VonAnja Hildmannschließen
Die winterliche Kälte hat Hessen weiter im Griff. Ein Wetter-Experte erklärt, wieso die Chancen auf Schneelandschaften trotzdem schlecht stehen.
Fulda - Nach einem niederschlagsfreien und anfangs sonnigen Donnerstag wird es in der Nacht auf Freitag laut Deutschem Wetterdienst (DWD) bewölkt in Hessen. Vereinzelt kann zudem etwas Schneegriesel fallen. Die Straßen könnten durch gefrierenden Sprühregen glatt werden, wie die Wetter-Experten warnten. Die Temperatur sinkt auf minus drei bis minus sieben Grad.
Frost und Glätte bestimmen Wetter in Hessen - Schnee in Sicht?
Erst kürzlich bescherten die niedrigen Temperaturen den Menschen in Osthessen die bisher kälteste Nacht des Winters. Während es in Bad Hersfeld minus 11,4 Grad kalt wurde, sanken die Temperaturen in Tann im Kreis Fulda auf minus 10,9 Grad. Der Wetterdienst hatte deshalb vor „strengem Frost“ gewarnt.
Am Freitag bleibt es den Prognosen zufolge überwiegend stark bewölkt. Am Nachmittag und Abend drohen im Norden Hessens leichte Niederschläge und Glätte. Die Höchsttemperaturen liegen nach DWD-Angaben bei null bis zwei Grad, im höheren Bergland herrscht leichter Dauerfrost um minus zwei Grad.
Trockenes und kaltes Winterwetter herrscht aktuell in ganz Deutschland. Grund dafür ist das Kältehoch Hannelore, wie Diplom-Meteorologe Dominik Jung am Donnerstag mitteilt. „Auch am Tag ist es aktuell recht kalt, allerdings gibt es nicht überall Dauerfrost. Gestern wurden bis zu plus 4 Grad erreicht. So geht es auch in den kommenden Tagen weiter. Meist nachts Frost, am Tag bis zu 5 oder 6 Grad über dem Gefrierpunkt.“
Und wie stehen die Chancen auf Schnee? Schließlich sollen die Skilifte in der Rhön am Wochenende wieder laufen. „Der deutet sich für Sonntagabend und für den Montag an. Dann ziehen Schneeschauer über Deutschland hinweg“, prognostiziert Jung. Der Schnee bleibe am Montag allerdings erst ab 200 bis 300 Metern liegen.
Sichere Prognose unmöglich: Meteorologe spricht von „Wetter-Krimi“
Ab Mittwoch wird es erneut spannend. Dann lege sich eine Luftmassengrenze über Deutschland. „Auf der kalten Seite kann viel Schnee fallen, 10 bis 20 Zentimeter, auf der warmen Seite ist es Regen oder anfangs auch Eisregen“, so der Meteorologe. Doch nach und nach zieht sich die Luftmassengrenze nach Norden zurück und die milden Luftmassen mit Regen können sich über Deutschland ausbreiten.
„Eine dauerhafte Einwinterung mit einer Schneedecke ist in Deutschland offenbar nicht in Sicht“, räumt Jung ein. Stattdessen müssten sich die Deutschen nächste Woche auf nasskaltes Schmuddelwetter einstellen. „Längerfristig soll der Januar in seiner zweiten Hälfte ohnehin wieder milder werden.“
Für Winterfreunde gibt es aber dennoch Hoffnung. Denn die Luftmassengrenze erschwere eine sichere Wetter-Prognose für die nächste Woche. „Zwischen einer deutlichen Milderung und neuer Kälte ist wirklich alles möglich“, betont der Meteorologe. „Für mich ist das ein echter Wetter-Krimi.“ (mit dpa-Material)
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