VonChristopher Hessschließen
Wie wirkt sich die seit 1. Januar geltende Mehrwertsteuer in Höhe von 19 Prozent auf die Preise in den Restaurants aus? Das haben wir Dehoga-Chef und Gastronom Andreas Jahn gefragt.
Poppenhausen - Die Mehrwertsteuer auf Speisen wurde mit dem Jahreswechsel wieder von sieben auf 19 Prozent angehoben. Auch in der Region wurden in den Gaststätten die Preise erhöht. „Wir haben die Preise bei uns im Landgasthof bereits angepasst, ja. Für ein Schnitzel zahlt der Gast beispielsweise nun 40 Cent mehr.“
Ohne Beilage sind das 9,90 Euro. Mit Pommes rund 15 Euro. „Wenn Sie zu zweit Essen gehen, bedeutet das aktuell rund fünf Euro Mehrkosten insgesamt“, berichtet der 40 Jahre alte Dehoga-Chef und Gastronom Andreas Jahn im Gespräch mit unserer Zeitung.
Fulda: Dehoga-Kreisvorsitzender Jahn über die Preiserhöhung in der Gastronomie
Bei der Preisanhebung in der Gastronomie wird jedoch nicht nur die Erhöhung der Mehrwertsteuer berücksichtigt. Weitere Kosten spielen mit hinein, darunter fallen Gema-Gebühren und GEZ-Kosten. „Die zwölf Prozent, die jetzt für Speisen wieder draufgekommen sind, sind in der ganzen Rechnung nur das i-Tüpfelchen“, betont Jahn.
„Wir haben zahlreiche Kosten, die in die jetzigen Preiserhöhungen mit hineinspielen. Dazu gehören auch Gema-Gebühren, wenn wir Radio abspielen und GEZ-Kosten für jeden Fernseher auf unseren 20 Zimmern. Unseren Gästen bieten wir dazu Sky zum Fußball schauen an, alleine dafür zahlen wir 250 Euro – da wird der Preis je nach Größe des Betriebs berechnet. Und natürlich spielen die deutlich gestiegenen Energie- und Lebensmittelkosten sowie die Personalkosten eine große Rolle. All das spielt mit rein.“
Besonders die Lebensmittelkosten seien ein großer Faktor bei der Anhebung der Preise und spielen hier eine große Rolle. So habe eine Kiste Paprika vergangenen Jahr beispielsweise noch 15 Euro gekostet, mittlerweile kostet diese den Gastronom 32 Euro. „Auch andere Lebensmittel, das Fleisch, das natürlich regional sein soll, wird teurer. Und unser Personal wollen wir natürlich auch attraktiv bezahlen“, sagte der Dehoga-Chef.
Die Stimmung in anderen Betrieben in der Region sei laut Jahn noch verhalten. „Es gibt viele Betriebe, die erst einmal abwarten, wie sich das Ganze entwickelt und ihre Preise bisher noch gar nicht angehoben haben“, berichtet der Gastronom. Eine 20-prozentige Steigerung der Preise, wie sie viele befürchteten, sehe der Dehoga-Chef aktuell aber noch nicht. „Aber es ist schwer zu sagen, wie sich das entwickelt. Es ist zu befürchten, dass es nicht bei einer Preisanhebung in diesem Jahr bleibt“, so Jahn.
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Allerdings rechne er damit, dass Betriebe aufgrund der Preissteigerung nicht überleben werden. „Ich rechne damit, dass es auch in der Region einige Betriebe gibt, die aufgrund der Vielzahl an Mehrkosten schließen müssen, ja. Die gestiegene Mehrwertsteuer ist da für manche Betriebe einfach zu viel“, betont der Gastronom.
Für die geplante Gastronomie am Aueweiher haben zwei Investoren Bewerbungen bei der Stadt Fulda eingereicht. Für einen davon hat sich der Magistrat nun entschieden.

