VonChristoph Manusschließen
Die Stadt Frankfurt will mit mehr Personalmanagement Beschäftigte halten und neue gewinnen. Sie versucht auch auf anderen Wegen, die Verwaltung leistungsfähig zu halten.
Die Stadt Frankfurt will mehr unternehmen, um als Arbeitgeberin attraktiv zu sein und so Beschäftigte zu halten und neue hinzuzugewinnen. Dabei setzt Personaldezernent Bastian Bergerhoff (Grüne) auf eine Stärkung des strategischen Personalmanagements, das nach einer Magistratsvorlage, die Donnerstag kommender Woche Thema im Stadtparlament ist, 14,75 neue Stellen erhält.
Die Stadtverwaltung stehe vor großen Herausforderungen, sagte der Stadtrat und sprach von einem Zuwachs an Aufgaben, der nicht nur mit der wachsenden Bevölkerung zu tun haben, einer älter werdenden Belegschaft, von der ein großer Teil in den kommenden Jahr in den Ruhestand gehe, geänderten Anforderungen und einer starken Konkurrenz um Arbeitskräfte. Schon jetzt sind 15 Prozent der 10 385 Planstellen in der Kernverwaltung nicht besetzt. Zu wenig Personal gibt es etwa in der Ausländerbehörde und der Bußgeldstelle. Und die Stadt tut sich, wie viele andere Arbeitgeber, schwer, dies zu ändern. Bergerhoff wies darauf hin, dass die Stadt bei der Qualität der öffentlichen Verwaltung bei einer Befragung der Uni Freiburg für einen „Glücksatlas“ dennoch bei den Großstädten ganz vorne gelegen habe.
Krankenstand bei Stadt Frankfurt soll um fünf Prozent sinken
Die neuen Beschäftigten im Personal- und Organisationsamt sollen der Stadt helfen, in acht Handlungsfeldern Ziele zu erreichen. Dabei geht es etwa um eine Reduzierung des Krankenstands. Der lag im vergangenen Jahr mit im Schnitt 33,4 Tagen auf einem Höchstwert. Gelinge es, den Krankenstand, wie erhofft, um fünf Prozent zu senken, könnten sich etwa 50 Menschen mehr als bisher um Aufgaben kümmern, sagte Bergerhoff. Das Personalamt hat bereits Ämter identifiziert, in denen zuletzt besonders häufig Beschäftigte krankheitsbedingt fehlten. In Gesprächen und anonymen Befragungen versucht es herauszubekommen, woran das genau liegt, bevor gemeinsam mit Ämtern, Personalrat und Beschäftigten an Verbesserungen gearbeitet wird.
Die Stadt will zudem die Ausbildungsquote weiter erhöhen. Die Zahl der Plätze in der zentralen Ausbildung ist bereits stark gestiegen, von 80 Einstellungen im Jahr 2004, auf 128 im Jahr 2013 und nun bereits 220. Nächstes Jahr würde die Stadt gern 250 neue Auszubildende einstellen.
Stadt Frankfurt will sich stärker in Schulen und Hochschulen präsentieren
Um junge Leute für eine Ausbildung oder die Arbeit bei der Stadt zu gewinnen, will die Stadt sich noch häufiger in Schulen und Hochschulen präsentieren, aber auch in Sozialen Netzwerken wie Instagram.
Beschäftigte sollen mehr Möglichkeiten erhalten, sich weiterzubilden. Dabei wird etwa eine digitale Lernplattform zum Einsatz kommen. Auch sonst soll die Digitalisierung vorangetrieben werden, auch um Beschäftigte zu entlasten. Die Rede ist etwa von digitalen Personalakten und digitalen Beihilfeanträgen.
Frankfurter Personaldezernent sieht keine Chance für Ballungsraumzulage
Nicht als Handlungsfeld genannt ist die Entlohnung. Dabei hatte sich der neue Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) im Wahlkampf für einen Frankfurt-Zuschlag für Erzieherinnen stark gemacht. Schon jetzt habe die Stadt für bestimmte Berufsfelder die Möglichkeit, Zuschläge zu zahlen, sagte Bergerhoff. Ballungsraumzulagen gebe der Tarifvertrag bisher nicht her. Er gehe aber auch nicht davon aus, dass der Wettbewerb um Arbeitskräfte über die Entlohnung zu gewinnen sei, hieß es auf Fragen hin.
