VonChristopher Hessschließen
Dunkle Regenwolken statt blauer Himmel und Sonnenschein: Das verregnete Wetter in der Region führt zu leeren Freibädern und Schwimmbecken. Nur wenige Hartgesottene trauen sich derzeit ins kühle Nass. Dennoch liegen die Bäder mit den Besucherzahlen voll im Soll.
Fulda - Kalter Wind pfeift durch das Weit des Fuldaer Rosenbades, das seit dem 1. Mai geöffnet ist. Badegäste muss man an diesem Donnerstagmittag suchen, die große Liegewiese ist leergefegt. Nur wenige hartgesottene Schwimmer drehen in den drei Becken ihre Bahnen. Drei an der Zahl sind es am Mittag.
Fulda: In den Freibädern hoffen Bademeister auf besseres Wetter
„Mir macht das Wetter überhaupt nichts aus, ich komme täglich her“, sagt Stefan Zoth aus Fulda. Dann zieht er eine halbe Stunde seine Bahnen. Einen inneren Schweinehund müsse er dafür nicht überwinden. Genügend Platz im Becken hat er, denn er ist der Einzige. „Da kann ich das Schwimmen in vollen Zügen genießen“, witzelt er.
Bademeister Peter Bolz hat trotz des schlechten Wetters - es fühlt sich aktuell an wie ein verfrühter Herbst - gute Laune. Natürlich sei hier bei Regenwetter kaum was los. „Die Früh- und Sportschwimmer kommen trotzdem“, sagt er. 149 Gäste seien am Donnerstag gezählt worden. „Zu 99 Prozent des Tages hält sich trotzdem in jedem Becken mindestens ein Schwimmer auf.“
Bolz und seine Kollegen nutzen das schlechte Wetter für Grünarbeiten. „Wir schneiden die Hecken oder holen den Bodensauger raus, um das Wasser von Algen zu befreien“, so Bolz. Dank des Regens sei zumindest die Liegewiese wieder saftig grün. Den Weizenfeldern in der Region setzt der Regen hingegen stark zu.
Im Schnitt zählt das Freibad Rosenau jährlich etwa 115.000 Gäste. In der laufenden Badesaison sind es bislang rund 80.000 Gäste, wie die Pressestelle der RhönEnergie auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt. Während die kühle zweite Julihälfte nur wenige Besucher ins Freibad lockte, war das Bad zuvor über Wochen hinweg aufgrund hoher Temperaturen voll – und Liegeplätze rar gesät.
Auch im Schwimmbad Waidesgrund in Petersberg sucht man derzeit vergeblich nach Badegästen. „Hartgesottene Schwimmer kommen trotzdem zu uns, sonst ist das Freibad wegen des schlechten Wetters aktuell weitestgehend leer“, sagt Manuel Schäfer, Technischer Betriebsleiter der Wasserversorgung der Gemeindewerke Petersberg. Normalerweise gehören die Sommerferien zum Höhepunkt der Freibadsaison, in der vor allem Familien mit Kindern und Jugendliche bei schönem Wetter ins Waidesgrund-Bad strömen. Nicht so in diesem Jahr. „Mit dem Start der Sommerferien hatten wir schlechtes Wetter“, sagt Schäfer.
Auch wenn die Badegäste aktuell weitestgehend ausbleiben, ist man in Petersberg zufrieden mit der bisherigen Saison. „Die Monate Mai und Juni liefen sehr gut, da hatten wir das Bad regelmäßig voll.“ Nun hofft Schäfer darauf, dass das Wetter noch einmal besser wird. Bis zum 31. August hat das Schwimmbad Waidesgrund geöffnet. Schäfer ist optimistisch. In den vergangenen Jahren wurde die Freibadsaison bei gutem Wetter auch mal verlängert.
Video: Bremer Freibäder reagieren auf schlechtes Wetter
Im Sportbad Haselgrund in Hünfeld halten sich derzeit täglich zwischen 80 bis 120 Badegäste auf. „Hauptsächlich Gäste, die zum Schwimmen, Aqua-Jogging oder Schnorcheln kommen“, erklärt Phillip Adams, der seit über 20 Jahren als Bademeister in Hünfeld arbeitet. „Es ist nicht ungewöhnlich, dass wir im Sommer auch mal längere Zeit Regenwetter haben, das gab es schon immer mal“, berichtet er aus Erfahrung.
„Vom vielen Regen profitiert zumindest unsere Liegewiese, die ist jetzt wieder schön grün“, blickt Adams auf den positiven Aspekt des Regens. Und auch die Schwimmer freuen sich über den ungewohnten Freiraum im Becken. Und: „Im Wasser ist man eh nass, da ist es dann auch egal, ob es beim Schwimmen regnet oder nicht.“
Trotz Besuchern, die täglich dem unbeständigen Wetter trotzen, sind die Besucherzahlen in den vergangenen Wochen stark zurückgegangen. „Wir hatten in diesem Jahr bisher rund 32.000 Badegäste“, wirft Adams ein Blick auf die Zahlen. Die höchste Besucherzahl lag bei 2200 Gästen an einem Tag – an einem heißen Tag im Juni. Davon ist man aktuell weit entfernt. Bademeister Adams hat die Hoffnung auf ein volles Bad für dieses Jahr aber nicht aufgegeben: „Ich bin überzeugt davon, dass das nochmal was wird.“ Geöffnet ist das Sportbad bis zum 10. September.

