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Frosttage in Kassel und Nordhessen: DWD-Warnung, winterliche Aussichten und ihre Folgen

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Nordhessen rüstet sich für eine frostige Woche mit politischen Unruhen und eisigen Temperaturen. Während die Kälte Skifans erfreut, droht Obdachlosen Lebensgefahr.

Kassel - Der Winter ist zurück in Nordhessen: Die neue Woche bringt für die Region nicht nur Bauernproteste und einen möglichen Bahnstreik, sondern auch deutliche Minusgrade. Am Montag (8. Januar) liegen die Temperaturen tagsüber knapp unter dem Gefrierpunkt, in der Nacht zum Dienstag bleibt es in Kassel und Umgebung frostig. Im Bergland sind Temperaturen von bis zu minus zwölf Grad zu erwarten, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilt. Bis Dienstagmorgen warnen die Wetterexperten mit Sitz in Offenbach entsprechend vor „strengem Frost“ in ganz Nordhessen. Dafür bleibt es in den kommenden Tagen voraussichtlich heiter und niederschlagsfrei.

Das winterliche und sonnige Wetter setzt sich auch im weiteren Verlauf der Woche fort. Der DWD kündigt für Dienstag Dauerfrost bei Höchsttemperaturen zwischen minus vier Grad in Nordhessen und null Grad im Rhein-Main-Gebiet an. In der Nacht zum Mittwoch bleibt es klar, im Nordosten gibt es gelegentlich Wolkenfelder. Die Temperatur sinkt und es gibt mäßigen bis strengen Frost zwischen minus sieben und elf Grad, im Bergland gibt es teils strengen Frost bis minus dreizehn Grad. Der Mittwoch ist nach Angaben der Experten wolkenlos und niederschlagsfrei und die Temperaturen bleiben ähnlich, auch in der Nacht zum Donnerstag.

Wetter in Nordhessen: Frost und Sonne – Positive Nachrichten für Skifans in Hessen

Die Sonne geht an einem kalten Morgen über der Karlsaue auf.

Mit den niedrigen Temperaturen und dem klaren Himmel endet endgültig auch die Bedrohung durch Hochwasser in Hessen. Jenes hatte sich bereits in den vergangenen Tage nach regenreichen Wochen allmählich wieder zurückgezogen. Aktuell überschreiten in ganz Hessen nur noch drei Pegel die Hochwassermeldestufe 1 - am Main, der Nidder und der Weser. Das Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie rechnet auch hier allerdings nicht mehr mit einem weiteren Anstieg der Pegel.

Positive Nachrichten bedeutet das kalte Wetter insbesondere für die hessischen Skifans. Im Skigebiet Willingen in Nordhessen hofft man, den Skibetrieb mithilfe von technischer Beschneiung Mitte bis Ende der Woche wieder aufnehmen zu können. Die winterlichen Bedingungen würden so gut wie möglich für die Schneeproduktion genutzt werden, heißt es auf der Internetseite des Skigebiets. Die Schneeampel des Skilifts Oberreifenberg im Taunus steht dagegen weiter auf Rot.

Wintersport gibt es auch in Hessen: Die schönsten Bilder vom Feldberg bis Willingen

