Wirtschaft

„Alamierend“ – Neue Studie zeigt: Start-ups sind mit dem Standort Frankfurt unzufrieden

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Frankfurt und Hessen tun einiges, um für Start-ups attraktiv zu sein. Trotzdem wird der Standort im Vergleich schlecht bewertet.
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Frankfurt schneidet bei einer Befragung unter Start-ups sehr schlecht ab. Selbst zum Zugang zu Kapital äußern sich die hiesigen Gründer negativer als der Bundesschnitt.

Frankfurt – Nicht einmal jedes dritte Start-up aus Frankfurt ist nach Zahlen des Deutschen Start-up Monitors mit den Bedingungen für Gründerinnen und Gründer am Standort zufrieden. Bundesweit bewerteten bei der Befragung für die vom Start-up Verband und der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC herausgegebene Studie dagegen 58 Prozent der 2000 befragten Start-ups das „Ökosystem“ in ihrem Umfeld mit gut oder sehr gut. Viel besser als Frankfurt schneidet etwa Darmstadt ab, das bei 56 Prozent der Start-ups gute Bewertungen erhält.

88 Prozent der 123 befragten hessischen Start-ups können sich trotz der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Lage vorstellen, wieder zu gründen. Nur noch jedes Zweite würde dies aber erneut in Hessen tun. 21 Prozent präferierten dafür einen anderen Standort in Deutschland, sogar 29 Prozent einen im Ausland.

Standortleiter von PwC nennt Ergebnisse zu Start-ups in Hessen alarmierend

Die Start-ups aus Hessen schätzen ihr wirtschaftliches Umfeld im Schnitt in fast allen Kategorien schlechter ein als der Bundesdurchschnitt. So zeigen sich etwa ausgerechnet am Finanzplatz Frankfurt nur 23 Prozent der Gründer:innen zufrieden mit ihrem Zugang zu Kapital; bundesweit liegt der Wert immerhin zehn Prozentpunkte höher. Bundesweit geben 70 Prozent der Start-ups gute Noten für das Netzwerk zu anderen Gründer:innen an ihrem Standort. In Hessen zeigen sich nur 49 Prozent zufrieden.

Der Standortleiter von PwC in Frankfurt, Bernd Roese, nennt die Ergebnisse alarmierend. „Sie zeigen, dass Hessen und insbesondere die größte hessische Stadt Frankfurt ihr Start-up-Ökosystem in Form von Vernetzungsmöglichkeiten dringend stärken muss.“ Start-ups seien Motoren für Innovation und digitale Transformation. „Umso wichtiger ist es, dass unser Bundesland seine wirtschaftspolitischen Initiativen ausbaut und gleichzeitig die Sichtbarkeit des hessischen Start-up-Ökosystems erhöht“, sagt Roese. Es gebe bereits zahlreiche Angebote für Gründer:innen. Diese seien aber kaum gebündelt und es fehle ein sichtbares Zentrum.

Auch die Stadt Frankfurt unternimmt seit Jahren durchaus einiges, um die Start-up-Szene zu fördern und sichtbarer zu machen. So verleiht sie etwa am heutigen Mittwoch zum fünften Mal den Preis „Start-up of the Year“. Ins Finale haben es die Unternehmen Biovox, Etalytics, Visometry, Summetix und Leverest geschafft.

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