VonSabrina Mehlerschließen
Wenn die Tage kürzer und kälter werden, ist es in Fulda wieder so weit: Der Weihnachtsmarkt kehrt zurück. Am 29. November geht‘s los – mit einer Neuerung: Erstmals wird das „Karlchen vom Dach“ auf dem Konzeptkaufhaus Karl mit einbezogen. Dort wird eine Schlittschuhbahn aufgebaut.
Fulda - Vom 29. November bis zum 23. Dezember verwandelt sich die Fuldaer Innenstadt auf über 12.000 Quadratmetern in ein Weihnachtsparadies: Mehr als 90 Stände und Hütten, verteilt auf fünf verschiedene Erlebnisbereiche, laden zum Stöbern, Schlemmen und Staunen auf dem Weihnachtsmarkt ein, berichtete Bürgermeister Dag Wehner (CDU) während einer Pressekonferenz am Dienstag.
Weihnachtsmarkt in Fulda: „Karlchen vom Dach“ bekommt Eisbahn
Täglich von 11 bis 20 Uhr geöffnet, bietet der 25-tägige Adventszauber – vier Tage weniger als im vergangenen Jahr – zudem mehr als 90 Auftritte auf verschiedenen Bühnen. Absolutes Highlight dürfte in diesem Jahr die Schlittschuhbahn auf dem Dach des Konzeptkaufhauses Karl werden.
Die Dachterrasse „Karlchen vom Dach“ war in diesem Sommer erfolgreich in ihre erste Saison gestartet. Nun haben sich die Betreiber Paul Pawlowski-Rothenbücher und Felix Wessling etwas Besonderes für den Winter überlegt, da die Location insbesondere junge Familien angezogen hatte. Im neuen Wintergarten wird vom 27. November bis 29. Dezember eine synthetische Bahn, eine Kunst-Eisbahn also, Groß und Klein zum Schlittschuhlaufen einladen, berichteten beide während des Pressetermins.
Auf der 140 Quadratmeter großen Fläche sollen circa 50 Personen Platz haben. „Man wird ein Fahrgefühl wie auf normalem Eis haben“, erklärte Pawlowski-Rothenbücher. „Es ist ein toller Platz“, freute sich Wessling. Die Nutzung der Bahn wird kostenlos sein. Wer mag, kann seine Eislaufschuhe selbst mitbringen, es wird allerdings auch einen Verleih geben.
Man erhoffe sich durch „Karlchens Wintergarten“ einen Synergieeffekt, betonte Dominik Höhl, Marketing- und Tourismuschef der Stadt Fulda.
Im Konzeptkaufhaus Karl werde es außerdem weitere weihnachtliche Angebote geben, berichtete Frank Volmer von der zuständigen Stadtentwicklungsgesellschaft. Aber auch die verschiedenen Themenwelten haben viel zu bieten. Auf dem Uniplatz ist wie immer die schöne Pyramide mit ihren lebensgroßen Nussknackern Anziehungspunkt. Von hier haben Besucher einen tollen Rundumblick über die sich aneinanderreihenden Knusperhäuschen.
Der Kinder-Weihnachtsmarkt am Borgiasplatz lässt derweil die Herzen der Kleinsten höher schlagen: Neben dem nostalgischen Karussell und dem Kinder-Riesenrad treten auf der Bühne beispielsweise Magier auf. Im mittelalterlichen Weihnachtsdorf im Museumshof tauchen Besucher mit den dortigen Gauklern, Handwerkern, Rittern und Edelleuten in eine ganz andere Welt ein.
Mittelalter-Dorf, Winterwald und Regiomarkt - Themenwelten locken
Und am Buttermarkt ist der Regiomarkt mittlerweile bekannt für nachhaltig und regional erzeugte Produkte, präsentiert von hessischen Erzeugerinnen und Erzeugern, darunter einige kleine Manufakturen. Roland Frormann berichtete von 21 renommierten Anbietern, die hier allerlei gute Sachen anbieten, und erinnerte an das Karussell, das hier für eine besonders weihnachtliche Atmosphäre sorgt.
Der Winterwald wiederum zeichnet sich durch duftende Tannenbäume und kleine Holzbuden mit tollem kulinarischen Angebot aus – und öffnet sogar noch länger als der Rest des Weihnachtsmarktes: Auch vom 27. bis 30. Dezember lädt er zum Glühweintrinken und Verweilen ein. Auch hier wird ein Karussell seine Runden drehen, erklärte Lisa Aulich. Die Friedrichstraße wird diesmal nicht wie in den Corona-Jahren in den Weihnachtsmarkt einbezogen.
Archiv-Video: Eröffnung des Weihnachtsmarktes in Fulda 2023
Viele weitere Aktionen und Veranstaltungen stehen im Programm der Stadt: Erneut findet am Samstag, 14. Dezember, ein Weihnachtssingen am Dom statt, organisiert von Stadt, Kreuzkirche Fulda, Citypastoral Fulda und dem Kulturzentrum Kreuz. Am Tag darauf lädt ein Taschenlampenkonzert auf den Domplatz ein.
Die Fuldaer Krippenfreunde zeigen in einer kleinen Ausstellung wieder Krippen verschiedener Herkunft, und zauberhafte Walking-Acts, darunter Zimtsternfeen und Weihnachtsengel, machen wieder ihre Aufwartung.
Waffenverbot gilt 2024 auf allen Weihnachtsmärkten in Hessen
Die Marktbeschicker präsentieren wieder handgefertigte Unikate und nachhaltige Geschenkideen, ebenso wie allerlei Leckereien. Kulinarisch bleibt kein Wunsch offen: Natürlich werde es auch wieder Erbsensuppe geben, bestätigen Höhl und Wehner. Die für ihre Erbsensuppe bekannte Metzgerei Schneider hat aber wie bereits im vergangenen Jahr keinen eigenen Stand.
Für Fulda ist der Weihnachtsmarkt weit mehr als nur eine festliche Attraktion, machte Bürgermeister Wehner klar. Denn der Markt sei bedeutender Wirtschaftsfaktor, der Besucherinnen und Besucher aus der gesamten Region und darüber hinaus anzieht – und damit die Wertschöpfung der Region stärkt. Der durchschnittliche Weihnachtsmarktbesucher lasse Studien zufolge knapp 30 Euro pro Tag in der Region. Bei 600.000 Gästen wären das rund 18 Millionen Euro an zusätzlichen Umsätzen von Händlern und Gastronomen.
Öffnungszeiten
Der Fuldaer Weihnachtsmarkt wird in diesem Jahr am Freitag, 29. November, eröffnet und am Montag, 23. Dezember, geschlossen. Die Stände und Hütten öffnen täglich von 11 bis 20 Uhr. Ausschankzeiten sind Sonntag bis Donnerstag bis 21 Uhr, Freitag und Samstag bis 22 Uhr. Der Winterwald bleibt bis Montag, 30. Dezember, geöffnet.
Um den Weihnachtsmarkt für alle Besucher sicher und unbeschwert zu gestalten, steht die Stadt Fulda im regelmäßigen Austausch mit den Sicherheitsbehörden, so Wehner. Er geht davon aus, dass die Polizei „aufgrund der allgemeinen Lage“ mehr Präsenz zeigen werden. Zudem gelte auf hessischen Weihnachtsmärkten in diesem Jahr ein Waffenverbot.

