Hausbesetzung

Dondorf-Druckerei erneut besetzt: Polizei barrikadiert Tor zum Gelände – „Das ist unser Haus“

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Die frühere Druckerei in Frankfurt war bereits im Juni besetzt worden.
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    Christoph Manus
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Die Dondorf-Druckerei in Frankfurt ist am Samstag zum zweiten Mal in nur wenigen Monaten besetzt worden. Die Polizei begann nur gut zwei Stunden später mit einem Räumungsversuch.

Update von Samstag, 9. Dezember, 19.05 Uhr: Die frühere Druckerei Dondorf im Frankfurter Stadtteil Bockenheim bleibt wohl zumindest über Nacht besetzt. Noch immer liegt nach Angaben einer Sprecherin der Gruppe „Die Druckerei“, die gegen einen Abriss des Gebäudes und für eine kulturelle Nutzung des Hauses kämpft, weder ein Strafantrag noch ein Räumungsbeschluss vor. Die Polizei hat sich zurückgezogen.

Update von Samstag, 9. Dezember, 17.40 Uhr: Die Besetzung der früheren Druckerei Dondorf an der Unibibliothek in Frankfurt dauert an. Die Polizei hat gegen 16 Uhr das Tor zum Gelände barrikadiert. Sie ist mit sehr vielen Einsatzkräften vor Ort. Eine Aktivistin wurde, kurz nachdem die Polizei versuchte, eine Kundgebung vor dem Tor aufzulösen, humpelnd von anderen Aktivisten weggetragen.

Ihren Aufforderungen, das Gelände zu verlassen, kommen die Besetzer:innen bisher nicht nach, rufen „Das ist unser Haus“. Nach Angaben einer Sprecherin der Gruppe „Die Druckerei“ gibt es noch keinen Strafantrag und keinen Räumungsbeschluss. Sie spricht von einer festgenommenen Person. Trotz strömenden Regen versammelten sich vor dem Gebäude etwa 100 Menschen zu einer Spontankundgebung.

Die frühere Druckerei Dondorf in Frankfurt ist am Samstag, 9. Dezember, erneut besetzt worden.

Aktivist:innen besetzen Dondorf-Druckerei

Erstmeldung von Samstag, 9. Dezember, 16.32 Uhr: Frankfurt - Die Gruppe „Die Druckerei“ hat am früheren Samstagnachmittag (9. Dezember) erneut die frühere Dondorf-Druckerei im Frankfurter Stadtteil Bockenheim besetzt. Sie will mit der Aktion erreichen, dass das Backsteingebäude nicht abgerissen und vom Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik durch einen Neubau ersetzt wird, wie das bisher geplant war, sondern erhalten bleibt und als kulturelles Zentrum für die Stadtgesellschaft genutzt wird.

Aktivistin: „Die Druckerei hat ihre Tore wieder geöffnet“

„Die Druckerei hat ihre Tore wieder geöffnet“, sagte eine Aktivistin gegen 14.30 Uhr. Und ermunterte, auf das Gelände zu gehen. Aus einem Fenster im fünften Geschoss hielten andere ein Banner mit Aufschrift „Klimagerechte statt prekäre Wissenschaft“. Auf einem weiteren Banner war „Häuser erhalten für’s Klima, Die Druckerei lebt“, zu lesen. Schon gegen 16 Uhr begann die Polizei aber das Gebäude aus dem 19. Jahrhundert zu räumen.

Die Initiative war bereits im Juni in das Gebäude an der Sophienstraße eingedrungen und hatte gezeigt, wie dieses aus ihrer Sicht mit Leben gefüllt werden könnte. Damals hatte die Goethe-Universität, der die frühere Dondorf-Druckerei gehört, die Besetzung nach rund drei Wochen mit einem Polizeieinsatz beenden lassen.

Initiative: „Wir nehmen uns diese Räume immer wieder“

Mit der erneuten Besetzung zeige die Gruppe, dass sie immer noch für ihre Ziele kämpfe, sagte Jule Liebig, eine Sprecherin der „Druckerei“ gegen 14.30 Uhr vor dem Tor des Komplexes im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau. „Wir nehmen uns diese Räume immer wieder.“

Der Asta der Goethe-Uni hatte die erneute Besetzung schon kurz nach deren Beginn ausdrücklich unterstützt. „Jetzt kann das Präsidium der Goethe-Universität beweisen, dass sie falschen Entscheidungen aus der Vergangenheit in Bezug auf Besetzungen, wie der von End Fossil: Occupy!, gelernt hat“, hieß es. „Die Polizei ist kein probates Mittel im Umgang mit den eigenen Studierenden.“ sagte Emma Scholz aus dem AStA-Vorstandskollektiv.. „Wir bestehen darauf, dass eine Universität ein gewaltfreier Ort des Dialoges sein muss.“ (Christoph Manus)

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