VonChristoph Manusschließen
Weil eine Verlagerung des Frankfurter Festplatzes an das Messegelände als schwierig gilt, rückt Plan B in den Fokus. Doch zumindest der Schaustellerverband ist auch davon nicht begeistert.
Frankfurt – Weil die Europäische Schule einen Neubau auf dem Frankfurter Festplatz am Ratsweg erhalten soll, muss die Stadt einen neuen Standort für die Dippemess und andere Veranstaltungen suchen. Bisher galt als favorisierte Lösung, dass ein Parkplatz der Messe am Rebstockgelände zum neuen Festplatz wird. Weil sich bislang aber keine Lösung abzeichnet, wie künftige Nutzungskonflikte zwischen der Messe Frankfurt, die die Flächen für Auf- und Abbauten benötigt, und den Anforderungen für einen Festplatz zu lösen sind, gerät nun stärker ein Areal am Kaiserlei im Blick.
Die Stadt hat, wie zunächst die „FAZ“ berichtete, bereits prüfen lassen, ob der Festplatz auf Flächen an der Stadtgrenze zu Offenbach passen würde, die einst als Standort für eine Multifunktionshalle im Spiel waren, für die nun voraussichtlich am Waldstadion Platz sein könnte. Nach FR-Informationen war das Ergebnis positiv. Die Stadtregierung will sich allerdings noch nicht dazu äußern. Bau- und Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) bestätigte auf Anfrage lediglich, dass parallel zur Untersuchung des Ratswegareals als Standort für die Europäische Schule derzeit stadtintern untersucht wird, wohin der Festplatz verlagert werden könnte. „Hier gibt es allerdings keine Zwischenstände, die kommuniziert werden können.“
Grüne sehen noch Chance für Festplatz am Rebstock
Das Areal an der Messe sei offenbar nicht als Festplatz geeignet, sagte Albrecht Kochsiek, der planungspolitische Sprecher der CDU im Römer, am Dienstag auf FR-Anfrage. Deshalb sei es sinnvoll, weitere Optionen zu prüfen. Das müsse aber in Abstimmung mit den Schaustellern geschehen.
Julia Frank, die planungspolitische Sprecherin der Grünen, hält es dagegen noch nicht für ausgemacht, dass die logistischen Probleme am Messeareal nicht lösbar seien. Der Rebstock sei als Standort nicht vom Tisch. Auch der Kaiserlei komme aber in Betracht. Näher beurteilen lasse sich das allerdings erst, sobald die Ergebnisse der Prüfungen vorliegen.
Schaustellerverband hätte Dippemess gern weiter am Ratsweg
Der Stadtverordnete Simon Witsch nennt das Areal am Kaiserlei eine ernsthafte Alternative, falls die Probleme am Rebstock nicht zu lösen seien. Deshalb sei es gut, dass beide Standorte mit Sorgfalt geprüft würden, sagte der Planungspolitiker der SPD. Wichtig sei beim weiteren Vorgehen der Dialog mit den Schaustellern.
Der Schaustellerverband Frankfurt / Rhein-Main hält sehr wenig von den Überlegungen. Die Fläche am Kaiserlei sei als Festplatz noch schlechter geeignet als der Rebstock, sagte dessen Sprecher, Thomas Roie, am Dienstag der Frankfurter Rundschau. Er stört sich etwa an der Lage, ganz am östlichen Stadtrand, an der Grenze zu Offenbach. „Wird das dann noch als Frankfurter Dippemess wahrgenommen?“ Das Areal sei zudem schlechter an das Schienennetz angebunden. So oder so sei es sehr schwierig, ein etabliertes Fest wie die Dippemess an einem neuen Standort zu etablieren. Das könne Jahre dauern, sagte Roie. Und kündigte an: „Wir werden weiter dafür kämpfen, dass die Dippemess am Ratsweg bleibt.“
Dafür wirbt auch etwa die BFF-BIG-Fraktion im Römer. Sie sieht die Stadt in der Pflicht, umgehend Standortalternativen für den Neubau der Europäischen Schule zu suchen.
