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- Nora Kraft
Florian Dörr
Fabian Raddatz
Schwere Unwetter mit bis zu 30 Litern Regen pro Quadratmeter waren für Hessen am Wochenende vorhergesagt – nun gibt es Entwarnungen.
Update vom 1. Juni, 9.58 Uhr: Entwarnungen in Hessen: Der DWD meldet sich am Morgen mit guten Nachrichten für die hessischen Städte und Kreise. Auch für Nordhessen nehmen die Wetterexperten Meldungen zurück. So gilt die Warnung vor schwerem Gewitter im Werra-Meißner-Kreis und im Kreis Hersfeld-Rotenburg für das Wochenende nicht mehr.
Unwetter in Hessen: Der Deutsche Wetterdienst meldet sich mit guten Nachrichten
Auch für die südlichen Landkreise in Hessen gibt der DWD Entwarnung vor Gewittern und starkem Regen. Am Samstagvormittag ist Hessen auf der Warnkarte des DWD grün – das bedeutet: „Keine Warnungen“.
+++ 20.46 Uhr: Die angekündigten Unwetter könnten Nordhessen noch über Tage beschäftigen. Denn für Teile der Region gilt eine Vorinformation des DWD vor schweren Gewittern bis zum Sonntag. Vorinformationen werden dann von den Experten in Offenbach veröffentlicht, wenn Wetterereignisse zwar erwartet werden, allerdings noch Unklarheiten bezüglich des genauen Zeitpunkts und der betroffenen Region bestehen. Betroffen sind in Nord- und Osthessen nach aktuellem Stand die Kreise Werra-Meißner und Hersfeld-Rotenburg. Hier muss zwischen Samstagmittag und Sonntag mit „gebietsweise kräftigen Gewittern mit Unwetterpotenzial“ berechnet werden.
Warnung vor schwerem Gewitter in Nordhessen – Hochwasser erwartet
+++ 18.26 Uhr: Die Hessische Hochwasservorhersagezentrale erwartet größere Hochwasser für die hessischen Flussabschnitte von Rhein und Neckar. Wie das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) am Freitag mitteilte, kann es dabei zu statistisch nur alle 20 Jahre auftretenden Hochwassern kommen.
Am Pegel Worms am Rhein wird demnach voraussichtlich am Sonntagvormittag die hessische Meldestufe 1 überschritten. Je nach Abfluss des Neckars kann sich dort zu Beginn der kommenden Woche ein großes Hochwasser mit Überflutung bebauter Gebiete entwickeln, wie es im Schnitt nur alle 20 Jahre auftritt. Das entspräche der hessischen Meldestufe 3. Am Pegel Mainz soll die hessische Meldestufe 1 im Laufe des Sonntags erreicht werden.
Auch am Neckar ist nach Angaben des HLNUG mit Hochwasser zu rechnen. Der Pegel Rockenau erreicht voraussichtlich schon in der Nacht zum Samstag die hessische Meldestufe 1. Im Verlauf des Samstags soll der Pegel dann die hessische Meldestufe 3 deutlich überschreiten. Auch hier rechnet das HLNUG am Wochenende mit einem großen, über 20-jährlichen Hochwasser. Weiter im Inneren Hessens erwartet die Behörde nur vereinzelt Überschreitungen der Meldestufen.
Nach den Niederschlägen der vergangenen Tage seien die Böden vielerorts gesättigt und könnten kein Wasser mehr aufnehmen, teilte das HLNUG mit. Außerdem habe der Deutsche Wetterdienst (DWD) für das Wochenende Dauerregen und regional teils extreme Regenmengen im Osten und Süden Hessens prognostiziert. Schon in der Nacht zum Samstag sollen diese einsetzen. Die Regionen zwischen Odenwald, Spessart und Rhön seien besonders betroffen, dort könne es zu Regenmengen zwischen 30 und 40 Litern pro Quadratmeter kommen.
