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Wohnungsnot in Frankfurt trifft Erstsemester hart – Studierende brauchen Geld und Glück

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Erstsemester in Hessen starten mit innovativen Wohnkonzepten ins Wintersemester. Von WG-Speeddating bis Luxusapartments ist alles dabei.

Frankfurt/Main - Wenn am 1. Oktober das Wintersemester beginnt, haben viele Erstsemester noch immer keine Bleibe. Private Anbieter haben die Marktlücke erkannt, aber ein schickes neues Mikroapartment kann sich nicht jeder leisten.

In den Wohnheimen der Studierendenwerke übersteigt Nachfrage das Angebot weiterhin deutlich, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Private WG-Zimmer sind oft keine Alternative, denn die Durchschnittspreise sind enorm gestiegen. Was also tun?

Ein Blick in den Innenhof bietet der Blick aus einer Wohnung der Mikroapartment-Anlage für Studenten an der Frankfurter Adickesallee.

Größte Mikroapartment-Anlage Europas steht in Frankfurt

Für diejenigen, die es sich finanziell leisten können, werden in Frankfurt private Mikroapartments für Studierende angeboten. Das „iLive“ an der Adickesallee ist laut Unternehmensangaben die größte Mikroapartment-Anlage für Studierende in Europa. Dieses Gebäude mit 1.020 Zimmern wurde in diesem Jahr eröffnet, weitere Standorte sind in Darmstadt und Offenbach.

Im „iLive“ gibt es eine Lounge mit Bar, Tischfußball und Kinoleinwand, mehrere Gärten mit Pflanzen, Strand und Hängematten, ein Fußballfeld auf dem Dach und einen Hühnerstall im Hof. Allerdings hat dieser Luxus seinen Preis - das teuerste Apartment kostet deutlich mehr als 1.000 Euro.

Nur rund 3400 Studentenwohnungen – bei über 70.000 Studierenden

Für den kleineren Geldbeutel gibt es die günstigeren Wohnheime der Studierendenwerke - aber das Angebot übersteigt die Nachfrage bei Weitem. Das Studierendenwerk Frankfurt zum Beispiel ist für 70.000 Studierenden an acht Hochschulen im Rhein-Main-Gebiet zuständig und kann gerade mal 3.441 Wohnheimplätze vergeben.

Viele suchen daher nach einem Zimmer in einer Wohngemeinschaft, aber auch die sind teuer: WG-Zimmer an deutschen Hochschulstandorten kosten im Schnitt 489 Euro im Monat, wie das Moses Mendelssohn Institut mitteilte. Nach München (790 Euro) ist Frankfurt mit 680 Euro das zweitteuerste Pflaster. Während WGs im Bundesdurchschnitt binnen eines Jahres nur um 17 Euro teurer wurden, stiegen die Preise in Frankfurt um satte 50 Euro.

Studierende in Frankfurt brauchen also nicht nur Glück, sondern auch viel Geld.

WG-Speeddating für Wohnungssuchende in Kassel zum Semesterstart

Neu eingeschriebene Studierende in Kassel erhalten eine besondere Unterstützung bei der Suche nach einer Unterkunft. Das Studierendenwerk organisiert ein WG-Speeddating speziell für Erstsemester, die von außerhalb kommen. „Bei diesem Event bringen wir die Studierenden miteinander ins Gespräch und stellen WG-taugliche Angebote aus unserer privaten Online-Wohnungsbörse vor“, so eine Sprecherin.

Für internationale Studierende steht der „Be-Welcome-Türöffner-Service“ zur Verfügung, der bei der Kommunikation unterstützt. „Ein studentischer Mitarbeiter kann für sie Telefonate erledigen und sie notfalls sogar zum Vor-Ort-Termin begleiten.“ Viele Erstsemester in Hessen sind noch ohne Unterkunft, wenn das Wintersemester am 1. Oktober startet. (esa/dpa)

Rubriklistenbild: © Arne Dedert/dpa

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