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Ein Maklerhaus sieht eine zunehmende Kluft zwischen Einkommen und Wohnkosten in Frankfurt. Schon jetzt ist es sehr schwer, eine bezahlbare Wohnung in der Stadt zu finden.
Frankfurt – In Frankfurt eine bezahlbare Wohnung zu finden, ist nach Zahlen der Immobilienberatung Immoconcept noch schwieriger geworden. Die hohe Nachfrage nach Mietwohnungen und das begrenzte Angebot hätten dazu geführt, „dass Haushalte einen zunehmenden Anteil ihres Einkommens für die Miete aufwenden müssen, was wiederum die finanzielle Belastung für viele Bewohner erhöht hat“, teilte das Frankfurter Maklerhaus am Freitag mit. Die Mieten für Bestandswohnungen seien im vergangenen Jahr stadtweit um 4,4 Prozent, die für Neubauten um vier Prozent gestiegen. Die Kaufpreise, die jahrelang deutlich stärker als die Mieten gestiegen waren, sanken dagegen im Schnitt um etwa 20 Prozent.
Haushalte haben zunehmend Probleme, sich die Mieten in Frankfurt leisten zu können
Schon in den vergangenen Jahren hat das Unternehmen, das jährlich umfangreiche Wohnungsmarktberichte vorlegt, immer wieder auf die steigende Kluft zwischen Einkommen und Wohnkosten in Frankfurt hingewiesen. Nach dessen Berechnung sind die durchschnittlichen Mietpreise im Zeitraum von 2013 bis Ende 2022 um 34 Prozent gestiegen und damit fast doppelt so stark wie die Bruttoentgelte der Beschäftigten in Frankfurt. Die Folge: Kaum ein Haushalt findet noch eine Wohnung, deren Warmmiete ihn nicht mehr als 30 Prozent des Nettoeinkommens kostet.
Ein Singlehaushalt müsste nach Zahlen von Immoconcept selbst in günstigeren Stadtteilen inzwischen mindestens 2100 Euro netto verdienen, um diese Quote nicht zu übersteigen. Für einen Dreipersonenhaushalt mit einem entsprechend größeren Bedarf an Wohnfläche sieht das Unternehmen die Grenze schon in den günstigsten Lagen bei 4140 Euro, in teureren bei 5550 Euro im Monat.
Auch in Frankfurt haben die meisten Haushalte viel geringere Einkommen. Mietervereine weisen daher schon seit Jahren darauf hin, dass viele Familien jeden Monat große Probleme haben, die Mieten zu bezahlen oder ins etwas günstigere Umland ziehen müssen, weil sie sich ihre Wohnung nicht mehr leisten können. (Christoph Manus)
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