Update vom Freitag, 31. Mai, 11.19 Uhr: Am Freitagvormittag weitet der Deutsche Wetterdienst seine Unwetterwarnungen für Nordhessen aus. Die Wetterexperten melden schwere Gewitter im Werra-Meißner-Kreis sowie im Kreis Hersfeld-Rotenburg für Samstag, 12 Uhr, bis Sonntag, 0 Uhr.
Erstmeldung vom Freitag, 31. Mai, 10.59 Uhr: Kassel – Unwetter über Hessen: Dem Bundesland steht vor einer gefährlichen Wetterlage, die von heftigen Niederschlägen geprägt ist. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) prognostiziert für die kommenden Tage einen anhaltenden Starkregen. Es wird sogar mit „extremen Regenmengen“ gerechnet.
Insbesondere zwischen Odenwald, Spessart und Rhön könnten vom Freitagabend, 31. Mai, bis zum Samstagmittag, 1. Juni, Mengen von 20 bis 30 Liter pro Quadratmeter innerhalb von 12 bis 18 Stunden fallen, so die Mitteilung des DWD vom Freitagmorgen. Auch eine offizielle Unwetterwarnung wurde bereits ausgesprochen.
Extreme Regenmengen in Nordhessen erwartet: Behörde warnt vor Hochwasser
Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) warnt in einer Mitteilung: „Da die Böden nach den Regenfällen der vergangenen Tage vielerorts sehr gesättigt sind und kein Wasser mehr aufnehmen können, kann es bereits ab heute aufgrund vereinzelter kräftiger Schauer oder Gewitter lokal zu Hochwasser kommen“.
Eine offizielle Warnung vor Dauerregen wurde für Südhessen ausgesprochen. Sie betrifft aktuell den Odenwald und den Kreis Bergstraße, wo lang anhaltende, schwere Regenfälle möglich sind. Für den Main-Kinzig-Kreis und den Kreis Fulda prognostiziert der Deutsche Wetterdienst heftigen und ergiebigen Regen.
Das HLNUG rät dazu, die Unwetterwarnungen des DWD aufmerksam zu verfolgen.
Wetter in Nordhessen noch bis Sonntag von Regen geprägt
Ab Samstagmittag wird der anhaltende Regen laut DWD voraussichtlich in lokale Schauer oder Gewitter übergehen. Es könnte teilweise noch zu Starkregen kommen. Die Temperaturen sollen erneut 16 bis 19 Grad erreichen. Es könnte auch in der Nacht zum Sonntag regnen und lokal Gewitter auftreten.
Für den Sonntag erwartet der DWD Temperaturen von bis zu 22 Grad. Es wird erwartet, dass es bei einer Mischung aus Wolken, Regen und vereinzelten Gewittern bleibt. Insgesamt soll sich die Lage beruhigen. So soll die Nacht zum Montag voraussichtlich größtenteils ohne Niederschläge bleiben.
Brücke beim Hessentag in Fritzlar überspült – THW im Einsatz
Bereits am Donnerstagabend, 30. Mai, wurde eine Pontonbrücke beim Hessentag in Fritzlar (Schwalm-Eder-Kreis) nach Angaben der Hessenschau teilweise überspült. Das Technische Hilfswerk (THW) sicherte das Bauwerk. Der Fluss Eder hatte nach den starken Regenfällen und der Entleerung des Edersees viel Wasser geführt.
In Hanau wurde das Gartenfest, das am Donnerstag im Staatspark Wilhelmsbad gestartet war, abgesagt. Die Stadt reagierte damit auf die Warnungen und die Regenmassen. In einer Mitteilung wird vor einem Besuch gewarnt. Darin heißt es: „Aufgrund der anhaltenden Regengüsse der letzten Nacht und der letzten Tage sind das Veranstaltungsgelände und die Parkplätze vollkommen durchnässt und unpassierbar. Da auch in den kommenden Tagen weiterhin massive Niederschläge erwartet werden, ist eine Verbesserung der Situation nicht zu erwarten.“
Rubriklistenbild: © Marius Bulling & Hauke-Christian Dittrich/dpa


