Wohnen

Frankfurt: Viel zu wenige günstige Zimmer für Studierende

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In den vergangenen Jahren sind durchaus neue Studentenwohnheime in Frankfurt entstanden, wie hier an der Riedbergallee. Das Angebot ist aber immer noch zu gering.
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Die Mieten für WG-Zimmer in Frankfurt sind so hoch wie nie, die Warteliste für einen Platz im Wohnheim wächst. Die Lage für Studierende auf Wohnungssuche bleibt extrem schwierig.

In Frankfurt und Region ein bezahlbares Zimmer zu finden, bleibt für Studierende extrem schwierig. Die meisten günstigen Unterkünfte bietet das Studentenwerk Frankfurt. Es betreibt derzeit Wohnheime mit zusammen 3444 Plätzen, davon 3236 im Frankfurter Stadtgebiet, 87 in Wiesbaden, 94 in Rüsselsheim und 27 in Geisenheim. Mit Plätzen anderer Träger, etwa der Kirchen, gibt es in Frankfurt insgesamt etwa 5200 geförderte Wohnheimzimmer mit niedrigen Mieten. Die Nachfrage aber ist viel größer. Rechnerisch gibt es gerade einmal für neun Prozent der Studierenden einen Platz.

Ende März standen 2579 Menschen auf der Warteliste für einen Wohnheimplatz des Studentenwerks in Frankfurt. Das sind acht Prozent mehr als im Vorjahr. Entsprechend gering ist die Fluktuation. Zum Sommersemester gab es lediglich 266 Einzüge in Wohnheime des Studierendenwerks.

Ein WG-Zimmer in Frankfurt ist für viele nicht mehr bezahlbar

Auch ein günstiges Zimmer in einer Wohngemeinschaft zu ergattern, ist sehr schwierig. Das Moses-Mendelssohn-Institut sieht das Mietniveau hierfür in Frankfurt bereits bei 670 Euro im Monat. Das wäre ein Plus von 90 Euro in nur einem Jahr. Das Institut Empirica geht von etwas geringeren WG-Mieten aus. Es sieht das mittlere Preisniveau in Frankfurt bei 580, in Offenbach bei 548, in Wiesbaden bei 530 und in Darmstadt bei 507 Euro. Nicht nur in Frankfurt ist es also kaum möglich, eine Unterkunft zu finden, die mit der Wohnkostenpauschale des Bafög von 360 Euro im Monat gedeckt werden kann.

Stark gewachsen ist in den vergangenen Jahren das Angebot an Mikroapartments in privaten Wohnheimen. Die möblierten Einheiten sind aber in der Regel so teuer, dass sie nur für wenige Studierende infrage kommen. So werden etwa 154 Apartments, die ab Mai an der Voltastraße in Bockenheim zu haben sind, inklusive Nebenkosten ab 1400 Euro im Monat vermietet.

Der Asta der Frankfurter Goethe-Uni fordert eine Erhöhung des Bafög-Satzes

Eine Folge: Immer mehr Studierende müssen nach Beobachtung von Timo Wenninger, Referent für Wohnraum beim Asta der Goethe-Universität, bei ihren Eltern wohnen. Andere könnten sich ein Studium schlicht nicht mehr leisten. „Die hohen Wohnkosten schränken den Zugang für ökonomisch benachteiligte Gruppen stark ein“, sagt Wenninger. Besonders schwierig sei die Lage für Studierende aus dem Ausland. Diese hätten besonders schlechte Karten auf dem freien Wohnungsmarkt. Weil es viel zu wenig Wohnheimplätze gebe, drohe manchen gar die Obdachlosigkeit. Die Landesregierung müsse nun rasch mehr Geld für neue Wohnheime zur Verfügung stellen, fordert Wenninger. Nötig sei es zudem, die Wohnkostenpauschale des Bafög für Großstädte wie Frankfurt deutlich zu erhöhen.

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