Einkaufen

Kommt eine Grundschule ins Peek&Cloppenburg-Haus? – Umbau auf der Zeil mit innovativer Idee

  • schließen

Das P&C-Gebäude an der Frankfurter Zeil wird komplett umgebaut. Sogar eine Grundschule könnte dort künftig Platz finden. Auch sonst geht der Trend zur Nutzungsmischung.

Die Frankfurter Zeil steht vor einem riesigen Umbruch. In nur wenigen Jahren könnte sie sich von einer Einkaufsmeile in eine viel stärker gemischt genutzte Straße verwandeln, an der es außer Geschäften deutlich mehr Gastronomie, aber auch Bildungs- und Freizeitangebote gibt. Sehr stark verändern wird die Zeil etwa der am Dienstag angekündigte Umbau des Peek & Cloppenburg-Gebäudes. Denn dort soll man nach Plänen der James Cloppenburg Real Estate Holding (JC Real Estate), der die Immobilie Zeil 71-75 gehört, künftig nicht nur einkaufen und arbeiten können, sondern auch etwa lernen und Sport treiben.

Ausdrücklich nennt das Unternehmen auch die Integration einer zweizügigen Grundschule als Ziel. Der Frankfurter Planungsdezernent Marcus Gwechenberger (SPD) spricht auch von einer Sporthalle und einer öffentlichen Dachterrasse. In der Mitteilung ist zudem von Gastronomie und Spielplätzen die Rede.

Peek & Cloppenburg bleibt an der Zeil in Frankfurt. In dem Gebäude soll man nach dem Umbau aber nicht mehr nur einkaufen können.

Peek & Cloppenburg an der Zeil in Frankfurt bleibt während des Umbaus geöffnet

Hauptnutzer der Immobilie mit bisher etwa 30.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche wird allerdings Peek & Cloppenburg Düsseldorf bleiben. Das große Bekleidungshaus, das zu den wichtigsten Frequenzbringern in der Frankfurter Innenstadt gehört, soll auch während der Arbeiten geöffnet bleiben. Wann genau die beginnen, steht noch nicht fest. Das Unternehmen will die Pläne aber, wie es am Dienstag auf Anfrage der Frankfurter Rundschau mitteilte, zügig zur Umsetzung bringen.

Die Innenstadt habe sich im Zuge der Corona-Pandemie verändert, sagt Kevin Meyer, Mitglied der JC-Real-Estate-Geschäftsführung. „Um ihre Attraktivität für alle Nutzergruppen wieder zu steigern, muss in neue, innovative Flächen mit neuen Nutzungskonzepten investiert werden.“ Dazu werde die Umgestaltung des Gebäudes einen bedeutenden Beitrag leisten. Der angestrebte breite Nutzungsmix könne für eine Belegung der Immobilie und des Quartiers über den ganzen Tag hinweg sorgen und sich so auch positiv auf das Sicherheitsgefühl auswirken, hieß es in der Mitteilung.

Handelsverband nennt die Pläne innovativ und vielversprechend

Der Handelsverband Hessen lobt die Pläne sehr. „Die Vorschläge finden unsere volle Unterstützung, sie sind innovativ und vielversprechend“, sagte der Vorsitzende des Handelsverbands Hessen-Süd, Joachim Stoll, am Dienstag der Frankfurter Rundschau. Sie trügen zu einer Steigerung der Frequenz bei und dazu, „die junge Generation wieder an die Stadt zu gewöhnen“.

Entwürfe für die „Multi-Use-Immobilie“ mit dem etwas seltsamen Arbeitstitel „Midstad Frankfurt“ sollen in einem bereits begonnenen Wettbewerbsverfahren erarbeitet werden. Dazu beauftragte der Bauherr die Architekturbüros Holger Meyer Architekten (Frankfurt), Meixner Schlüter Wendt, Schmidt Plöcker Architekten, Schneider + Schumacher aus Frankfurt, HPP aus Düsseldorf, Kadawittfeldarchitektur aus Aachen und Renzo Piano Building Workshop aus Genua.

Erste Entwürfe für Umbau des P&C-Gebäudes an der Zeil gibt es am 10. Juni

Eine von Bauherr JC Real Estate und dem Frankfurter Stadtplanungsamt ausgewählte Fachjury will die Entwürfe bereits am 11. Juni bewerten. Schon am Vortag sollen die Vorschläge der Mitteilung nach erstmals öffentlich präsentiert werden.

Die Zeil wird nicht nur wegen der Arbeiten auf dem P&C-Areal jahrelang eine riesige Baustelle sein. Weitere große, zum Teil seit langem leerstehende, Geschäftsgebäude werden umfassend umgebaut oder durch Neubauten ersetzt. Dabei ändert sich die Nutzungsmischung teilweise sehr, die Verkaufsflächen sinken deutlich.

Esprithaus an der Zeil in Frankfurt wird bald umgebaut

So soll etwa das frühere Esprithaus, Zeil 121, das dem Modeunternehmen einst als Flagshipstore diente, nach dem nun beginnenden Umbau nur noch auf zwei Etagen Platz für Läden bieten. Darüber sollen loftähnliche Büros entstehen. Revitalisiert werden soll auch der große Gebäudekomplex, im dem früher das Kaufhaus M. Schneider seinen Sitz hatte.

Große Veränderungen wird es auch auf dem früheren Karstadt-Areal geben. Nach der Schließung des Warenhauses Galeria Karstadt Kaufhof wird zumindest das Erdgeschoss seit vergangenem Jahr als Aachener Department Store genutzt. Mittelfristig will der Haupteigentümer des Komplexes, Sahle Wohnen, die Immobilie aber abreißen und durch einen Neubau ersetzen. Das Unternehmen und die Stadt sind bereits in Gesprächen über die künftige Nutzung. Sahle denkt unter anderem an ein Hotel. Planungsdezernent Gwechenberger ist wichtig, dass es auf mindestens zwei bis drei Etagen weiterhin Einzelhandel gibt.

Baustelle auf früherem Sportarena-Areal an der Hauptwache ruht derzeit

Unklar ist, wie es auf dem früheren Sportarena-Areal an der Hauptwache weitergeht. Dort ruhen seit der Insolvenz von Signa Real Estate die im Sommer begonnenen Arbeiten an einem neuen Geschäfts- und Bürohaus. Gwechenberger zeigte sich jüngst im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau aber zuversichtlich, dass noch im ersten Halbjahr eine Lösung gefunden werde, wie es dort weitergeht. Dafür spreche, dass der Rohbau so gut wie fertig und die Fassade teilweise schon produziert sei.

Siehe auch den Kommentar: Umbau auf der Zeil in Frankfurt: Chance für mehr Leben

Rubriklistenbild: © Boeckheler

Kommentare