VonFlorian Leclercschließen
Der Krankenstand bei Bus und Bahn in Frankfurt ist in den vergangenen Jahren gestiegen.
Frankfurt – Die Petition „Wir fahren zusammen“ von Fridays for Future und Verdi, die sich für bessere Arbeitsbedingungen im öffentlichen Nahverkehr einsetzt, haben mittlerweile mehr als 200 000 Menschen unterschrieben.
Am Donnerstagnachmittag warben die Unterstützerinnen und Unterstützer weitere Unterschriften vor dem Römer ein. Diese wurden symbolisch präsentiert. Einige Stadtverordnete aus dem Römer kamen zum Infostand, um ihre Solidarität zu bekunden.
Darunter war auch Daniela Mehler-Würzbach (Linke), die zu später Stunde im Plenarsaal des Römers auf den Personalmangel und die unsichere Finanzierung von Bus und Bahn hinwies.
Nahverkehr in Frankfurt: „Kranke Kolleg:innen und Dauerstress“
„Ich habe in den letzten Wochen viel mit Beschäftigten aus unserem Frankfurter ÖPNV gesprochen. Hören Sie ihnen mal zu. Die Kolleg:innen glauben nicht, dass wir so schnell aus dem gekürzten Fahrplan wieder rauskommen“, berichtete Mehler-Würzbach. In Frankfurt gilt seit Ende Januar ein reduzierter Fahrplan, der im Sommer aufgehoben werden soll
„Sie erzählen von kranken Kolleg:innen, dem Dauerstress, den körperlichen Folgen, der sozialen Isolation durch den Schichtbetrieb, den Schwierigkeiten der Vereinbarkeit“, führte Mehler-Würzbach aus. Ein Satz sei besonders hängengeblieben: ‚Und wohin mit den Kindern?“
Ob das Personal die EM bewältigen können? „Vielleicht gerade so, mit vielen Überstunden“, habe sie erzählt bekommen.
Krankenstand in Frankfurt bei etwa 14 Prozent
Es herrsche Sorge, dass der Bund die Regionalisierungsmittel um 350 Millionen Euro reduziere. Der Magistrat sollte sich bei Bund und Land für mehr finanzielle Mittel für eine deutliche Erhöhung der Personenkilometer im Nahverkehr und bessere Arbeitsbedingungen zur Fachkräftegewinnung und -bindung einsetzen, forderte Mehler-Würzbach. Ein starker ÖPNV sei die Basis für eine soziale und ökologische Verkehrswende.
Als Antwort auf eine Frage der Linken hat der Magistrat die Fehlzeiten bei der städtischen Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) und der städtischen In-der-City-Bus-Gesellschaft (ICB) aufgeführt. Demnach ist der Krankenstand im Fahrdienst der VGF von etwa 11 Prozent (2019, 2020) auf knapp 12 Prozent (2021) und weiter auf etwa 14 Prozent (2022) und zuletzt 14,3 Prozent (2023) gestiegen.
Bei der ICB waren von Januar 2024 bis Ende Februar 14,5 Prozent der Mitarbeiter:nnen im Krankenstand. Davor zirka 13 Prozent (2023), 10 Prozent (2022) und 9 Prozent (2021). (fle)
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