VonVolker Niesschließen
Der enorme Anstieg der Straftaten mit dem Einsatz von Messern und anderen gefährlichen Gegenständen beschäftigt die Verantwortlichen der Stadt Fulda. Sie haben den Bahnhof aber schon länger im Blick.
Fulda - Die Ankündigung eines kompletten Waffenverbots am Wochenende für den Fuldaer Bahnhof durch die Bundespolizei lenkte den Fokus auf die Situation am Bahnhof. Die Sicherheitslage dort ist ein großes Thema.
Die Zahl der Straftaten, bei denen Messer eingesetzt wurden, hat sich 2022 im Vergleich im Bereich der Bundespolizeidirektion Koblenz auf knapp 100 Fälle fast verdreifacht, berichtete Sprecher Maximilian Irmen.
Ordnungsamt hat Bahnhof in Fulda schon lange im Blick - Rolle der Videoüberwachung
Bezieht man auch den Einsatz anderer gefährlicher Gegenstände ein – wie Schreckschusswaffen, Baseballschläger oder Pfefferspray – so hat sich die Zahl 2022 im Bereich der Bundespolizeidirektion Koblenz auf mehr als 200 fast verdoppelt.
„In diesem Jahr setzt sich der Anstieg fort“, erläuterte der Sprecher. Fulda sei dabei ein Schwerpunkt des Kriminalität mit Messern. Die Frage, warum das so ist, lasse sich kaum beantworten.
Außerhalb des Bahnhofs gab es jedoch keinen Anstieg der Kriminalität, erklärte Sprecher Dominik Möller vom Polizeipräsidium Osthessen. Für das Ordnungsamt der Stadt Fulda ist die Sicherheit um den Bahnhof wichtig, sagt Sprecher Johannes Heller.
„Die Sicherheitslage wird durch das Ordnungsamt gemeinsam mit der Landespolizei als unproblematisch eingeschätzt“, berichtet er. „Die Stadtpolizei kontrolliert im Auftrag des Ordnungsamts gemeinsam mit der Landespolizei den Bahnhofsplatz regelmäßig im Rahmen ihrer Streifen, alleine in diesem Jahr über 200 mal.“
Der Stadt Fulda ist nicht bekannt, aus welchen Gründen die Bundespolizei den Gebäudekomplex des Bahnhofs Fulda für eine temporäre Waffenverbotszone ausgewählt hat.
Häufige Feststellungen dabei seien Verstöße gegen das Alkoholverbot oder Verschmutzungen. „Auf dem Bahnhofsplatz halten sich zumeist Jugendliche oder auch Obdachlose auf, mit denen unsere Streifen das Gespräch suchen. Der Stadt Fulda ist nicht bekannt, aus welchen Gründen die Bundespolizei den Gebäudekomplex des Bahnhofs Fulda für eine temporäre Waffenverbotszone ausgewählt hat“, sagt Heller.
Auch nach der Ankündigung der Bundespolizei, im Bahnhof am nächsten Wochenende ab Freitagnachmittag eine Waffenverbotszone am Bahnhof zu errichten, plant die Stadt keine Erhöhung der Zahl der Streifen. „Die Kontrollen der Streifen werden schon seit längerem täglich am Bahnhof durchgeführt. Eine Verstärkung oder Erhöhung der Kontrollen plant die Stadt derzeit nicht.“
Video: BKA-Präsident plädiert für Waffenverbotszonen in Innenstädten
Eine wichtige Rolle für die Sicherheit um den Bahnhof spielt die Videoüberwachungsanlage. Stadtsprecher Johannes Heller erklärt:„Die Videoüberwachung ist ein wichtiges Instrument am Bahnhof wie auch am Universitätsplatz. Bei Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten ermöglicht es die Videoüberwachungsanlage, genaue und beweissichere Feststellungen zu den Tatumständen und zu tatverdächtigen Personen zu treffen.“
Hierdurch komme der Überwachung auch eine präventive Wirkung zu. Ein genauer Vergleich der Situationen mit und ohne Videoüberwachung sei jedoch nicht möglich, erklärt Johannes Heller von der Pressestelle der Stadt.
