Personalmangel

Stadt Frankfurt soll ihren Beschäftigten Teile der Miete zahlen

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Der Gesamtpersonalrat der Stadt Frankfurt fordert im Wettbewerb um Fachkräfte bessere Arbeitsbedingungen: Betriebswohnungen, Mietzuschuss und Kantinen.

Frankfurt – Die Stadt Frankfurt sollte neue Betriebswohnungen für ihre Beschäftigten schaffen und Geringverdienenden einen Mietzuschuss zahlen. Darauf dringt der Gesamtpersonalrat. Viele der gut 15.000 Menschen, die für die Stadt tätig sind, könnten von dem Geld, das sie bekommen, nicht mehr bis Ende des Monats gut leben, sagte Gesamtpersonalratschef Christian Barthelmes am Dienstag vor Journalisten. Das habe zu einem großen Teil mit den hohen Mieten zu tun. Die seien in Frankfurt nach einer Auswertung des Unternehmens Immoconcept innerhalb von zehn Jahren um 36 Prozent gestiegen.

Personalmangel in der Stadtverwaltung mit Mietzuschuss bekämpfen

Von den Stellen in der Frankfurter Stadtverwaltung sind derzeit etwa 15 Prozent nicht besetzt. In den nächsten Jahren gehen sehr viele Beschäftigte in den Ruhestand. Der Stadt gelingt es aber schon jetzt immer schlechter, frei werdende Stellen neu zu besetzen. In dieser Situation müsse die Stadt alles tun, um im Wettbewerb mit der Privatwirtschaft und anderen öffentlichen Verwaltungen für Fachkräfte attraktiv zu sein, sagte Barthelmes nach einem Gespräch des Gesamtpersonalrats mit der hessisch-thüringischen DGB-Spitze. Andernfalls wachse die Gefahr, dass die Daseinsvorsorge unter dem Personalmangel im öffentlichen Dienst leide, sagte die stellvertretende Vorsitzende des DGB-Bezirks, Renate Sternatz.

Christian Barthelmes ist seit mehr als 15 Jahren Vorsitzender des Gesamtpersonalrats der Stadt Frankfurt. Er setzt sich für ein Wohngeld für deren Beschäftigte ein.

Gesamtpersonalrat der Stadt Frankfurt pocht auf eine Ballungsraumzulage

Der hessische DGB-Chef Michael Rudolph nannte es landesweit wichtig, die Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst zu verbessern, also etwa familienfreundlichere Arbeitsmodelle zu ermöglichen. Angesichts des hohen Fachkräftemangels werde es allerdings nicht reichen, mehr auszubilden und zu versuchen, den Anteil erwerbstätiger Frauen zu erhöhen. Auch eine Zuwanderung von Fachkräften werde nötig sein.

Zentral bleibt für den städtischen Gesamtpersonalrat die Forderung nach einer Ballungsraumzulage. Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) hatte diese im Wahlkampf aufgegriffen und einen Frankfurt-Zuschlag für Erzieher:innen versprochen. Personaldezernent Bastian Bergerhoff (Grüne) äußerte sich dagegen jüngst skeptisch. Im Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst gebe es keine Grundlage für eine Ballungsraumzulage, sagte er in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau. Darauf zu verweisen, sei zu wenig, kritisierte Mareike Müller, Büroleiterin der Geschäftsstelle des Gesamtpersonalrats im Pressegespräch. Bergerhoff solle sich stattdessen dafür einsetzen, dass eine solche Zulage möglich wird. Wege dahin gebe es durchaus.

Stadt Frankfurt soll Wohngelegenheiten schaffen und Mieten bezuschussen

Nach Ansicht des Gesamtpersonalrats sollte die Stadt auch mit anderen Mitteln versuchen, als Arbeitgeberin attraktiver zu werden. Wichtig sei es etwa, dass man alle Kantinen wieder öffne, sagte Barthelmes. Nicht nur die Römer-Kantine ist dicht. Geschlossen seien etwa auch die Kantinen des Amts für Bau und Immobilien in Bockenheim oder des Grünflächenamts im Gallus.

Der Gesamtpersonalrat will zudem erreichen, dass die Beschäftigten wählen können, ob sie wie bisher ein RMV-Jobticket oder das neue Deutschlandticket gestellt bekommen und setzt sich für eine städtische Lösung für Altersteilzeit ein. Personalrat und DGB dringen zudem auf bessere Mitbestimmungsmöglichkeiten im öffentlichen Dienst. (Christoph Manus)

Rubriklistenbild: © Monika Müller

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