VonTobias Farnungschließen
Die Arbeitsagentur Fulda ohne Waldemar Dombrowski – eigentlich unvorstellbar. Doch nach rund 18 Jahren verlässt der 61-Jährige die Region. Und wechselt zum 1. September zum dbb Beamtenbund und Tarifunion nach Berlin.
Fulda - Die Organisation vertritt die Interessen von 1,3 Millionen Beamtinnen und Beamten sowie Tarifbeschäftigten im Öffentlichen Dienst. Ihr gehören insgesamt 41 Gewerkschaften an. Neben seiner Funktion als Zweiter Vorsitzender wird Dombrowski dort ebenfalls Fachvorstand Beamtenpolitik.
Waldemar Dombrowski – geboren in Polen und aufgewachsen im Ruhrgebiet – leitete seit 2006 die Arbeitsagentur in Fulda, die 2012 mit der Agentur in Bad Hersfeld fusionierte. In seiner Funktion setzte er von Anfang an auf Modernisierung sowie auf Kundennähe.
Arbeitsagentur-Chef Waldemar Dombrowski wechselt von Fulda nach Berlin
Auch die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den lokalen und regionalen Netzwerkpartnern und Arbeitsmarktakteuren war ihm stets wichtig, was Fuldas Landrat Bernd Woide (CDU) anlässlich der Verabschiedung am Dienstag (27. August) vor einigen Weggefährten Dombrowskis betonte.
„Menschen in Arbeit zu bringen, stand für Sie immer im Fokus. Das kann einer aber alleine nicht schaffen. Daher haben Sie den Kontakt zu Wirtschaft und Behörden in der Region immer sehr intensiv gepflegt“, sagte Bernd Woide.
Dass Waldemar Dombrowski „Großartiges“ für die Region geleistet hat, betonte Manfred Baumann, Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes Osthessen und gleichzeitig Vorsitzender des Arbeitsagentur-Verwaltungsausschusses. Er würdigte unter anderem, dass der scheidende Behördenchef zahlreiche Projekte in der Region vorangebracht habe.
Menschen in Arbeit zu bringen, stand für Sie immer im Fokus. Das kann einer aber alleine nicht schaffen. Daher haben Sie den Kontakt zu Wirtschaft und Behörden in der Region immer sehr intensiv gepflegt.
„Herr Dombrowski hat dabei immer sehr frühzeitig erkannt, was vor Ort wirklich nötig ist“, sagte Baumann. Er habe es geschafft, all die Menschen zu erreichen, die für die Agentur erreichbar waren. „Sie haben auch erheblich dazu beigetragen, dass die Region Menschlichkeit zugelassen hat.“
Waldemar Dombrowski selbst betonte wiederholt, wie glücklich er im Nachhinein sei, von Hof aus dem Ruf nach Fulda gefolgt zu sein. Zu dieser Zeit habe es nämlich auch ein attraktives Angebot aus Bayreuth gegeben. „Ich habe zwar einmal drüber geschlafen, wusste aber bereits am nächsten Morgen, dass ich bei meiner Entscheidung für Fulda bleiben würde.“
In seinen Dankesworten ging Dombrowski auf einige der Projekte und Netzwerkinitiativen ein, die er gemeinsam mit anderen – größtenteils Gästen der Abschiedsfeier – in der Region ins Leben rufen konnte. Als ein Beispiel nannte er die Bildungsmesse in Fulda – „die beste in Hessen übrigens“.
Mit der Fusion der beiden Arbeitsagenturen in Fulda und Bad Hersfeld schloss sich für den 61-Jährigen 2012 dann ein Kreis. Denn von 1997 bis 2002 war er bereits in der Geschäftsleitung in Bad Hersfeld aktiv. „Beide Agenturen zusammenzuführen war eine echte Herausforderung“, erklärte der zweifache Vater.
Denn auch wenn Fulda und Bad Hersfeld räumlich sehr nah beieinander seien, so seien doch die Strukturen, Abläufe und Mentalitäten in den beiden Institutionen grundlegend unterschiedlich gewesen.
Wer Dombrowskis Nachfolger wird, steht indes noch nicht fest: „Das Verfahren ist gestartet – und ich gehe davon aus, dass ein Nachfolger im Herbst anfangen dürfte“, sagte Waldemar Dombrowski, der jüngst in Bezug auf denArbeitsmarkt in Osthessen fehlende Impulse wegen der schwachen Konjunktur beklagt hatte.
Bis die Nachfolger-Frage geklärt ist führt Dombrowskis bisherige Stellvertreterin Katharina Henkel interimsweise die Agentur. Dombrowski schloss mit dem Satz, dass der Wechsel nach Fulda für ihr keine Herzensentscheidung gewesen sei, „sondern die absolut richtige Entscheidung.“
