Wirtschaft

Deko-Händler Depot ist pleite – Filialen in Frankfurt vor ungewisser Zukunft

  • schließen

Das bekannte Deko-Unternehmen Depot hat Insolvenz in Eigenverantwortung beantragt. Auch die Zukunft der drei Filialen in Frankfurt steht auf dem Spiel.

Frankfurt – Wer in Frankfurt Dekoartikel, Geschirr, Besteck oder Möbel sucht, für den sind die Filialen von Depot eine Option. Drei Geschäfte führt der Wohnaccessoireshändler in der Mainstadt – in der Kaiserstraße, in der Europa-Allee und in der Borsigallee. Die Läden stehen nur allerdings vor einer ungewissen Zukunft, denn der Deko-Händler hat Insolvenz in Eigenverantwortung beantragt.

Das Amtsgericht Aschaffenburg bewilligte am Montag (15. Juli) ein Schutzschirmverfahren für das Einzelhandelsunternehmen namens Gries Deco Company GmbH und bestellte einen vorläufigen Sachwalter sowie einen vorläufigen Gläubigerausschuss, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte.

Depot-Filialen in Frankfurt vor ungewisser Zukunft

Das Insolvenz-Schutzschirmverfahren soll in die Krise geratene Unternehmen vor dem Zugriff der Gläubiger schützen. Die Geschäftsführung kann das Unternehmen weiter verantwortlich lenken und selbstständig sanieren. Ihr wird allerdings ein Anwalt als sogenannter Sachwalter zur Seite gestellt.

Die Filialen des Deko- und Einrichtungshändlers Depot sind in zahlreichen deutschen Innenstädten präsent. Allerdings hatte die Handelskette aus Niedernberg in Unterfranken, die über 500 Geschäfte betreibt, in den letzten Jahren bereits mit Schwierigkeiten zu kämpfen.

Das Unternehmen der Handelskette Depot will sich selbst sanieren.

Nachdem der Schweizer Handelsriese Migros 2009 bei Depot eingestiegen war, verfolgte das Unternehmen einen aggressiven Expansionskurs. Die Anzahl der Filialen erhöhte sich von 109 auf 500 und der Umsatz stieg enorm. Allerdings wuchsen die Gewinne nicht im gleichen Maße, im Gegenteil, das Unternehmen verzeichnete Verluste. Im Jahr 2019 verkaufte Migros seine 90-prozentige Beteiligung an dem Anbieter von Wohnaccessoires an den bisherigen Unternehmenschef und Gründerenkel Christian Gries, der bis dahin mit 10 Prozent am Unternehmen beteiligt war.

Die Gries Deco Company GmbH, so der offizielle Name des Unternehmens, erzielte zuletzt einen Umsatz von etwa 390 Millionen Euro. Angaben zu Gewinn oder Verlust wurden nicht gemacht. Das Unternehmen beschäftigt in Deutschland rund 4400 Mitarbeiter und betreibt mehr als 300 Filiale. Insgesamt arbeiten für den Deko-Händler im deutschsprachigen Raum nach eigenen Angaben 6500 Mitarbeiter.

Gehälter bei Depot bis September gesichert

Christian Gries kündigte an, dass es bis zum Jahreswechsel einen Plan geben soll. „Wir werden sehr zügig auf alle Beteiligten – insbesondere natürlich Mitarbeiter, Vermieter, Lieferanten und Geschäftspartner – zugehen und gemeinsam die nächsten Schritte besprechen“, so Gries in einer Mitteilung.

Das Unternehmen soll seinen Geschäftsbetrieb uneingeschränkt fortsetzen. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter in Deutschland sind bis September gesichert. Das Ziel ist es, bis spätestens zum Jahreswechsel einen Plan für die Neuausrichtung des Unternehmens zu haben. In den kommenden Monaten dürften also auch die Filialen in Frankfurt erst einmal weiter geöffnet bleiben.

Für die 34 Depot-Filialen in der Schweiz wird das Schutzschirmverfahren voraussichtlich keine relevanten Auswirkungen haben. Für die Standorte in Österreich ist das Ziel, einen Großteil davon weiterzuführen. (nhe/dpa)

Aufatmen konnten zuletzt die Mitarbeiter des Kaufhausriesen Galeria Karstadt an der Frankfurter Hauptwache. Die Filiale bleibt geöffnet – genauso wie die neun anderen hessischen Geschäfte des Warenhauses. Verdi ist dennoch nicht zufrieden.

Rubriklistenbild: © Axel Heimken/dpa

Kommentare