Wenn die Hänge des Großen Feldbergs im Taunus schneebedeckt sind und es friert, herrschen beste Bedingungen zum Rodeln, für Abfahrtski und Langlauf. Auch Wandertouren durch die weitläufigen Wälder des Taunus haben dann einen besonderen Reiz.
Wenn die Hänge des Großen Feldbergs im Taunus schneebedeckt sind und es friert, herrschen beste Bedingungen zum Rodeln, für Abfahrtski und Langlauf. Auch Wandertouren durch die weitläufigen Wälder des Taunus haben dann einen besonderen Reiz. © Jan Eifert/dpa
Bei winterlichen Wetterverhältnissen lädt der Skilift in Oberreifenberg zum Ski- und Snowboardfahren am Großen Feldberg im Taunus ein.
Bei winterlichen Wetterverhältnissen lädt der Skilift in Oberreifenberg zum Ski- und Snowboardfahren am Feldberg im Taunus ein. © IMAGO/Jan Eifert
Auch Rodelfans kommen am Feldberg auf ihre Kosten.
Auch Rodelfans kommen am Feldberg auf ihre Kosten. © Andreas Arnold/dpa
Wintersportler drängen sich am Kinderlift und der Skischule auf der 950 Meter hohen Wasserkuppe. Der Berg in der Rhön ist die höchste Erhebung Hessens und lädt im Winter zu allerlei Schneeaktivitäten ein.
Wintersportler drängen sich am Kinderlift und der Skischule auf der 950 Meter hohen Wasserkuppe. Der Berg in der Rhön ist die höchste Erhebung Hessens. © Frank Rumpenhorst/dpa
Eine Schülerin aus Alzenau steht am Nachmittag mit ihrer nagelneuen Skibrille auf dem Weg zum Gipfel der Wasserkuppe, nachdem es in der Nacht und am Vormittag stark geschneit hatte.
Eine Schülerin steht am Nachmittag mit ihrer nagelneuen Skibrille auf dem Weg zum Gipfel der Wasserkuppe, nachdem es in der Nacht und am Vormittag stark geschneit hatte. © Frank Rumpenhorst/dpa
Zwei Skiwanderer sind unterhalb des Gipfels an der Wasserkuppe unterwegs. Im Hintergrund ist das lokale Wahrzeichen, die ehemalige Radarkuppel „Radom“, zu erkennen.
Zwei Skiwanderer sind unterhalb des Gipfels an der Wasserkuppe im Osten Hessens unterwegs. Im Hintergrund ist das lokale Wahrzeichen, die ehemalige Radarkuppel „Radom“, zu erkennen.  © Andreas Arnold/dpa
Im Nordwesten Hessens lädt die Gemeinde Willingen im Upland zum Wintersport machen und schauen ein.
Im Nordwesten Hessens lädt die Gemeinde Willingen im Upland zum Wintersport machen und schauen ein. © Swen Pförtner
Jedes Jahr rückt Willingen in den Mittelpunkt des Sportgeschehens, wenn die besten Skispringer der Welt beim FIS Skisprung Weltcup auf der Mühlenkopfschanze auf Weitenjagd gehen.
Jedes Jahr rückt Willingen in den Mittelpunkt des Sportgeschehens, wenn die besten Skispringer der Welt beim FIS Skisprung Weltcup auf der Mühlenkopfschanze auf Weitenjagd gehen. © Swen Pförtner/dpa
Skifahrer sind bei Sonnenschein am Ritzhagen-Hang unterwegs. Willingen liegt im nordöstlichen Teil des Rothaargebirges.
Skifahrer sind bei Sonnenschein am Ritzhagen-Hang unterwegs. Willingen liegt im nordöstlichen Teil des Rothaargebirges. © Uwe Zucchi/dpa
Ski gut, Rodeln eingeschränkt: Skilift Hohes Gras
In den Hügeln des Naturpark Habichtswald gelegen, bietet der Skilift Hohes Gras alpinen Ski- und Rodelspass in der unmittelbaren Nähe zu Kassel. Der Lift befindet sich nicht weit vom Wahrzeichen der Stadt Kassel, der Herkules-Statue, entfernt. Der Lift wird diesen Winter allerdings saniert. © Rühlmann
Starten gleich ihre Rodelfahrt am Schloß Wilhelmshöhe (v.l.):Roland Weißing, Thomas Nickisch, Amy Visser (8 Jahre), Laura Bender (9 Jahre) und Talia Bender (7 Jahre).
Schlittenfahren im Kasseler Bergpark kann man unterhalb des Schlosses Wilhelmshöhe. Dort erstreckt sich eine Wiese über eine lange Fläche – die verwandelt sich im Winter in eine äußerst beliebte Strecke zum Schlittenfahren.  © Pia Malmus
Hoher Meißner Winter Februar 2010 Schnee Loipe Skifahrer Lift
Auch am Hohen Meißner in Nordhessen gibt es einen großen Skilift.  © Carl-Heinz Greim
Auch Snowboarder können sich am Eisenberg im Schnee vergnügen.
Der Eisenberg ist mit 636 Metern nicht nur der höchste Berg des Knüllgebirges, sondern auch die höchste Erhebung im Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Weithin sichtbar ist der Eisenberg insbesondere durch den 115 Meter hohen Fernsehturm. Der Berg ist nicht nur wegen des Wintersports ein lohnendes Ausflugsziel.  © Wenzel
Skipiste auf dem Hoherodskopf im Vogelsberg
Auch mitten in Hessen besteht es die Möglichkeit, Wintersport zu treiben: In der Ski- und Rodelarena Hoherodskopf im Vogelsberg gibt es Pisten zum Carven, Boarden und Rodeln. © Wiegand Erlebnistage
Eine Langläuferin ist im Sonnenschein auf einem schneebedeckten Feld oberhalb von Michelstadt im Odenwald unterwegs. Mit dem Skilift Beerenfeld gibt es im Süden Hessens auch eine aktive Skipiste. Der Pistenbetrieb am Mount Mackenheim wurde kürzlich eingestellt.
Eine Langläuferin ist im Sonnenschein auf einem schneebedeckten Feld oberhalb von Michelstadt im Odenwald unterwegs. Mit dem Skilift Beerenfeld gibt es im Süden Hessens auch eine aktive Skipiste. Der Pistenbetrieb am Mount Mackenheim wurde kürzlich eingestellt. © Frank Rumpenhorst/dpa

Der Winter ist zurück in Nordhessen

Lebensgefährlich können die kommenden Tage dagegen für wohnungslose Menschen werden. Amrei Tripp, Leiterin der Kasseler Tagesaufenthaltsstätte Panama des Vereins Soziale Hilfe, sieht beim Schutz von Obdachlosen vor Kälte nicht nur die Politik gefordert. „Wichtig ist, dass jeder Bürger aufmerksam ist“, sagte sie vor wenigen Wochen gegenüber der HNA. Sehe man nachts einen Obdachlosen, der Hilfe benötige, solle man unbedingt die Polizei anrufen. Wie viele Menschen im Winter der Kälte ausgesetzt sind, lässt sich schwer schätzen. Sozialarbeiterin Tripp geht von etwa 200 Personen aus. Viele kämen bei Bekannten unter. Einige aber schlafen auch bei Temperaturen weit unter null Grad draußen.

In Kassel war vergangenen Dezember ein Obdachloser in einer der ersten richtig kalten Nächte dieses Winters gestorben. Experten fordern mehr Hilfe für Betroffene. Die Stadt aber hält etwa Kältebusse nicht für erforderlich. (nhe/dpa)

Rubriklistenbild: © Uwe Zucchi/dpa

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