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Peek&Cloppenburg auf der Frankfurter Zeil wird umgebaut und es könnte eine Grundschule ins Gebäude integriert werden. Im Römer sind manche skeptisch.
Frankfurt – Frankfurt braucht dringend Schulplätze, aber eine Schule auf der Zeil kommt im Römer nicht bei allen gut an. Die James Cloppenburg Real Estate Holding hatte am Dienstag angekündigt, beim Umbau des Peek & Cloppenburg-Gebäudes auf der Zeil auch das Ziel zu haben, eine zweizügige Grundschule im Haus zu realisieren. „Man kann sicher alles prüfen“, sagte Bau- und Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD). „Aber die Zeil ist eigentlich nicht der geeignete Ort für eine Grundschule.“
Für Planungsdezernent Marcus Gwechenberger (SPD) ist es ein richtiger Ansatz, Einzelhandel und Gastronomie mit anderen Nutzungen zu kombinieren. Und „wir prüfen auch, ob eine Schule in das Gebäude integriert werden kann“. Für Dezernentin Weber sollte aber vor dem Prüfen zunächst die Frage geklärt werden, ob die Zeil grundsätzlich ein geeigneter Ort für eine Schule ist. „Sonst lohnt sich die große Mühe nicht.“ Für sie ist die Einkaufsstraße für Grundschulkinder „zu unruhig, es gibt viel Publikumsverkehr“ und es gebe keinen Außenflächen für einen Schulhof. Deshalb kommt für sie die Zeil als Schulstandort eher nicht infrage.
Bedarf an Schulen in Frankfurt ist hoch – Ist die Zeil der richtige Ort?
Auch die bildungspolitische Sprecherin der CDU, Sara Steinhardt, ist von einer Grundschule auf der Zeil „grundsätzlich nicht überzeugt“. Sie würde ihr sechsjähriges Kind nicht alleine über die Zeil schicken wollen. „Und wir wollen ja zur Selbstständigkeit erziehen, wollen keine Eltern-Taxis.“ Aber die Zeil könnte morgens noch vermüllt sein, „und am Nachmittag ist sie voll“, sagt Steinhardt. Drogendealer würden die Kinder vielleicht nicht direkt ansprechen, seien aber nun einmal da. „Vielleicht kann man einen Schulweg finden, bei dem Kinder unbehelligt zur Schule kommen“, sagt sie. „Aber ich würde mein Kind nur ungern in diese Schule schicken.“
Andere Wege geht die Stadt inzwischen durchaus bei neuen Schulen. Im Schönhofviertel entsteht eine Schule, in der in den oberen Stockwerken noch Wohnungen zu finden sind. Zwei neue Gymnasien sollen in ein ehemaliges Bürogebäude ziehen. Erst Anfang Februar hatte der Ortsbeirat 1, zuständig für die Bezirke Altstadt, Bahnhof, Europaviertel, Gallus, Gutleut und Innenstadt, dann Schulen auf der Zeil ins Gespräch gebracht.
Ein Antrag der Grünen wurde verabschiedet, in dem der Magistrat aufgefordert wird, einen Schulstandort auf der Zeil zwischen Hauptwache und Konstablerwache einrichten zu lassen. Zum Beispiel in einem ehemaligen Kaufhaus. Die Idee wurde schon damals kontrovers diskutiert. Die einen warnen vor Gefahren durch „schwierige Gestalten“ auf der Zeil, die anderen sehen keinen sichereren Schulweg als eine Fußgängerzone.
Grüne: Mischnutzungen könnten Lösung bei Schul-Bedarf in Frankfurt sein
Die bildungspolitische Sprecherin der Grünen, Julia Frank, findet es gut, wenn eine Schulgründung im P&C geprüft wird. „Think outside the box“, sagt sie, „das ist eine gute Sache.“ Man müsse über Mischnutzungen sprechen. „Und in der Innenstadt leben auch Kinder, die fußläufig zur Schule kommen müssen.“ Der Bedarf an Schulen sei da, „wir dürfen keine Möglichkeit ungeprüft lassen“.
Weber sagt, sie verfolge die Diskussion über eine Schule auf der Zeil mit Interesse. Denn eines ist klar: Schulplätze werden in der Innenstadt gebraucht. Nun sei aber eine Schule im P&C sicher auch sehr teuer für die Stadt. „Da gibt es die höchste Preislage, die man überhaupt haben kann.“ (Sandra Busch)
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