VonPeter Hanackschließen
Einkaufen im SB-Mini-Supermarkt ohne Personal: In Hanau und Darmstadt dürfen die Teo-Märkte in Bahnhofsnähe 24/7 öffnen. Ein Selbsttest.
Hanau – Okay, ich bin wirklich etwas spät dran mit meinem ersten Mal im Teo. Die personallosen Selbstbedienungsmärkte stehen ja seit geraumer Zeit an Orten, an denen sonst weit und breit kein Laden zu finden ist, und dort, wo regelmäßig viele Menschen vorbeikommen – wie am Hanauer Hauptbahnhof. Daran vorbeigelaufen bin ich schon häufiger. Heute will ich endlich testen, wie es sich denn so einkaufen lässt im Teo.
Der Minimarkt in Hanau befindet sich auf dem Bahnhofsvorplatz, etwas nach links gerückt, wenn man zum Hauptportal geht – aufgrund der tief stehenden Wintersonne steht er etwas im Schatten, doch unübersehbar, auch wenn keine Leuchtreklame lockt und der ganze Laden eher zurückhaltend daherkommt.
Eine hölzerne Rampe führt von rechts hoch zum Eingang, links sind es drei Stufen zur Tür. Die bleibt erst einmal verschlossen, als ich nähertrete.
Teo-Supermarkt von Tegut für Selbstbediener öffnet mit App oder Geldkarte
Aha, Türöffner links, ein Pfeil auf der Scheibe lenkt den Blick. „Komm einfach rein!“, steht über einem orangen Metallkasten mit Scanner und Kartenschlitz. Wenn ich den Teo betreten will, sollte ich die dazugehörige App geladen haben, die mir den Weg per QR-Code freigibt, oder meine Giro- oder Kreditkarte nutzen. Ich stecke die Kreditkarte ein, die Glastür weicht zur Seite und gibt den Weg frei.
Ringsum Regale mit Nudeln, Backwaren, ein Gefrierschrank mit Tiefkühlpizzen und Co., Süßkram, in der Mitte Obst, Gemüse, Aufbackbrötchen, ein Regal mit Zahnpasta, Hygieneartikeln. Weiter hinten Getränke, Fertiggerichte, Milchprodukte. Es ist angenehm warm, aus Lautsprechern kommt Popmusik. Ich bin allein im Laden. Jetzt kann ich mich also bedienen.
Ich nehme eine Banane und ein Glas Erdnussmus fürs nächste Frühstück. An einer der beiden Kassen scanne ich den Barcode auf dem Musglas, die Bananen werden stückweise verkauft zu 59 Cent. Auf dem Display gebe ich die Anzahl ein. Jetzt bezahlen: Macht 3,58 Euro, ebenfalls unkompliziert zu begleichen per Karte oder App. Bares wird hier nicht genommen. Den Bon gibt es auf Wunsch auf Papier oder digital aufs Handy.
In Hessen gibt es 28 SB-Teo-Märkte – in Hanau und Darmstadt dürfen sie sonntags öffnen
Und wenn ich stehlen wollte? Gleich am Eingang, an dem auch ein rotes Notfalltelefon samt Notfallnummer hängt, werde ich auf die Rundum-Videoüberwachung aufmerksam gemacht. Meine Personalien sind ja wegen der Kreditkarte bekannt. Also lieber nichts einfach einstecken.
Die Preise bewegen sich irgendwo zwischen Discounter und Tanke, das Angebot auch. Knapp 1000 Artikel soll es hier geben, heißt es bei Tegut, dem Supermarktfilialisten aus Fulda, der die Idee zu den Minimärkten hatte und diese auch betreibt. 28 Teos sind es mittlerweile in Hessen; weitere gibt es in Bayern und Baden-Württemberg. Dort übrigens gibt es kein Sonntagsöffnungsverbot, wie es nun für fast alle hessischen Teos gilt.
Normalerweise kommen wir zu Hause gut ohne Sonntagseinkäufe aus. Aber wenn es mal eng werden sollte, weiß ich jetzt immerhin, wo und wie ich rund um die Uhr etwas finde, das über das Tankstellensortiment hinausgeht. Denn der Hanauer Teo darf, wie jener in Darmstadt in unmittelbarer Bahnhofsnähe (Stichwort Reisebedarf) gelegen, auch sonn- und feiertags öffnen. (Peter Hanack)
Rubriklistenbild: © Björn Friedrich



