Überraschender Wechsel: Nach sechs Jahren an der Edag-Spitze verlässt Cosimo De Carlo das Unternehmen Ende Juni. Die Position besetzt der weltgrößte unabhängige Engineering-Dienstleister für Mobilitäts- und Industrielösungen intern neu.
Arbon/Fulda - Der Verwaltungsrat der Edag Engineering Group hat Harald Keller per 1. Juli zum CEO ernannt. Er folgt auf diesem Posten Cosimo De Carlo, der das Unternehmen Ende Juni auf eigenen Wunsch verlässt, um sich neuen Herausforderungen zu stellen. Derzeit ist Keller Geschäftsführer und Chief Operating Officer in der Edag Engineering GmbH Deutschland. Er leitet seit dem Jahr 2017 das größte Segment Vehicle Engineering. Dort ist er unter anderem auch für alle Großprojekte weltweit verantwortlich.
Harald Keller wird neuer Geschäftsführer der Edag-Gruppe
„Harald Keller ist die Idealbesetzung für die Position des Edag CEO. Mit seiner langjährigen Erfahrung steht Harald Keller für die Kernkompetenzen und Werte der Edag. Seine Führungsqualitäten gepaart mit seinen technologischen Fähigkeiten und seinem internationalen Vertriebsgeschick sind herausragend“, erklärte der Präsident des Verwaltungsrats, Georg Denoke. In einem „herausfordernden Umfeld“ seien damit ein nahtloser Übergang und Kontinuität für die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens garantiert.
Keller freut sich nach eigenen Worten auf die „spannende Aufgabe. Ich bin sicher, dass wir gemeinsam mit dem globalen Managementteam die erfolgreiche Entwicklung der Edag weiter vorantreiben“, sagte der zukünftige Geschäftsführer. Denoke dankte Cosimo De Carlo zugleich für dessen Leistung zur Weiterentwicklung der Edag-Gruppe. „Für die Zukunft wünschen wir ihm sowohl privat als auch beruflich alles Gute und unterstützen seinen Wunsch zur Neuorientierung“, sagte der Präsident des Verwaltungsrats.
Neuer Edag-Chef Keller: Mit Fulda eng verbunden
Der künftige Edag-Chef Harald Keller ist eng mit der Stadt Fulda verbunden. Aufgewachsen ist der 1963 geborene Diplom-Ingenieur in Großenlüder. Später studierte er Maschinenbau an der Hochschule Hannover. Nach Edag-Angaben begann Keller seine Karriere im Jahr 1992 bei der Schimanski Lenktechnik im Bereich Logistik und Profitcenterleitung, bevor er zwischen 1995 und 2007 bei dem Engineering-Dienstleister Edag in verschiedenen Funktionen tätig war.
Von 2007 bis 2010 arbeitete Keller als Geschäftsführer bei der Frimo Group, von 2011 bis 2013 war er ebenfalls als Geschäftsführer bei F.S. Fehrer GmbH tätig. Bevor er wieder zur Edag-Gruppe zurückkehrte, war der gebürtige Großenlüderer von 2013 bis 2016 Chief Executive Officer bei der MBtech Group, einem weltweit agierendes Beratungsunternehmen sowie Ingenieursdienstleister mit Hauptsitz in Sindelfingen. Von 2017 bis 2019 übernahm Keller die Segmentleitung der Fahrzeugentwicklung bei der Edag-Gruppe, die ihren Hauptsitz in Fulda hat. Seit Juni 2019 ist er Geschäftsführer der Edag Engineering GmbH.
Er hat seinen Lebensmittelpunkt in Fulda und hat viel Freude an Motorrad-Touren mit seiner Frau und seinem Sohn an Wochenenden in der schönen Rhön.
Mit einem nach eigenen Angaben „soliden“ Umsatzanstieg bestätigte die Edag-Gruppe im ersten Quartal des Jahres zugleich ihren Wachstumskurs. Die Konzern-Erlöse lagen mit 217,5 Millionen Euro um 2,9 Prozent über dem Vorjahresniveau. Wachstumstreiber waren demnach die Segmente Vehicle Engineering und Production Solutions.
Das bereinigte operative Ergebnis belief sich auf 13,4 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 13,0 Millionen Euro). Die bereinigte Ebit-Marge erreichte mit 6,1 Prozent Vorjahresniveau. „Dies ist ein hervorragendes Ergebnis, das die starke operative Leistung unter anspruchsvollen Rahmenbedingungen unterstreicht“, betonte Finanzchef Holger Merz.
Wechsel an Edag-Spitze: Cosimo De Carlo verlässt das Unternehmen
Den Angaben zufolge beschäftigte die Edag-Gruppe zuletzt weltweit 9061 Mitarbeiter. Für das gesamte Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen ein Umsatzwachstum von 4 bis 6 Prozent. Im Geschäftsjahr 2023 hatte das börsennotierte Unternehmen einen Umsatz von 844 Millionen Euro erwirtschaftet.
Die hessische Digitalministerin Kristina Sinemus (CDU) hat zuletzt die Edag Group in Fulda besucht, um sich über „Citybots“ zu informieren. Die Roboterfahrzeuge sollen am Frankfurter Stadion getestet werden.