Modernisierungen

In den Ferien geht die Arbeit los - Landkreis Fulda investiert Millionen in Ausbau von Grundschulen

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Aktuell die größte Grundschul-Baustelle im Landkreis Fulda: die Florenbergschule Pilgerzell.
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Mit Beginn der Sommerferien rollen in vielen Grundschulen die Baufahrzeuge an. Der Landkreis Fulda investiert Millionen in die Schaffung moderner Räumlichkeiten. Die Maßnahmen sind eine Reaktion auf steigende Schülerzahlen und den ab 2026 geltenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung.

Fulda - Die Sommerferien haben am 12. Juli in Hessen begonnen. Schülerinnen und Schüler werden in den kommenden sechs Wochen nicht an den Grundschulen der Region Fulda zu finden sein. Ruhig wird es dort aber trotzdem nicht. Denn an vielen Grundschulen im Landkreis beginnen in diesen Tagen Bauarbeiten.

Grund dafür, dass viele Einrichtungen auf den neusten Stand gebracht werden, sind vor allem steigende Schülerzahlen, gestiegene Anforderungen an die Klassenräume und ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab dem Jahr 2026. „Der Landkreis Fulda hat als Schulträger die Verantwortung für die Schulgebäude und deren Ausstattung“, sagt Fuldas Landrat Bernd Woide (CDU).

Kreis Fulda investiert Millionen in Ausbau von Schulen - Sommerferien sind Bauzeit

„Die Qualität der Schulen hat für uns seit jeher einen großen Stellenwert. Und dazu gehören neben dem pädagogischen Gesamtkonzept und der technischen Ausstattung eben auch bauliche Rahmenbedingungen, die multifunktional sind und Lern- und Gemeinschaftsbereiche bieten, und die ebenfalls das Schulleben und die Atmosphäre positiv beeinflussen.“ 

2021 hatte der Bund einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung im Grundschulalter beschlossen. Damit soll – so die Intention von damals – die Betreuungslücke geschlossen werden, die für viele Familien nach der Kindergartenzeit plötzlich wieder entsteht. Darum haben ab August 2026 zunächst alle Erstklässler einen Anspruch, ganztägig betreut zu werden.

Der Landkreis hat beim Schulbau nie gespart, und das wird auch in Zukunft so sein. 

Bernd Woide, Landrat Kreis Fulda

In den Folgejahren wird dieser Anspruch dann um jeweils eine Klassenstufe ausgeweitet. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist die Schaffung von Räumlichkeiten für die Versorgung mit Mittagessen ein zentraler Aspekt der anstehenden Baumaßnahmen. Und auch wenn es sich um eine Entscheidung des Bundes handelt, muss am Ende der Landkreis für die Kosten aufkommen. 

„Gerade die Ganztagsbetreuung stellt den Landkreis vor erhebliche finanzielle Aufwendungen“, so Woide. Das gelte nicht nur für den Bau und die Ausstattung, sondern auch für die Sicherstellung des Personals. Der Landkreis Fulda hat deshalb in diesem Jahr 44,3 Millionen Euro im Haushalt für Schulbaumaßnahmen berücksichtigt.

Der Landkreis Fulda baut aktuell an vielen Grundschulen.

„Wir haben beim Schulbau nie gespart, und das wird – im Rahmen der Möglichkeiten – auch in Zukunft so sein“, unterstreicht Woide. Alleine im Grundschulbereich habe der Landkreis Fulda für das Schuljahr 2025/26 bereits neun Baumaßnahmen in der Planung. 

Größte Baumaßnahme in diesem Jahr ist der Neubau der Florenbergschule in Pilgerzell. Und bei dieser Maßnahme wird gut deutlich, worum es dem Landkreis geht. So wird die Nutzfläche von bislang 2500 auf dann 4000 Quadratmeter vergrößert. Jede Jahrgangsstufe bekommt dabei einen eigenen Bereich.

Weil während der Bauarbeiten der alte Schulhof nicht genutzt werden kann, wurde ein Interimsschulhof im hinteren Bereich angelegt.

In diesem finden sich vier Klassenräume, ein Differenzierungsraum, ein Stützpunkt für die Lehrkräfte, eigene Toiletten, ein Umkleidebereich und eine gemeinsame Mitte.  „Es ist fast wie ein Konzept mit vier Schulen in einer Schule“, sagte Jürgen Obermeier, Leiter des Fachdienstes Gebäudemanagement, zu Beginn der Bauarbeiten im Frühjahr.

„In dieser Größenordnung haben wir das bei einer Landkreisschule bislang noch nie gemacht.“ Für rund 370 Schülerinnen und Schüler entsteht in Pilgerzell die größte Grundschule im Landkreis Fulda. Geht alles glatt, soll das neue Gebäude der Florenbergschule nach den Sommerferien 2026 bezugsfertig sein. Die Gesamtkosten für die Florenbergschule belaufen sich auf 25 Millionen Euro

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