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Mit zwei Jahrgängen ist die Friedrich-Wilhelm-Schule zur Skifreizeit in die Alpen gereist und setzt sich dabei auch mit dem Klimwandel und sozialen Unterschieden auseinander.
Eschwege – Der Skikurs der Friedrich-Wilhelm-Schule (FWS) Eschwege ist seit Jahrzehnten fester Bestandteil des Schulprogramms des Gymnasiums. Erstmals war das Ziel der Schülerinnen und Schüler in diesem Jahr die Gemeinde Seeboden in Kärnten. Hier wohnten die Mitreisenden in bester Lage in einem Sporthotel direkt am Millstätter See. „Wir möchten im Skikurs vor allem die einzigartigen pädagogischen Möglichkeiten der alpinen Sportart nutzen“, betont Fahrtleiter Jan Hofemeister. Hier stehe vor allem das Bewältigen eines zunächst übermäßig groß erscheinenden Hindernisses im Vordergrund. „Ich hätte zu Wochenbeginn niemals gedacht, dass ich das schaffen kann“, freut sich Max am Ende des letzten Skitages, als er die rote Piste nach oben blickt.
Auch die bereits fortgeschrittenen Schülerinnen und Schüler erzählen am Schlusstag begeistert von ihrer Rollenübernahme, bei der sie eine Anfängergruppe – begleitet von einem Skilehrer – durch das Skigebiet führen durften. Lilly aus der Klasse 9c gelang es hierbei, ihre Freundin Theresa so zu unterstützen, dass sie zunächst unüberwindbare Steilpassagen befahren konnte. Luca und Phil aus der Klasse 8a arbeiteten im Laufe der Woche an einem neuen Skikurs-Video, das am Tag der offenen Tür der FWS, am Samstag (10. Februar), vorgestellt werden soll. Hier hat Youtuber Marius Quast spontan seine Unterstützung in Form von Grußworten an die Schulgemeinde des Gymnasiums angeboten.
Bei aller Euphorie der Fahrtteilnehmer ist hinsichtlich des Klimawandels natürlich auch der reflektierte Umgang mit dem Thema Schneesport von Bedeutung. „Es ist wichtig, dass sich jeder Teilnehmer über seinen ökologischen Fußabdruck im Klaren ist. Jeder Einzelne in der Gesellschaft hat Möglichkeiten, die CO2-Produktion zu reduzieren. Einschränkungen in Bildung und Erziehung sollten hier an letzter Stelle stehen“, findet Hofemeister. Diese Diskussion mit den Schülern zu führen sei wichtig für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Thema Klimawandel.
Der Skikurs ermögliche weiterhin, soziale Unterschiede auszugleichen. „Hier bekommen Kinder die Möglichkeit, in den Alpen Ski zu fahren, für deren Eltern ein Skiurlaub sonst viel zu teuer wäre“, so der Fahrtleiter. Aus diesem Grund nehmen an der Friedrich-Wilhelm-Schule auch alle Schülerinnen und Schüler eines ganzen Jahrgangs am Skikurs teil. Gelingen könne dies nur durch die finanzielle Unterstützung der Ehemaligenvereinigung – dem Förderverein des Gymnasiums – und der Behörden des Werra-Meißner-Kreises. Die Vorbereitungen für die Veranstaltung im kommenden Schuljahr laufen, denn bereits die neuen Fünftklässler fragen regelmäßig: „Wann fahren wir endlich auf Skikurs?“ (red/ts)