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Nach der nächsten Insolvenz: Sorgen um Galeria an der Frankfurter Hauptwache

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Wie es mit dem Warenhaus Galeria an der Frankfurter Hauptwache weitergeht, ist nach dem Insolvenzantrag sehr ungewiss. Wichtig könnte werden, wie viel Miete dieses künftig zahlt.

Nach dem dritten Insolvenzantrag von Galeria Kaufhof Karstadt innerhalb von nur drei Jahren könnte auch der Weiterbetrieb des traditionsreichen großen Warenhauses an der Frankfurter Hauptwache, das erst vor zwei Jahren erneuert und als „Weltstadthaus“ neu eröffnet wurde, auf der Kippe stehen. Für die Frankfurter Innenstadt wäre ein Aus des Warenhauses ein riesiger Schlag. Es gilt als extrem wichtiger Frequenzbringer. Zudem ist der Leerstand an der Zeil seit Ausbruch der Corona-Pandemie bereits sehr gewachsen. Noch scheint es aber durchaus Hoffnung für das Haus zu geben, das bereits zwei Insolvenzen überstand.

Das Unternehmen sprach am Donnerstag von einem „Befreiungsschlag“ und dem Ziel, den Geschäftsbetrieb von Galeria mit einem neuen Eigentümer fortzuführen. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi forderte den vorläufigen Insolvenzverwalter auf, die verbliebenen 12.000 Arbeitsplätze bei Galeria zu sichern. Zu den Auswirkungen der Insolvenz auf den Frankfurter Standort wollte sie sich am Dienstag noch nicht äußern.

Das Warenhaus Galeria an der Hauptwache in der Frankfurter Innenstadt überstand bereits zwei Insolvenzen.

Hessischer Handelsverbandsvize: „Kann mir nicht vorstellen, dass Top-Haus leer steht“

Die Situation bei Galeria an der Hauptwache ist kompliziert. Die Warenhauskette gehört der Signa-Gruppe, die selbst bereits Insolvenz angemeldet hat. Auch die Immobilie ist in Signa-Eigentum. Galeria ist nur Mieterin.

Joachim Stoll, Vizepräsident des Handelsverbands Hessen-Süd, hegt trotz des Insolvenzantrags Hoffnung, dass es bei Galeria an der Hauptwache weitergeht. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass so ein Top-Haus leer steht“, sagte er am Dienstag im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau. Es sei optimal gelegen, etabliert und hochwertig umgebaut worden. „Das Haus ist es wert, dass es weiterbetrieben wird.“

Mieten für Warenhaus an der Hauptwache in Frankfurt gelten als sehr hoch

Er hoffe sehr, dass Galeria das Warenhaus geöffnet halte oder sich ein Investor finde, der es übernimmt, sagte Stoll. Eine Zukunft habe es allerdings nur, wenn die Mieten sänken. Diese gälten selbst für diesen Standort als überhöht. Signa müsse Galeria also entgegenkommen. Auch die Signa-Gläubiger müssten ein Interesse haben, dass ein umgebautes Haus weiterhin Miete zahle, wenn auch auf einem anderen Niveau, sagte der Einzelhandelsexperte am Dienstag der FR.

Die Einleitung des Insolvenzverfahrens stelle für die Beschäftigten von Galeria an der Hauptwache eine hohe Bürde dar, sagte die Frankfurter Wirtschaftsdezernentin Stephanie Wüst (FDP). Dieses könne aber auch eine Chance sein, die Warenhäuser neu aufzustellen. Sie hoffe für die Beschäftigten und das Haus, das ein Magnet für Besucher:innen aus der Region und aus aller Welt sei, sehr, dass das weitere Verfahren positiv verlaufe.

Auch Zukunft des früheren Karstadt-Warenhauses an der Zeil ist offen

Galeria hatte Ende Juni 2023, trotz einstiger Zusagen von Signa, dieses bis Januar 2025 geöffnet zu halten, das frühere Warenhaus Karstadt an der Zeil geschlossen. Das Modehaus Aachener übernahm die Räume, um dort ein Warenhaus namens „Aachener Department Store“ zu betreiben.

Nachdem das hinter Aachener stehende Unternehmen TEH Textilhandel Ende November Insolvenz beantragte, ist aber auch die Nutzung dieser Immobilie ungewiss. Aachener hat das Warenhaus nach einem monatelangen Saisonverkauf von Sport- und Outdoorartikeln und Fahrrädern zwar dennoch Anfang Dezember eröffnet, allerdings – zumindest zunächst – nur auf einer Etage.

Früheres Karstadt-Gebäude in Frankfurt soll mittelfristig einem Neubau weichen

Beim früheren Karstadt-Gebäude geht es allerdings ohnehin nur um eine mittelfristige Nutzung als Warenhaus. Das Unternehmen Sahle Wohnen, dem ein Großteil des Warenhausareals gehört, würde den Komplex gerne vom Jahr 2026 an durch einen siebengeschossigen Neubau ersetzen. Dieser soll nach dessen Vorstellungen Platz für Einzelhandel, aber auch Apartments und ein Hotel bieten.

Rubriklistenbild: © Renate Hoyer

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