VonChristoph Manusschließen
Galeria an der Frankfurter Hauptwache bleibt geöffnet, wie die anderen neun hessischen Filialen des Warenhauses. Verdi ist dennoch nicht zufrieden.
Frankfurt – Die Ankündigung, das Warenhaus Galeria an der Frankfurter Hauptwache und die weiteren neun Standorte des Unternehmens in Hessen weiter zu betreiben, stößt bei den Beschäftigten auf Erleichterung. Natürlich gebe es in jeder einzelnen Filiale, die nicht geschlossen wird, ein Aufatmen, sagte Katja Deusser von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Die Schließungen seien aber falsch, betont sie zugleich.
Galeria Kaufhof schließt 16 Filialen – Rhein-Main-Gebiet auch betroffen
Zudem sei nicht klar, wie sicher die Zukunft der verbliebenen Standorte ist. Die neuen Investoren müssten ein echtes Zukunftskonzept vorlegen. Die angekündigten Investitionen reichten nicht aus, sagte die Gewerkschaftssekretärin am Montag (29. April). Es gelte etwa, mehr Personal auf die Fläche zu bringen, aber auch den Online-Vertrieb zu stärken.
Galeria hatte am Samstag (27. April) mitgeteilt, 16 der bisher 92 Filialen zu schließen. Aus dem Rhein-Main-Gebiet ist nur das Haus in Mainz darunter. Außer dem Warenhaus in Frankfurt bleiben auch die Standorte in Bad Homburg, Darmstadt, Fulda, Gießen, Kassel, Limburg, im Main-Taunus-Zentrum, im Rhein-Neckar-Zentrum Viernheim und Wiesbaden geöffnet.
Wird Galeria an der Frankfurter Hauptwache umgestaltet oder verkleinert?
Joachim Stoll, Vizepräsident des Handelsverbands Hessen-Süd, zeigt sich nicht überrascht, dass das Warenhaus an der Hauptwache bleiben soll. Es habe eine Top-Lage und sei ja erst vor wenigen Jahren modernisiert worden, sagte er der FR. „Es ist eines der Warenhäuser, deren Überleben am leichtesten zu organisieren ist.“ Das heiße aber nicht, dass das Frankfurter Haus nicht vielleicht umgestaltet oder verkleinert werden müsse.
Für die Frankfurter Wirtschaftsdezernentin Stephanie Wüst (FDP) zeugt der Verbleib von Galeria an der Hauptwache, von der Stärke und Bedeutung der lokalen Wirtschaftskraft in herausfordernden Zeiten. Sie spricht zudem von einem leuchtenden Beispiel dafür, „wie Beständigkeit und Anpassungsfähigkeit zum nachhaltigen geschäftlichen Erfolg führen können“. (Christoph Manus)
Rubriklistenbild: © Renate Hoyer

