VonCaspar Felix Hoffmannschließen
In Frankfurt gehören WG-Zimmer für Studierende zu den teuersten in Deutschland. Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Mieten weiter steigen.
Frankfurt – Studierende in Frankfurt stehen bei der Suche nach einer geeigneten Unterkunft vor besonderen finanziellen Herausforderungen. Eine Untersuchung des Moses Mendelssohn Instituts (MMI) in Zusammenarbeit mit dem Immobilienportal wg-gesucht.de hat ergeben, dass die Mieten für WG-Zimmer in Frankfurt zu den höchsten in Deutschland gehören. Aktuell werden dort durchschnittlich 670 Euro pro Monat für ein WG-Zimmer verlangt, das sind 90 Euro mehr als im Vorjahr.
Diese Entwicklung spiegelt einen bundesweiten Trend wider: Die Kosten für WG-Zimmer in Hochschulstädten bleiben hoch, auch wenn sich der extreme Preisanstieg der letzten Jahre etwas abgeschwächt hat. Im Durchschnitt müssen Studierende in Deutschland 479 Euro im Monat für ein WG-Zimmer aufbringen, sieben Euro mehr als noch vor einem halben Jahr.
Besonders betroffen sind neben Frankfurt auch München, mit einer durchschnittlichen Monatsmiete von 760 Euro, sowie Berlin, Hamburg und Köln mit ebenfalls überdurchschnittlich hohen Mieten. Die steigenden Wohnkosten stellen viele Studierende vor finanzielle Probleme, zumal die derzeitige Bafög-Wohnkostenpauschale von 360 Euro in vielen Städten nicht einmal für ein durchschnittliches Zimmer ausreicht.
Wohnkosten für Studierende: Frankfurt gehört zu den teuersten Städten
Matthias Anbuhl, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Studierendenwerks, kritisiert die Situation als „neue Form der sozialen Auslese“. Die Möglichkeit, an einer Hochschule zu studieren, hänge zunehmend davon ab, ob man sich die Miete leisten könne. Das schränke die Freiheit der jungen Generation ein und sei eine bildungspolitische Misere.
Mittelfristig, so die MMI-Studie, könnten sich die Preise auf dem aktuellen Niveau stabilisieren, nachdem sie infolge der Covid-19-Pandemie und des Krieges in der Ukraine stark angestiegen waren. Stefan Brauckmann, Studienleiter und Geschäftsführer des MMI, sieht zwar eine Erholungsphase, betont aber, dass die Situation angespannt bleibt.
Die Untersuchung des MMI bezieht sich auf alle Hochschulstandorte in Deutschland mit mindestens 5000 Studierenden (ohne Fernuniversitäten und Verwaltungsfachhochschulen) und basiert auf Inseraten für unbefristete WG-Zimmer. Damit werden rund 89,4 Prozent aller rund 2,7 Millionen Studierenden in Deutschland erfasst. (cas)
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