Im ansonsten eher ruhigen Vorhof des ehemaligen Priesterseminars herrscht reges Treiben. Etwa 30 Helfer krempeln die Ärmel hoch, um Möbel aus den Räumen des ehemaligen Seminars für den Transport in die Ukraine zu verstauen.
Fulda - 300 Möbelstücke wurden am Samstag, 1. Juni, verladen, die einst 35 Zimmer der Priesterseminaristen wohnlich machten. Zwei Lkw waren für den Transport notwendig. Jetzt werden sie in die Ukraine gebracht, zum einen zu einem Seniorenheim in Truskawez, zum anderen nach Iwano-Frankiwsk, zu dem die Fuldaer Malteser schon eine längere Partnerschaft pflegen.
Fuldaer Helfer packen 300 Studentenmöbel aus Priesterseminar für die Ukraine
Die Hilfsgüter sollen dort im Westen der Ukraine in der Nähe von Lemberg ankommen, wo es noch wenig Kriegshandlungen gibt. „Aber auch dort sind die Auswirkungen des Krieges zu spüren, weil es in der Ukraine sehr viele Binnenflüchtlinge gibt, die kein Dach über den Kopf haben“, berichtet Alfred Hau, Auslandsbeauftragter des Malteser-Hilfsdienstes.
Auch viele ältere Geflüchtete seien darunter, deswegen würden die Malteser auch mit medizinischem Gerät wie Rollatoren aushelfen. Federführend ist die Hilfs-AG Ukraine des Bistums, tatkräftig dabei ist der Malteser-Hilfsdienst. Die Ukraine-Hilfs-AG besteht schon sein 2022.
Zwei Lastwagen für Möbeltransport in Ukraine notwendig
Bei den Möbeln wird auch die Sanitätsausstattung sein, „wir sind froh, dass sie weiter Verwendung findet,“ sagt Hau. Unter den Helfern waren nicht nur die Ortsgliederungen aus Fulda, Gründau und Kassel vertreten, sondern auch unterschiedliche Nationalitäten und Religionen.
„So viele Helfer an einem Samstag zusammenzukriegen, das ist schon ein Ding“, begeisterte sich die Diözesangeschäftsführerin Christin Benkner. Und auch die Vielfalt der Helfer, nicht nur Katholiken, sondern auch andere Christen oder Muslime, erfreut sie.
Der Einsatz der Helfer ist auch zeitlich umfangreich. „Drei Tage kann so eine Fahrt schon dauern“, erläutert Hau. Am Montag danach fuhr der erste Lkw los. Die Abfahrt des zweiten Lastwagens ist noch nicht terminiert.
Video: DB beendet kostenlose Hilfstransporte in die Ukraine
Für den zweiten Transport sind besonders die leichteren Geräte wie Schreibtische und Bürostühle vorgesehen. Die Zimmer der Priesteramtsanwärter waren mit einem Bett, Kleiderschrank und eben den beiden Büromöbeln bestückt. Es sei eben ein Studentenwohnheim gewesen, erläutert Hau.
Im September 2023 hatte die Wigbertschule einen Sponsorenlauf durchgeführt, bei dem alle Schüler und Lehrkräfte Runden um den Hünfelder Haselsee gedreht hatten. Für jede dabei gelaufene Runde hatten Sponsoren einen bestimmten Betrag gespendet, der nun übergeben wurde. Ein Großteil der Spenden ging in die Ukraine.