VonNiklas Hechtschließen
Die türkische Nationalmannschaft siegt 3:1 gegen Georgien. In Frankfurt feiern die Fans ausgelassen und teilen ihre Begeisterung in den sozialen Medien.
Frankfurt – Das Wetter hielt. Für die türkischen Fans in Frankfurt war das neben dem 3:1-Sieg ihrer Mannschaft über Außenseiter Georgien die wichtigste Nachricht an diesem Dienstagabend. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte einen Tag zuvor vor möglichen Unwettern in weiten Teilen Deutschlands gewarnt. In Nordrhein-Westfalen waren deshalb vielerorts das Public Viewing abgesagt worden. Auch in Dortmund selbst, wo die Partei zwischen der Türkei und den von Ex-Bayern-Spieler Willy Sagnol trainierten Georgiern stattfand, schüttete es vor dem Anstoß um 18 Uhr noch literweise vom Himmel.
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Die Stadt Frankfurt allerdings befand: Die Fan Zone bleibt vorerst geöffnet. Im Nachhinein die richtige Entscheidung, die rot-weiße After-Party in der Mainmetropole wäre ansonsten vermutlich deutlich kleiner ausgefallen. Für die Türkei-Fans am Frankfurter Mainufer war so schon in der 65. Minute nach dem Traumtor von Arda Güler alles bereitet für ein rauschendes Fußballfest. Aus rund 20 Metern drosch der Jungstar von Real Madrid den Ball unhaltbar für den georgischen Torwart Giorgi Mamardashvili zum 2:1 in die Maschen. Danach gab es für die türkischen Fans am Main kein Halten mehr. Die Freude nach dem zuvor ausgeglichen Spiel gegen den Außenseiter musste raus.
Türkische Fans feiern nach EM-Sieg ausgelassen in Frankfurt
Augenscheinlich tausende Türkei-Fans waren am frühen Dienstagabend zum Mainufer gekommen, um ihre Mannschaft gegen Georgien anzufeuern, inklusive roter Fahnen und Pyrotechnik. Den Startschuss zum endgültigen Feiern gab in der Nachspielzeit nach einem Konter dann Kerem Aktürkoğlu mit seinem Treffer zum 3:1. Große Autokorsos, wie in Dortmund, gab es in der Mainmetropole zwar nicht, einige hupenden Autos mit Türkei-Fahnen waren aber auch in Frankfurt präsent.
Vor allem auf der Zeil sammelten sich nach dem Spiel vor allem junge türkische Fans und feierten ausgelassen den Erfolg ihres Teams. Die Begeisterung schwappte über dutzende Videos auch in die sozialen Netzwerke. Zu oftmals türkischer Musik sieht man dort in vielen Videoschnipseln ein Meer roter Fahnen, das sich durch die Stadt schiebt. „Bisher die beste Stimmung überhaupt gehabt. Vor allem auch danach in der Stadt“, kommentierte freudig eine Nutzerin bei TikTok. Besonders motiviert waren einige Anhänger, die mit kleinem Boot, aber großer Türkei-Fahne, über den Main schipperten.
Auch in Wiesbaden, wo eine große türkische Community zu Hause ist, feierten Fans „Bizim Cocuklar“ (dt. unsere Kinder), wie das türkische Nationalteam genannt wird, und blockierten mit einem Autokorso die Schwalbacher Straße.
Rund 1,54 Millionen Türkinnen und Türken lebten 2023 in Deutschland, dazu kommen etwa 1,4 Millionen Deutsche, die einen türkischen Migrationshintergrund haben. Die rund 25.000 Türkinnen und Türken in Frankfurt sind die mit Abstand die größte Ausländergruppe in der Stadt. Auch am Samstag dürfte es daher in der Mainmetropole wieder laut werden. Dann spielt das Team um Kapitän Hakan Çalhanoğlu gegen Portugal. (nhe)
Rubriklistenbild: © Screenshot/TikTok/mervenalbant_

