbs-werra-meissner.de oder per Telefon unter 0 56 51/3 37 70 04.

Das ist eine Rikscha

Rikschas sind ursprünglich kleine, zweirädrige, von einem Menschen gezogene Gefährte zur Personenbeförderung. Die Rikscha ist eine Erfindung aus Japan und heißt übersetzt Kraft oder Antrieb. Die Erfindung war um 1870 ursprünglich für Europäer in Tokio gedacht, die die engen japanischen Sänften nicht benutzen konnten. Handgezogenen Rikschas sind mittlerweile fast überall aus dem Straßenbild verschwunden. Inzwischen werden Rikschas gebaut, die mit einem Fahrrad angetrieben werden. (ts)

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